1. #1

    wotse wotse ist offline

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    langjährige Freundschaft und halbe Liebe einfach so kaputt (vorsicht langer Text)

    Meine liebe Kleine

    Hallo meine liebe kleine,
    was ist nur zwischen uns geschehen das wir uns so auseinandergelebt haben? Und warum geht es dir bis heute nicht gut? Mein schlimmster Alptraum wurde wahr als du dich von mir entferntest (und das ist keine Lüge oder ein dahergesagter Spruch, sondern das was ich schon immer gefühlt habe und als die allerschlimmste Entwicklung sah, Schicksal, anders kann ich es nicht mehr nennen).

    Wie kam das alles? Na komm mal her, als du noch die kleine warst hörtest du mir gerne zu, auch heute will ich dir eine Geschichte erzählen, eine Geschichte aus dem wahren Leben, nicht aus einem Märchenbuch, denn in einem Märchen enden die Geschichten immer schön, in der Wirklichkeit hingegen gibt es Tragödien.

    Also lass uns mal Revue passieren.

    Als du 13 warst tratst du in mein Leben ein. Ich war damals 35 Jahre. Es begann mit einem Bekannten von mir der mir erzählte das er ein niedliches kleines Mädel kennenlernte was ihn ansprach als er bei sich daheim seinen Zaun am streichen war. Es war Kirmes in dem Ort und er erzählte das er angeredet worden war von einem Riesenteddybär während er eben den Zaun strich. Der Riesenteddybär war das Stofftier was du auf der Kirmes gewonnen hattest und was du stolz vor dir getragen hattest als du meinen Bekannten angesprochen hattest. So erzählte er es mir, er sagte "hinter dem riesen Stoffteddy kam dann ein kleines Mädel zum Vorschein, mein Bekannter fragte dich wer du denn wärest und ob du gar keine Angst hättest fremde Männer einfach so anzusprechen, und als er erfuhr wer du bist nahm er dich an die Hand und brachte dich nachhause zu deinen Eltern. Das war der erste Eindruck den ich von dir bekam, so begann alles.

    Ich war damals noch der wilde Rocker und dachte mir "ohwei, mein Bekannter, das geht nicht gut aus. Lass die Finger von dem kleinen Mädchen". Und liess seine Erzählung mir gegenüber dabei bewenden. Es streifte an mir ab, mein Lebensinhalt solltest du erst später werden.

    Im Juli 2007 wird es wohl gewesen sein, mit obig genanntem Bekannten fuhr ich mit meinem Auto an einen Getränkemarkt, es war ein heisser Sommertag. wir wollten uns eine Kiste Bier gönnen, und als wir aus dem Getränkemarkt rauskamen sagte er zu mir "hey warte mal bitte, da ist das kleine Mädel wovon ich dir letztens erzählt hatte. Die wohnt doch im gleichen Ort wie ich, und nun komm, wir nehmen sie mit und fahren sie nach Hause".

    Ein aussergewöhnlicher Anblick warst du, das muss ich so sagen. Ein heisser Julitag und du hattest Reiterhose und Gummistiefel an. Das werde ich nie vergessen. Mit deinem Bruder warst du an diesem Getränkemarkt weil dein Bruder sich was zu trinken holen wollte. Das Pferde und Tiere allgemein dein grosses Interesse sind, sollte ich erst später erfahren. Deswegen auch deine Kleidung zu dem Zeitpunkt. Aber davon wusste ich ja nichts. Was mir aber auch auffiel war nebst deiner kindlichen Figur ein Eindruck den ich nur so umschreiben kann: "Wow, da ist das gewisse etwas, was nicht zu beschreiben ist. Wenn die mal erwachsen ist wird die ein Model, eine wunderhübsche bezaubernde Frau". Und noch etwas merkte ich, nämlich deine Unzufriedenheit in deinem Leben. Das kam ganz deutlich bei mir an. Du warst ein trauriges Mädchen was nach aussen hin sich nichts anmerken lassen wollte.

    Zu dem Zeitpunkt, im Juli 2007, wendete ich mich sofort ab von dir, weil ich in meinem tiefsten inneren sofort verliebt war in dich, aber erstens der enorme Altersunterschied, und zweitens, hmm, zweitens fällt mir nicht ein, als zweitens ist es eher so zu sehen das ich deine Entwicklung nicht stören wollte. Ich habe kein Recht in dein Leben einzutreten, usw....

    Und lange Zeit beliess ich es dabei. BZW. das Schicksal beliess es lange Zeit dabei. Ich hatte meine eigenen Probleme, meine Mutter verstarb damals unerwartet, ich hatte meinen Wohnungsumzug zu bewältigen, aus meiner Sicht konnte ich keine weiteren Probleme brauchen.

