Thema: Arsch sein?
- GastGast
Arsch sein?
Hallo ihr Lieben hier.
Ich verfolge das Forum schon seit langem, und so allmählich frage ich mich, ob mir hier einer helfen kann.
Meinen letzten Freundinnen war ich scheinbar immer zu "lieb". Und auch den potentiellen Kandidaten der Zukunft, scheine ich einfach nicht interessant genug zu sein. Die Sache ist diese, dass ich selber mich gar nicht für so lieb halte! Ich gehe halt immer nur besonders auf die Menschen ein, und habe die Gabe oder Einfühlsamkeit, mich in sie hineinzuversetzen, zu spüren was sie brauchen, mich demenstprechend zu stellen.
Wobei man dies nicht zu wörtlich nehmen sollte, denn ich mache das schon mein Leben lang, und ich weiß gar nicht mehr, wer ich eigentlich bin. Sammele hier und dort von diversen Menschen Muster und Schemen im Verhalten, Im Ausdruch, in der Sprache, in der Einstellung. Immer halt da was, wo es mir gefällt. Zum einen habe ich das Gefühl vergessen zu haben, wer ich wirklich bin, zum Anderen denke ich, dass es unmöglich für mich ist, einfach mein Verhalten auf Kommando zu ändern. Es endet meistens im Trotz, so dass ich trotz Bemühungen stets lieb bleibe, oder sogar noch lieber werde.
Ich verstehe nicht, wieso das für viele so falsch ist? Man gibt sich immer größte Mühe, ein lieber Partner zu sein, mit dem man das Leben verbringen könnte, und dann widerum ist alle Mühe für die Katz.
Doch auch ich bin bereit zu streiten (oft genug geschehen), zu versöhnen oder auch wütend zu sein. Ich zeige das nicht nach außen hin, weil die Gefahr meist zu groß ist (in meinen Augen) den Status als lieber Mensch zu verlieren.
Der Arsch in mir, das potentiell negative schlummert aber stets in mir, und ich spüre ihn immer wieder für kurze Zeit. Die Gleichgültigkeit, der Zorn, etliche Dinge gehen mir stets gleichzeitig durch den Kopf. Ich habe oft das Gefühl den Verstand zu verlieren und neben mir zu stehen. Ich weiß, ich werde so wie ich bin, nicht fähig sein, eine neue Beziehung zu führen, weil sich immer wieder all mein Denken, all mein Handeln um eine Person manifestiert und festigt, es nichts anders mehr in meinem Leben gibt. Mein Tun 24 Stunden am Tag auf die Person zu konzentrieren ist fast das einzige was mich beschäftigt. Das kann nicht richtig sein, andererseits schaffe ich es nicht, es anders zu tun.
Ich habe nichtmal annähernd meine Gedanken hier hingeschrieben. Sie sind zu zwiespältig, als dass ich sie hier aufführen könnte, ohne mich selbst zu verrennen inewigen Kreisen. Ich frage euch, ist es möglich sich komplett zu ändern, so mehr Richtung negativ, um doch etwas interessanter zu werden? Also ich meine dauerhaft, nicht für die winzigen Sekunden oder Minuten des Zorns, in denen ich manchmal alle Menschen an den Galgen wünsche.
Oder ist es zumindest möglich, mich komplett selbst zu finden, ohne das ich mich ständig belüge, und mir einrede, das ich eine liebenswerte Person bin, heimlich Macken vor mir selber verschweige, mir viele Dinge nicht eingestehe usw.?
Ich hoffe jemand hier versteht mich!
Denn ich liebe, doch diese Liebe ist aussichtslos so wie sie ist, oder so wie ich bin.
Ich bin es Leid, so lieb zu sein. Diese Zwiespältigkeit, die mich schon mein Leben begleitet, macht das Leben zur Qual, denn stets merke ich, dass ich nicht der bin , der ich vorgebe zu sein.
- GastGast
Hi Gast
das kenn ich nur zu gut was du hier aufzählst .. nur bleibe einfach du selbst .. ich denke auch wenn jemand sagt man sei 'zu lieb' dies einfach eine ausrede ist weil man sonst keinen grund bzw. nicht weiss wie man dem anderen sagen soll das man nicht mehr will .. bleibe so und versuche dich nicht zu ändern irgendwann findest du jemanden der genau diese seit an dir zu schätzen weiss ..
- GastGast
Hallo Gast!
Das Problem ist, dass ich ja gar nicht genau weiß wer ich bin. Ich belüge mich stets selber, schaffe mir meine Welt mit Ausreden und Ausflüchten und vergesse wer ich eigentlich bin.
Das ich zu lieb bin, ist eine Folge meiner ständigen Anpassung an die Umwelt.