    Aber wie das Schicksal es so will, mein Schöpfer wollte wohl an mich apellieren das ich eine Aufgabe zu erfüllen hätte. Und da ich ein gläubiger Mensch bin nahm ich diese Botschaft wahr. Diese Botschaft lautete:

    Anruf von meinem Bekannten:
    Er : Grüss dich wotse. Ich habe dir was zu sagen. Wegen dem kleinen Mädel ...
    Ich: Ich höre
    Er : Kannst du mir ein wenig helfen? Das Mädel hat Probleme in ihrer Familie. So wie ich das mitbekam ist ihr Vater Alkoholiker, ihre Mutter kümmert sich um nichts, das Mädel muss den ganzen Haushalt schmeissen, und diverse andere Probleme hat sie auch. Wird in der Schule gemobbt und in ihrem privaten Umfeld kümmert sich niemand um sie. ...
    Ich: Aha, ganz ehrlich mein Bekannter? Das ist irgendwie das was ich dem Mädel sofort angesehen hatte. Wie einem das Bauchgefühl eben das so mitteilt, was der Kopf nicht erkennt. Aber könntest du mal bitte konkretisieren?
    Er : Nunja, die Familie in der sie lebt ist nicht gerade sozial. Ihr Stiefvater, wo sie lebt, ist Alkoholiker, ihre Mutter verbringt den ganzen Tag am PC, sie hat noch 2 kleinere Geschwisterchen um die sie sich kümmern muss jeden Tag, in der Schule wird sie gemobbt, geschlagen und getreten, als sie letztens bei mir war wusste sie selber nicht ob sie ihren Tränen freien Lauf lassen kann bei mir oder nicht. Irgendwo bin ich da überfordert, aber das Mädel allein lassen ist keine Option.
    Ich: Hmm, das meine soziale Ader hiermit angesprochen ist ist klar. Aber weisst du was mein Bekannter? Das Mädel ist minderjährig, das wird jede Menge Ärger geben mit Polizei, Jugendamt, bist du dir im klaren darüber was das bedeutet? (ich in meinem Herzen war sofort bereit dazu die ganzen Strapazen auf mich zu nehmen, denn mein Bauch sagte mir "das ist richtig wenn du ihr hilfst, das ist deine Lebensaufgabe wotse)
    Er : Ja darüber bin ich mir bewusst. Komm lass uns das durchziehen.

    Gesagt, getan, ein Männerwort eben, also lass uns dem Mädel helfen. Wer fühlt sich nicht gerne wie ein Ritter in der Not? Hand aufs Herz? Also, wir waren ungebunden, in der Lage dazu, und so nahmen wir den Kampf auf um diese holde Maid, wir kämpften um die Gerechtigkeit, für sie für ein besseres Leben.

    Bis dahin empfand ich nichts für sie. Also nichts in der Art von weiblichem Charme. Eher so das sie für mich wie eine Tochter ist. Und ich bin selber einsam und nahm sie gerne und mit viel Liebe auf in mein Herz. Bei mir ist es eben so das ich eine ausgeprägte soziale Ader habe, Ungerechtigkeiten empathiere ich und dazu müssen die mich nicht persönlich betreffen. In diesem Fall empathierte ich "das Mädel ist es wert das sie in Zukunft ein glückliches Leben führt, denn sie ist eine Persönlichkeit die gut im Sinne der menschlichen Moral ist. Wie eine Göttin. Unbedingt liebenswert, nett und jederzeit höflich anderen gegenüber, einfach die Erfüllung der Traumtochter schlechthin, sehr hübsch, Tier und Menschenlieb, ihre Persönlichkeit ist (war) so ausstrahlend das man sich in ihrer Umgebung einfach nur wohl fühlen konnte..."

    Nun lassen wir mal weiter Revue passieren (aus der Vergangenheit):

    Ich schaltete mich also in ihr Leben ein. Ich lernte sie kennen und tiefer lieben als ich es jeh für möglich gehalten hatte.

    Das geschah etwa um das Jahr 2008, ich erinnere mich an die Beerdigung meiner Mutter, da war sie diejenige die mir zur Seite stand und meine Hand hielt. Da mag sie 16 jahre jung gewesen sein. Eine hübsche junge Dame die Anteil nimmt am Leid eines wie mir. Wo gibt es denn sowas? Das ist wie in einem Märchenbuch und nichts anderes.

    Zu der Zeit war sie so gut zu mir, dankbar dafür das ich existiere, das sie auch für mich etwas empfand. Und ich war zum ersten mal in meinem Leben glücklich. Ich hatte eine Person gefunden die zu mir steht, mich unterstützt, die ich (mittlerweile) anbetete, sie wurde zu meinem ein und alles. Das Mädel war 16, ich 38, wie sollte das funktionieren? Mein Gott was machte ich da bloss? Aber mein Gefühl war ehrlich und aufrichtig, ich begann mich in sie zu verlieben. Hier rede ich nicht von irgendwelchen Oberflächlichkeiten, sondern von gewachsener Liebe, zusammengeschweisst durch Schicksalsschläge, harte Zeiten und verkorkste Lebensläufe. Das sich für mich mal jemande interessiert und dann noch so ein hübsches junges Mädel? Wie sollte ich das unter Dach und Fach bringen mit meiner eigenen geistigen Welt?

    Bisher war ich immer der Meinung gewesen, so ein junges Mädel hat ihr eigenes Leben und mit mir als doppelt so altem sollte sie nichts zu tun haben. Ich stiess auf innere Diskrepanzen die mein Gewissen plagten. Doch ich konnte es nicht ändern, ich verliebte mich tief und innig in Sie, und mit meiner Art von Liebe meine ich nicht irgendeinen Hormonschub eines Jünglings, sondern echte Zuneigung wie es die selten im Leben gibt.

    Wie sollte ich darauf reagieren? Ich arrangierte mich selber darauf das ich sie so sehr lieb habe als wenn sie meine Tochter ist. Und dieses Gefühl ist nicht einmal gelogen und beständig bis heute, viele Jahre lang schon.

    Nun aber weiter Revue.

    Meine liebe kleine, du warst 16. Anfang 16. Es war Winter 2009, unsere vorher gemeinsam aufgebaute Freundschaft zu Samsa lebte auf, Samsa kam uns besuchen und das wurde zum Anlass genommen dich von der Schule abzuholen. Wir fuhren zusammen auf den Köppel im Wald, jene Gaststube die im tiefsten wald liegt, und tranken dort einen Kakao. So begann dieser Tag. Für mich damit das Samsa da war, aber eigentlich erst damit das ich dich wiedersehen konnte indem du von der Schule abgeholt wurdest von uns beiden. Und ganz ehrlich? Ich sah die Freude in deinen Augen als wir da ankamen an deiner Schule, ich sah aber auch etwas Traurigkeit in dir, Traurigkeit wovon du mir bis heute nichts erzählt hast. Wurdest du an dem Tag in der Schule wieder gemobbt, getreten, geschlagen? Warum erzählst du mir das nicht? Hast du kein Vertrauen mehr in mich? Ich bins doch, dein wotse.
    Du hast Samsa doch geliebt, später am Abend sah ich in deinen Augen wie du sie vergöttert hast, und das freute mich, in dem Moment, abends, als wir in meiner Bude waren und du Samsa angehimmelt hattest wie eine Göttin, da sah ich das erste mal in deinen Augen Zuversicht in deine eigene emotionale Zukunft. Sie ist ja auch eine Göttin, das muss ihr zugestanden werden, eine Göttin der Gothicszene die etwas aus sich macht. In dem Moment warst du im siebten Himmel gewesen, leider nicht weil ich da war sondern wegen ihr. Mir wars egal, ich freute mich daran das es dir gut geht.

    Immer noch warst du 16, du feierst deinen Geburtstag mit mir, da vorher nichts organisiert worden war feierten wir kurzerhand auf dem Grillplatz hier in einem Ort. Wir luden gute Freunde ein, Freunde die zwar zu mir gehörten, aber die dich genauso gerne hatten wie ich weil sie dich lieben gelernt hatten in all der zeit. Freunde die wirklich Freunde sind weil sie dich gerne haben und nicht nur einfach so oberflächlich agieren.

    Nehmen wir mal unseren ehemals gemeinsamen Freund Jo*. Weisst du das noch? Du warst 16, erzähltest mir du würdest es daheim nicht mehr aushalten vor lauter Suff und Schreierei? Wer war damals für dich da? Ich war damals für dich da. Ich holte dich daheim ab und fuhr dich dann zu unserem Bekannten Jo*. Dort konntest du übernachten obwohl deine Eltern mir Konsequenzen angedroht hatten. Dort hätte die Polizei dich nie gefunden. Nicht in dieser Nacht und nicht am nächsten Tag, am nächsten Tag wo du eh wieder zurückgekommen wärest zu deiner Familie, aber das nur mit Rückhalt von mir vor deinem schlagenden Stiefvater. Ich machte mich damit der Entziehung eines Kindes schuldig, und das mit purer Absicht, denn du warst ein Kind und ich habe dich deinen Eltern entzogen. Weil ich es nicht mehr ertragen konnte wie du daheim behandelt wirst.