- Benutzer
Mausal00
- Mitglied seit
- 08.01.2004
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- 46
ich weiß nicht, ob man "zu lieb" sein kann.
vielleicht hast du dir bisher nur menschen gesucht, die das nciht annehmen können, weil sie sich selber nicht mögen. oder du vermittelst ihnen das gefühl, dass das "liebsein" nciht aus echter sorge um die andere person geschieht, sondern, weil du gefallen willst. bei letzterem kann es sein, dass du deine grenzen vergißt und damit auch die fürsorge für dich selbst. da hilft es wohl am besten, wenn du dich fragst, womit du dich wohl fühlst und ab wann du dich nicht mehr wohl fühlst. (z.b. wenn der andere deine liebe nicht will und sich nicht um dich sorgt..) lieb zu sich selber sein, heißt ja noch lange nicht, mies zu anderen zu sein (im gegenteil), sondern einfach ein gesundes gleichgewicht zu finden und sein herz nur denen zu schenken, die es nciht wegwerfen.
- GastGast
Hallo Gast! du scheinst eine schwere identitätskrise zu haben, und ich weiss ehrlich gesagt nicht ob dir hier jemand dabei helfen kann. alleine scheinst du es aber auch nicht zu schaffen, also was wären wohl die nächsten schritte?
- GastGast
Oh mann. Wenn ich das wüsste.
Gibt es da was, was man tun kann? Ich habe echt Identitätsprobleme, mein Leben lang nachgeeifert und vergessen, wer ich bin. An einem Tag so, am Nächsten anders.
Stets im Kopf Widersprüche, zwischen dem was bin und denke, dem was ich ausstrahle und darstelle und dem was ich sein möchte und wohl kaum werden kann.
Das mit dem Gleichgewicht finden ist das was ich im moment versuche zu erreichen. Direkt nach der letzten Trennung war ich wieder ganz anders als heute. Hab mich ein Dreck um andere Menschen geschert, und meinen Spaß gehabt. Konnte mich mal voll und ganz auf mich konzentrieren. Doch mit den nächsten Gefühlen (die ich nun hege) geht das alles schon wieder los. Ich vernachlässige nicht nur mich und meine Freunde, sondern auch die wichtigsten Dinge in meinem Leben, die eindeutig mehr Beachtung bräuchten.
Das alles zu wissen, macht es nicht leichter das zu ändern.
Ich bin mein Leben lang meinem Herzen gefolgt. Ich konnte ihm immer vertrauen. Doch diese Identitätskrisen beginnen im Kopf.
Weiß nicht, ob ich einen Psychiater bräuchte. Doch auch dem würde ich wahrscheinlich nur WirrWarr erzählen, zusammenhangslose Gedanken, Zweifel etc.
- Erfahrener Benutzer
Qicksilver
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Ein vernünftiger tiefenpsychologisch fundierter Therapeut könnte da vielleicht helfen, aber den muss man auch erstmal finden. Therapeuten fragen oft die richtigen Fragen und können einem nochmal klarer machen, was man alles so grad gedacht und gesagt hat. Allerdings sollte man sich, wenn man sowas in erwägung zieht, gut darüber informieren, welche Art von Therapie man machen möchte und was man braucht und was für ein Ziel man hat
Ich denke, bevor Du wieder eine Beziehung eingehst, solltest Du erstmal zu dir selber finden, herausfinden, was Du magst udn was nicht, wer Du bist, was Du an Dir magst udn was nicht, Dir selbst etwas Gutes tun... und das alles Schritt für Schritt
Der Weg zu sich selbst ist nicht einfach, wenn man nicht weiss, wer man ist udn was man möchte aber er lohnt sich!
Einen Mondstrahl für dich und viel Glück bei der Suche und nie vergessen:
"Der Weg ist das Ziel!"
GlG little moonbeam
- Erfahrener Benutzer
Morpheus21
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- 16.01.2004
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Hallo Gast,
wow du hast genau das zu Buchstaben gebracht was ich immer über mich denke es aber nie in Worte fassen konnte. Ich glaube du bist wie ein Camelion das sich seiner Umgebung anpasst aber trotzdem einen eingenen Charater oder soll ich besser sagen eine eigne Meinung hat. Du hast nur vergessen vor lauter Anpassung wie dein Charakter oder deine Meinung ist. Die Lösung ist oder war es für mich auf jeden Fall auf mein Gefühl zu hören ! Damit bin ich bis jetzt immer richtig gelegen. Ich entscheide nicht mehr was "lieb" ist oder "nicht lieb" ist, denn wer legt das denn fest ? Ich tu das was mir mein "Bauch" sagt und mir wird immer wieder von Freunden und bekannten bestätigt das ich ehrlich rüberkomme und genau dieser Satz regt mich zum nachdenken an ob ich so überhaupt bin. Wichtig ist glaub ich das man hinter alles stehen kann was man gemacht hat ! Ach ja und wenn jemand meint das du zu lieb bist dann hat er deine Liebe nicht verdient !
Würde gerne mehr über deine Gedanken erfahren mit dem was du geschrieben hast stimmst du zu 100 % mit meinen Gedanken überein mich hat es fast vom stuhl gehaut
- GastGast
Oh ich sehe ich bin kein Einzelfall, aber das dachte ich mir schon.
Eigentlich ist es eine Gabe, die ein hohes Maß an Sensibilität und Einfühlsamkeit bedarf, um sich dermaßen anzupassen. Man hat immer das Gefühl, es allen Recht machen zu müssen. Genausogerne wie ich streite oder diskuttiere, bin ich aber jemand, zu dem alle schauen und sagen, der ist nett, den mag ich.