    Irgendwann einmal wurde ich 40 und du 17. Bis zu dem Datum war sehr viel passiert. Ich erinnere mich daran, du hattest die Schule gewechselt. Auch in der neuen Schule begann das Mobbing gegen dich von neuem. Mir brach es mein Herz als ich davon erfuhr. Wie immer sagtest du mir nichts davon. Mein liebes kleines Mädel, warum vertraust du mir nicht mehr? Du brauchst dich doch nicht dafür zu schämen, ich bins doch, ich der dich liebt und immer zu dir hält...

    Ein Tag an deiner neuen Schule kommt mir in Erinnerung. Ich bekam von besagtem Bekannten (von dem am Anfang dir Rede ist) einen Anruf. Dir geht es nicht gut an diesem Tag in der Schule. Was kann denn dagegen genacht werden? Hallo, ich schreibe hier, der Typ der dich sehr gerne hat. Besagter Kumpel rief in der Schule an und meldete dich krank und ich holte dich ab. Wir verbrachten den Tag dann gemeinsam und so entkamst du dem Mobbing für diesen Tag. Hätte ich nichts bessers zu tun gehabt als dich von der Schule abzuholen unddann den Tag mit dir zu verbringen? Die ehrliche Antwort ist: Nein! Klar hätte ich was anderes unternehmen können, aber so warst du in meiner Umgebung und das machte alles andere mehr als wett. Weil ich dich gerne um mich rum habe, weil ich dich liebe.

    Mit deinen Eltern hatte ich so so viel Stress gehabt. Es sei mal belanglos das ich deine Mutter von meiner Jugend her kenne, darum geht es nicht. Es geht darum das ....

    ... ich muss mal ausholen. Ihr habt einen Hund geabt, einen Schäferhund. Und weisst du noch wer ihn ausführen musste? Ja meine liebe kleine, Du musstest ihn ausführen. Weil dein Stiefvater und deine Mutter zufaul waren dazu. Die lassen den Hund lieber auf den Balkon pissen und kacken als mit dem vor die Tür zu gehen. Und so botest du dich an, weil du so tierlieb bist. Und was passierte dann?

    Euer Hund hapschte nach einem kleinen Kind was auf dem Weg in die Schule war. Der Hund biss ein Kind in den Arm. Wie das Schicksal es so will war das Kind der Sohn des Direktors eurer ortsansässigen Schule. Und das wurde zur Anzeige gebracht vom Direktor der Schule. Ich weiss es noch genau als wenn es gestern war, auf einmal hattest du eine Anzeige am süssen Popo wegen gefährlicher vorsätzlicher Körperverletzung. Mein liebes kleines Mädel, eine Anzeige wegen vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung ist nicht ohne, ist ungefähr das gleiche als wenn ich als Rocker auf die Strasse gehe und grundlos Leute mit nem Baseballschläger zusammenprügele. Der Vorwurf war unhaltbar. Und wer war es dann der sich mit dir zusammesetzte und über Problemlösung nachdachte? Nein, deine Eltern waren es nicht gewesen, ganz im Gegenteil, deine Eltern schoben die Schuld noch auf dich. Mel liebes kleines Mädel, ich wars gewesen, der den Schrieb der Staatsanwaltschaft in die Hand nahm, auf den Absender sah und dann dafür sorgte das wir uns mit der Staatsanwältin persönlich unterhielten, bevor der Gerichtstermin war. Was denkst du denn wohl wie das sonst für dich ausgegangen wäre? Du wärest vorbestraft gewesen, egal wie das Urteil ausgegangen wäre. Einen Freispruch hättest du nie erwirkt, da der Hund eine Waffe war und du nicht fähig den zu halten. Ist das gleiche als wenn ich mit Pistole duch die Gegend gehe. Hund=Waffe, Pistole=Waffe, du verstehst? ... So aber ging das glimpflich mit einem Vergleich aus über den du heute eigentlich noch dankbar sein solltest. Aber das bist du ja nicht, Dankbarkeit ist eine Fremdwort für dich....

    weiter beim Revue passieren

    Da deine Eltern dich nie mochten (und das tut mir in meiner Seele so weh für dich), war es deine Oma die dich aufzog. Ich persönlich hätte alles gegeben um so eine Tochter wie dich zu haben. Nun warst du 17 und ich lernte den Inhalt deiner Familie noch näher kennen. Notgedrungen redete deine Oma mit mir, notgedrungen deshalb weil sie nur dich als Mittelpunkt ansieht und jede andere Person für sie störend ist. Wer will ihr das verübeln? Schliesslich bist du ein echt voll und ganz liebenswertes Miststück. Miststück deswegen weil du ungeniert deine Krankheit auslebst anstatt etwas dagegen zu tun. Machst Herzen kaputt um deiner Selbst willen, ...

    Mein armes kleines Kind was du für mich geworden bist, ich sorge mich jeden Tag um dich, jede Stunde. Davon bekommst du nichts mit. Und es gibt auch noch andere Menschen die grosse Sorge um dich tragen. Menschen die dir nahe stehen, wahrscheinlich ist das aus deinem Fokus lange verschwunden.

    Jedesmal suchst du dir Freunde die dir niemals gut tun. Im letzten Jahr war es ein Markus gewesen. Du sagtest zu mir "er ist 8 Jahre älter wie ich, das ist doch kein Problem". Da stimme ich dir voll zu, das ist kein Problem. Das Problem ist darin zu sehen das er Polytox ist (Heroinjunkie nebst anderen Drogen). Mädel, du selber machtest dein Praktikum bei einem hier ansässigen Arzt und dir wurde sein Krankenbild gezeigt weil die in der Praxis dich mochten. Hepatitis C, Polytox, und das soll ein geeignter Freund sein für dich? ... wAS MIR IN DEM mOMENT MEIN hERZ GEBLUTET HAT KANNST DU DIR NICHT VORSTELLEN!

    Zwischendurch (Jahr 2010) besuchtest du die berufsbildende Schule um deinen Hauptschulabschluss nachzumachen. Mein Gott, was machte ich in der Vergangenheit alles mit um dich auf den richtigen Weg zu bringen. Mobbing in der Schule geht gar nicht, darüber braucht nicht diskutiert zu werden. Aber in der Schule wo du jetzt warst wurdest du nicht gemobbt. Es war für dich ein schönes Schuljahr (gewesen). Du hattest richtige Freunde gefunden, hast sogar mit normalen Typen angebandelt. Du warst sehr glücklich gewesen in diesem Jahr. Das sah man dir sofort an, dafür braucht es keine Worte.

    In diesem Jahr war es auch gewesen das du es nirgendwo mehr ausgehalten hattest, ich nahm dich bei mir auf. Mit Kusshand wohntest du bei mir, ich war so froh und stolz auf dich, wie du dich entwickelt hattest. Bei den Nachbarn warst du herzlich willkommen jederzeit, du warst ein richtiger Sonnenschein gewesen, endlich aufgeblüht, so sah es nach aussen aus. In der heimeligen Atmosphäre allerdings kriselte es zunehmend. Und ich konnte machen was ich wollte. An mir wurde der Frust rausgelassen.

    Meine Wunschvorstellung, zusammen zu wohnen, mich um dich kümmern zu können, für dich zu sorgen wie ein echter Papa, wurde gründlich zerstört. Egal was ich tat, alles war verkehrt gewesen. Mein Essen schmeckte dir nicht (und ich bin begnadeter Hobbykoch), wenn ich mir meine Harre bürstete und den Rest ins Klo schmiss (ich habe lange Haare) und vergessen hatte abzuspülen wurde mir das nachgetragen. Und wehe dem, Zigarretenasche wäre irgendwo zu finden gewesen. Dabei hielt ich mich doch immer an unsere Abmachung nur noch in der Küche zu rauchen. Ich tat doch alles für dich.

    Ich sah wie du immer mehr Probleme bekamst, auch mit mir, und stand machtlos daneben. Ich sah wie du dich immer mehr mit Typen getroffen hast mit denen du keinen Umgang haben solltest. Davon viele Leute aus meiner Altersklasse mit dem Unterschied das ich einmal der Rocker war und heute nicht mehr bin.

    Mein Mädel, was ist denn bloss passiert um das du dich so angezogenfühlst von Drogen, Suff, immer diese kaputten Typen, die auch noch teilweise 30 Jahre älter sind wie du?

    Schau mich doch bitte mal an. Ich tat genau das was du eigentlich möchtest. Als du hier in meine Wohnung eingezogen warst, vorher machte ich ohne dein Wissen meine Wohnung sauber, ich wollte dich nirgendsmitrein ziehen. Dir zuliebe habe ich mein halbes Leben umgekrempelt, Kontakt abgebrochen zu manch seltsamen Typen.
    Bevor ich dich kannte war ich ein Hallodri gewesen, du weisst ja gar nicht was du mich schon geformt hast (und wie mir das gefallen hat, ich brauche auch deine Hilfe).

    Und nun bist du zusammen mit einem 36 jährigen ehemals Obdachlosen, der erst vor wenigen Wochen aus der Justizvollzugsanstalt entlassen worden ist und heute in einer Trinkerheilanstalt ist? Das ist deine grosse Liebe?
    Mein Mädchen, was bloss habe ich denn verkehrt gemacht?