Dabei ist auch in den letzten Beziehungen etwas mit mir geschehen. Der ewig Nette, Liebe wurde irgendwann wieder mehr "er". Lies sich nichtmehr so viel gefallen, wollte sich selbst mehr recht machen. Dabei vergaß er aber wieder die Anderen.
Im Endeffekt dreh ich mich ständig im Kreise. Habe das Gefühl wechselnde Persönlichkeiten zu besitzen, und je nach Gemütslage kommt ein Teil mehr oder weniger zum Vorschein.
Z.B. in diesem besonderen Fall, habe ich erneut jemanden kennengelernt (ich erwähnte es kurz), für den ich scheinbar einfach zu lieb bin. Dabei weiß ich genau, dass dies wohl nur wieder die Anpassung ist, und mit einer laufenden Beziehung (oder Freundschaft) entsprechend nach und nach diese Maske ablegen würde. Dabei ist es ja nun nicht so, dass ich mir diese Maske mit absicht aufsetze, sondern durch mein Herz dazu verleitet werde, und ich bin machtlos.
Die Frage stellt sich mir, wie ich von vornherein bleiben kann, was ich war, ohne erneut in eine neue Form gequetscht zu werden.
Ich kann kaum ausdrücken was ich denke und was ich meine und fühle und wie ich die ganze Sache sehe, die Zwiespältigkeit die hinter allem steckt, das Gefühl zerrissen zu sein, Tag für Tag, suchend nach dem wahren Innern.
Den Psychologenrat nehm ich mir zu Herzen, obwohl eine Therapie für mich momentan einfach nicht in Betracht kommt.
- GastGast
Ich glaube nicht das man einen psycharter braucht um sich zu finden. Ich weiß jetzt nicht wie alt du bist, warscheinlich älter als ich (19), aber ich glaube man kann sich selbst finden.
Ich hatte mal etwas ähnliches. Warscheinlich ist es nicht wirklich zu vergleichen weil es auch pubertätsbedingt war, aber wenn ich es darmals geschafft hab, wieso du nicht heute?
Ich habe mir darmals genau die selbe Frage gestellt. Von allen Seiten hörte ich "sei du selbst", aber wie, das hab ich einfach nicht gescheckt. Ich dachte, ich KANN doch gar nicht ich selbst sein, ich hab gar kein "Ich selbst". Ich hab genau wie du verhaltensmuster kopiert, nicht unbedingt nur die guten (naja, ich war halt in der pubertät. cool und so war wichtiger...)
Irgendwann begann ich aber die Leute zu beobachten, die mal was gegen die Massenmeinung sagten. Die ihre eigenen Ideen einbrachten. Und das aus keinem Schema heraus, sondern weil sie es so dachten. Das hat mich fasziniert. Es klang so selbstbewusst.
Am Anfang kopierte ich einfach auch wieder diese Leute. Besonders ein Promineter hatte es mir darmals angetan. Aber irgendwann wurde diese Person unwichtig. Erst für die Medien, dann auch immer mehr für mich, und ich begann einfach mich selbst zu fragen, was denke ich eigentlich WIRKLICH darüber. Wie finde ich das. Gefällt es mir? Oder gefällt es in wirklichkeit jemand anderem?
Damals kam oft dabei raus, dass ich einfach gegen alles war. Gegen meine Eltern, gegen die Schule, gegen rauchen.
Aber auch das veränderte sich. Irgentwann überlegte ich mir, dass ich einfach nur gegen das sein sollte, das mir nicht gefiel oder mir nicht wichtig war und was ich nicht brauche.
Und ehe ich mcih versah erzählten mir Menschen das sie an mir schätzen das ich so häufig meine eigene Meinung einbringe und so ehrlich bin
.
Klar ist man immer etwas von außen beeinflusst. man hört Informationen, Meinungen, bewertet sie, stimmt ihnen zu, stimmt ihnen nicht zu, übernimmt sie, oder auch nciht, oder ändert sie ab. Ganz so wie es sich gut anfühlt.
Wenn man frisch verliebt ist klappt das auch mal schlechter, aber eigentlich würd ich sagen, ich bin ich, auch wenn ich mich immernoch nicht genau kenne. Seitdem habe ich auf jeden fall mehr Freunde, und vor allem, die besten.
Ich weiß nicht wie ich dir ein Rezept geben soll. Fang einfach irgendwo klein an. Wenns nicht gleich so richtig klappt, macht das nichts. Überleg die ganz genau, findest du das gut, oder schlecht? Und hör auch auf dein herz. manchmal findet man etwas vom Kopf her gut, aber den Bauch stört irgendwas. Ich sag auch nicht immer 100%ig die Wahrheit. Nicht nach außen. Aber so gut es geht zu mir selbst.
Es geht ja erstmal nicht darum die beste, sondern die eigene Meinung zu haben. Das darf auch ruhig mal unlogisch sein.
Versuchs einfach, du schaffst das schon.
Liebe Grüße
Marie