    Sehr verzweifelt und unglücklich
    wotse

  2. #2

    Hase Hase ist offline

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    Oh nein.... wie schrecklich....habe mir den Text komplett durchgelesen und ich möchte wirklich sagen, dass es mir leid tut! Sie wird aus ihren Fehlern lernen und dir irgendwann sehr dankbar sein und du siehst sie mit anderen Augen! Da bin ich mir ganz sicher.
    Grüße!

  3. #3

    wotse wotse ist offline

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    Vielen dank für die Anteilnahme (an den/die Schreiber/in über mir), an Hase.

    Echt grossen Dank deswegen weil es mir bewusst ist das das was ich geschrieben habe sehr strange rüberkommen kann. Aber, es entspricht der Wahrheit, einer ganz traurigen Wahrheit. Die Wahrheit ist nun einmal, ich gab alles für dieses Mädel, und bitte nicht auf das sexuelle fokussieren (das möchte ich hier unbedingt betonen), sondern weil ich selber einen Menschen in ihr gefunden hatte der mir seelenverwandt war.

    Warum ich diesen Thread wieder aufwärme? Auch euch gegenüber muss ich gestehen, als ich diesen Text schrieb wusste ich nicht ob das richtig war den zu schreiben. ich befinde mich in so einer extremen emotionalen Notlage und schäme mich irgendwie gleichzeitig dabei, aber ich hoffe auf Verständnis.

    Der Stand von ihr heute ist: Ihr ach so lieber 36jähriger hat sie verlassen, hat die Flasche Bier und Flasche Schnapps ihr vorgezogen. Ist als hemmungsloser Trinker wieder rückfällig geworden.

    Heute vormittag war ich auf der Arge-Amt hier im Ort (ja, ich bin auch wieder arbeitssuchend, ich will das nicht), und da traf ich ihre Mutter und auch sie selber. Mein kleines Mädchen hat sich so stark verändert, leichenblass, abgemagert, traurig, das war niemals das Mädchen um was ich mich liebevoll kümmerte. Aber sie war es eben doch.

    Mit ihrer Mutter unterhielt ich mich draussen vor der Arge recht gut. Und irgendwann kam mein kleines Mädchen aus der Arge raus. Ja, sie ist mittlerweile Hartz4, hat ihre Ausbildung hingeschmissen, verloren, wie auch immer. ...

    Mir wurde gesagt "nunja, das mit ihrem Freund hat sich erledigt. Das er sie nicht geschlagen hat ist alles. Anfangs dachte ich (ihre Mutter) das ist doch ein ganz akzeptabler Typ, aber jetzt muss ich sagen "was für ein Arschloch".

    Ich ersparte mir meine Gedanken ihr gegenüber von wegen "wie kannst du als Mutter zulassen das ein bekannter Schweralkoholiker, Schläger, Knastbruder, ehemals Obdachloser, doppelt so alt wie die kleine, der Freund deiner Tochter wird. Was bist du denn für eine Mutter".

    Sondern ich redete mit der kleinen, fragte sie wie es ihr gehen würde. Und sah ihr echt blass gewordenes Gesicht. Als sie aus der Behörde Arge rauskam.

    Der Typ der zuletzt ihr Freund war hat sie richtig abgezockt. Heute war meine kleine auf der Arge um eine Einwohnermeldebestätigung rückgängig zu machen. Nämlich ihn aus ihren Wohnbereich (ihrer Wohnung)austragen zu lassen. Und desweiteren verfügten die beiden über ein gemeinsames Konto. Ihr Konto. Das was ich vor gar nicht allzu langer Zeit für sie eröffnete als sie noch minderjährig war. Darauf sollte auch sein Geld fliessen. Das wäre dann für die Arge eine eheähnliche Gemeinschaft gewesen mit der Konsequenz das jeder weniger Geld bekommt. Privat hat sie ihm ein paar hundert Euros geliehen und weiss heute nicht wie die Telefon und Strom Rechnung bezahlt werden soll. Ich könnte heulen bei soviel Naivität. Aber wie waren ihre Worte zu mir? "Sie ist 18 und kann machen was sie will". Nunja....

    Mir steht mein Verstand still dabei. Wie oft habe ich ihr in der Vergangenheit in ruhigen Stunden versucht zu erklären was auf sie zukommt wenn es ins Jobleben geht? Und wie oft habe ich ihr erzählt von meinen Aktivitäten auf der Arge. Das noch nicht einmal eine Kontentrennung von den beiden vorgenommen worden war zeugt davon das ihm das am Arsch vorbeiging, die kleine könnte ja sehen wie sie mit ihrer gekürzten Miete zurechtkommt. Sie die rosarote Brille, er verantwortungslos.

    Ihre ganze Familie, abgesehen von ihrer Mutter, hat sich von ihr abgewendet. Und viele Freunde die wir früher gemeinsam hatten. Auch ich werde von vielen unter Druck gesetzt "wenn du mit ihr noch mal Kontakt hast dann kenne ich dich nicht mehr". Mein Herz tickt anders und ich lasse mich mit meinen 41 Jahren nicht auf irgendeine Erpressung ein. Nur macht sie es mir so schwer zu ihr zu halten. Mittlerweile erkenne ich in ihr eine gespaltene Persönlichkeit. So schlimm sind ihre Probleme geworden.

    Ja, sie möchte in Kontakt bleiben mit mir. Aber ich habe immer den Eindruck ihr erneuter Kontaktversuch ist kalt berechnend und hat nichts damit zu tun das sie mir entgegenkommen würde.
    Wünsche die ich äussere werden komplett übersehen, eiskalt zieht sie ihr Ding durch. Und wenn ich das hier so schreibe, dann meine ich damit das sie noch 2 kleinere Geschwisterchen hat, 6 und 7 Jahre jung, mit denen wir früher viel unternommen haben, und die mich vermissen.

    Meine kleine ist eiskalt geworden. So habe ich sie nie erzogen. Mittlerweile zieht sie von Frankfurt nachts durch die Gegend bis nach Koblenz, immer nachts bei anderen Typen. Geht in Discos (früher war sie der Naturtyp, wir besuchten Museen oder Schlösser, gingen mit dem Hund im Wald spazieren, ...), ich kenne ihr Verhalten nicht mehr wieder. Sie ist eine ganz andere Person.

    Ich weiss nicht ob ich mit ihr weiter Umgang haben will?

    Ich liebe sie eigentlich doch so sehr! Meine Frage ist, ist das Mädchen was ich kenne noch irgendwo in ihr drinne? Oder muss ich aufgeben weil sie sich selber so verändert hat? Denn so wie sie heute ist kann ich mit ihr nicht umgehen. Besteht die Hoffnung das sie wieder sie selber wird (und dafür würde ich alles tun)?

    Danke fürs zulesen und nicht vorverurteilen.

  4. #4

    Hase Hase ist offline

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    Sie scheint ganz schön kaputt und zerrüttet zu sein, sie weiß selber nicht mehr was sie macht oder? Biete ihr offen deine Hilfe an und sieh ihr dabei in die Augen... und wenn sie alle Hilfe, ohne beim Antworten zu zögern, ablehnt, dann bleibt dir nichts anderes übrig als sie vorrübergehend in Ruhe zu lassen. Sag ihr, wenn sie sich umentscheidet, soll sie sich bei dir melden und du wirst ihr zuhören..

  5. #5

    wotse wotse ist offline

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    Danke für das schreiben.
    Zitat: "Sie scheint ganz schön kaputt und zerrüttet zu sein, sie weiß selber nicht mehr was sie macht oder?"
    Genauso ist es.

    Nunja, ihr Problem ist viel tiefer als wie man das in wenigen Worten beschreiben könnte. Beispielsweise unterhielt ich mich oft mit ihrer Oma. Ein Gesprächsfetzen der mir da in den Sinn kommt soll exemplarisch für ihre familiäre Vergangenheit stehen.

    Ihre familiären Verhältnisse sind nicht leicht zu durchschauen. In frühester Kindheit ist sie aufgewachsen bei ihrem leiblichen Vater. Ihre leibliche Mutter hatte damals schon kein Interesse an ihr. Ihr leiblicher Vater auch nicht so wirklich. Jedenfalls hat die dann damals Freundin ihres leiblichen Vaters dieses Mädchen wovon ich hier berichte schwerstens gedemütigt. Als sie 4 oder 5 jahre jung war liess die Freundin ihres leiblichen Vaters wohl ihren Frust und ihre Eifersucht an ihr ab. Das Mädchen musste seine eigene Kotze essen, es gab keinen sexuellen Missbrauch, aber viel Gewalt gegen sie seitens der Freundin des leiblichen Vaters. Und ich erinnere mich noch als ich sie darauf ansprach sagte sie mir "ich erzählte das meinem Vater ein paar mal damals, aber er glaubte mir nicht und sagte zu mir ich solle nicht solche Sachen erfinden".
    Als sie 15 war bat sie mich das ich sie zu ihrem leiblichen Vater fahren solle, ich redete das mit ihrer Oma durch und mir wurde gesagt "Niemals. Bloss das nicht. Das letzte mal als sie ihn besuchen war da war sie 9 und als sie wieder heimkam nässte sie sich nächtelang während dem Schlaf ein. Was da wieder vorgefallen war würde ich gerne mal wissen".

    Das Problem dieses Mädchens ist damit noch lange nicht beendet. Später kam sie dann zu ihrer leiblichen Mutter. Da wird sie wohl 12 oder 13 gewesen sein. Jedenfalls war sie 13 als sie meinen Bekannten damals ansprach, da war sie schon bei ihrer leiblichen Mutter. Ihre leibliche Mutter ist so alt wie ich, und ich kenne sie von früher her. Ihre leibliche Mutter hat als Partner auch schon immer schlagende alkoholisierte Männer bevorzugt, so das dieses Mädchen dann innerhalb ihrer pubertätsphase geprägt wurde von alkoholisierten erwachsenen Männern. Nein, sie taten ihr nichts. Zumindest insoweit wie ich das beurteilen kann nachdem ich diese Männer kennenlernte möchte ich sagen die haben dem Mädel nie was getan. Aber das Mädel hat oft genug zusehen dürfen wie ihre leibliche Mutter windelweich geprügelt wird. Im Alkohol und Aggressionsrausch dieser Typen.
    So etwas prägt und geht niemals spurlos an einem Kind vorbei. Und das sind sehr traurige Sachen, sowas zu schreiben.

    Sie ist sehr zerüttet und kaputt. Allzu viel möchte ich aus Rücksicht nicht schreiben über ihre Vergangenheit. Das obige muss ausreichend sein. Sie hat nirgendswo innerhalb ihrer Familien (ich muss ja schon Familien schreiben, wie heisst das heute? Patchworkfamilie?) so etwas wie Anerkennung bekommen oder Rückhalt.

    Das spieget sich heutzutage auch in ihr wieder, in ihrem Geist, in ihrem Körper. Sie sagt selber, sie hat schon so viele Tränen vergossen, weinen kann sie nicht mehr. Aber vor 2 jahren war sie wiederholt beim Augenarzt weil sie sich das nicht erklären konnte warum morgens ihre Augen immer geschwollen waren. Mir ist es bewusst warum das so war. Sie weinte nachts ohne das zu merken. Wegen ihren Lebensverhältnissen.

    Bei Ärzten ist sie sowieso sehr oft. Hat in ihrem jungen Leben schon sage und schreibe 13 oder 14 Operationen hinter sich. Alles mögliche. Von irgendwelchen Trichtern im Ohr über eine Schlüsselbeinrippe oder wie das heisst die operativ behandelt werden musste bis hin zu Nervenbahnverengungen in den Händen, und sowieso, immer viel Migräne und Kopfschmerzen, ist sehr verspannt, einmal sagte ihr Schmerztherapeut (ja, sowas hat sie und das mit 18) ihr Knochenbau würde der einer 70 jährigen Oma entsprechen. Dieses Mädel ist krank. Richtig krank.

    Ich als Mensch kann doch bei sowas nicht wegsehen? Das ist doch für mich meine Tochter. Ich kann mich doch da nicht einfach umdrehen und mir sagen "sieh zu wie du fertig wirst. Und tschüss". Was wäre ich denn dann für ein Mensch?

    Und es geht noch weiter. Nun ist es keine 24 Stunden her als ich das letzte mal hier schrieb.

    Und keine wenigen Stunden später rief mich eine Freundin von ihr an. Sie war bei dieser Freundin am feiern gewesen. In der Nacht wurde sie per Krankenwagen in ein Krankenhaus gefahren hier in der Nähe, sie klagte über Herzbeschwerden und Kreislaufeinbrüche, heute wurde sie per Herzultraschall und EkG und was weiss ich noch alles auf den Kopf gestellt. Die Ergebnisse sind noch offen, noch liegt sie im Krankenhaus.

    Und als wenn das nicht schon tragisch genug wäre, der Typ der sie abgezockt hat, ihr Freund da, hat sich heute in demselben Krankenhaus einliefern lassen für einen erneuten Alkoholentzug. Und besuchte sie schon fleissig. Sie rief mich an und sagte mir das am Telefon. Das es ihr sehr peinlich gewesen wäre wie er und ein anderer Alkoholikerfreund von ihm da im Krankenhaus aufgetaucht seien zur Selbsteinweisung und sturzbesoffen da rumpöbelten (mir fehlen die Worte)...

    Ich sitze hier und kann das alles selber nicht mehr fassen.

    Kann ich sie alleine lassen? Die ist doch in nem Jahr voll kaputt, total durchgeknallt wenn sie niemanden hat wo sie sich festhalten kann. Oder sehe ich da irgendwas falsch? Was meint ihr?

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