1. #1

    Richard Richard ist offline

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    Es passierte Samstag - ich bin schuld

    Hallo an alle anderen Forumsmitglieder. Ich heiße Ulrich, bin 33 Jahre alt und wohne am Niederrhein.

    Mit 17 lernte ich meine erste Freundin kennen. Ich dachte, es wäre die Liebe für's Leben. Nach drei Monaten war alles wieder vorbei und die Welt stürzte für mich zusammen. Sie wollte wieder zu ihrem Ex-Freund zurück. Ich habe ein ganzes Jahr gebraucht, um über diesen Verlust hinwegzukommen. Getroffen haben wir uns in dieser Zeit nicht.

    Danach bemühte ich mich oft, eine neue Liebe zu finden, gab Kontaktanzeigen auf etc. Doch ich hatte kein Glück. Es meldete sich niemand darauf. Dann begann eine Zeit, die lange andauerte, in der ich jede Hoffnung, eine neue Freundin zu finden, begrub und ich fühlte mich irgendwann richtig glücklich damit.

    Vor ein paar Monaten dann lernte ich über eine gemeinsame Bekannte eine Frau kennen, zu der ich mich von Anfang an hingezogen fühlte. Sie sagte mir später, ihr sei es mit mir auch so gegangen. Aber wir verloren uns erst mal aus den Augen. Dann sah ich sie zufällig wieder, als sie in dem Betrieb, in dem ich arbeite, ein Praktikum machte. Während den Pausen trafen wir uns und wurden einander immer sympathischer. Als ihr Praktikum zu Ende ging, tauschten wir spontan unsere Adressen aus. Wir haben uns dann oft verabredet, um gemeinsame Ausflüge usw. zu unternehmen. Wir gehen beide gerne und viel spazieren. Irgendwann passierte es dann eben, dass wir uns gegenseitig in die Arme nahmen und seitdem waren wir ein Paar. Ich schwebte über den Wolken, nach so vielen Jahren des Alleinseins doch nochmal eine Partnerin gefunden zu haben. Ich pflegte unsere Partnerschaft, brachte meiner Partnerin oft Blumen mit usw. Ich bemühte mich, so zärtlich, fürsorglich wie möglich zu sein. Nach knapp 2 Monaten droht nun das Aus und ich trage die Schuld. Ich erzählte meiner Partnerin am Samstag, als ich bei ihr zu Besuch war, (ich weiß nicht, welcher Teufel mich da geritten hat), von einer psychischen Sache von mir aus der Vergangenheit, die ich zwar für mich scheinbar abgeschlossen hatte, die meine Freundin aber so sehr geschockt hat, dass sie mich verbittert bat, ihre Wohnung zu verlassen. Seitdem herrscht zwischen uns, außer dass wir uns nochmal hin- und hergemailt haben und gestern ein kurzes, friedliches Telefonat hatten, Funkstille.

    Ich kann seitdem nicht mehr schlafen, das heißt, im Moment schlafe ich nur durch die Wirkung von Hopfen und Alkohol, indem ich abends vor dem Zu-Bett-Gehen eine Dose Bier trinke (ich trinke sonst keinen Alkohol). Tagsüber ist alles trist und leer. Ich habe Selbstmordgedanken. Ich lege mich zwischendurch erschöpft hin, aber wenn ich die Augen schließe, kann ich nur an meine Freundin denken und ich kann trotz Erschöpfung nicht schlafen. Ich war eigentlich in diese Partnerschaft mit dem Vorsatz gegangen, nicht grenzenlose Liebe hineinzubringen, weil mir klar war, dass sie von heute auf morgen wieder zu Ende sein könnte. Und jetzt sitze ich hier und bin total verzweifelt, stehe zwischen Hoffen und Bangen, ob diese Partnerschaft gerettet werden kann. Am Sonntag-Abend bin ich im örtlichen Krankenhaus gewesen, in der Hoffnung, dass mir der Arzt ein Schlafmittel verschreiben könnte, aber der meinte, das sei eine Trauerphase, durch die ich so durchmüsste. Er hat mich wohl bis einschließlich Mittwoch krankgeschrieben und meinte, ich sollte direkt am Mittwoch-Morgen meine behandelnde Psychotherapeutin aufsuchen, was ich wohl auch machen werde.

    Ich denke, ihr anderen kennt selbst die Symptome von Liebesschmerz ganz genau und könnt euch vielleicht irgendwo in meiner Geschichte wiederfinden. Ich denke im Moment, wenn diese Partnerschaft nicht gerettet werden kann, bleibe ich lieber wieder eine ganze Zeitlang (vielleicht mein Leben lang) Single, denn ich weiß nun, wie sehr ich daran zu knabbern habe, wenn eine Partnerschaft scheitert.

    Ulrich

  2. #2

    Der schmerz Der schmerz ist offline

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    mir gehts im moment nicht anders, obwohl ich elf jahre jünger bin, hab ich das gefühl, einsam zu sterben irgendwann... hab mich gestern auch wieder mit dem gedanken geplagt, mal zu nem psychiater zu gehen...

  3. #3
    Gast
    Gast
    versuch sie zu überreden mit dir ne paarberatung oder deine psychologin aufzusuchen. es kann nicht sein dass sie deine fehler aus der vergangenheit nicht erträgt, dann ist sie sowieso nicht die richtige für dich. welches problem hattest du denn wenn man fragen darf? ich finde es gut dass du es ihr erzählt hast, rede mit deinem Psychol. darüber!

  4. #4

    Qicksilver Qicksilver ist offline

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    hm also tja, kommt halt auch echt drauf an, was es in der vergangenheit gewesen ist. Erstens finde ich, spricht schonmal für Dich, dass Du ehrlich warst, wenn auch etwas spät, aber, wenn Du z.B. Massenmörder oder so warst, dann würde ich mich vielleicht auch schwer tun, weiter mit Dir umzugehen.
    Ne Paartherapie halte ich für eine gute Idee

    LG und viel Glück
    little moonbeam

  5. #5

    Sebastian 25 Sebastian 25 ist offline

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    Hallo Ulrich,
    ich kann sehr gut nachvollziehen, wie du dich fühlst. Es gibt wohl kaum etwas Schlimmeres, als wenn eine Beziehung, in die man sehr viel Gefühle investiert hat, zerbricht. Da tritt alles andere dahinter zurück.
    Schau mich an. Ich bin 25, habe gerade einen hervorragenden Universitäts-Abschluss gemacht, schreibe nun an meiner Doktorarbeit, bin gesund und habe einen wirklich netten Freundeskreis. Ich sollte glücklich sein. Dennoch wiegt dies alles nichts gegen die Tatsache, dass meine Freundin, die ich über alles liebe, mich nach 3 Jahren Beziehung übel betrogen und verlassen hat. Seither ist die Welt grau für mich und nichts bereitet mir mehr Freude, mein Alltag interessiert mich überhaupt nicht mehr. Denk also nicht, dass du der Einzige bist, dem es schlecht geht. Viele fühlen ebenso, sonst wäre dieses Forum ja nicht so frequentiert. Das ist natürlich kein Trost für dich, aber vielleicht hilft es dir ja irgendwie.
    Was kann ich dir raten? Ich würde auf jeden Fall einen Versuch unternehmen, die Beziehung noch zu retten, sonst macht man sich später ewig Vorwürfe, warum man es nicht getan hat. Wenn du aber dann merkst, dass es vergeblich ist, dann musst du die Stärke aufbringen, es aufzugeben und dich von ihr zunächst mal völlig zurückziehen, um alles verarbeiten zu können. Wenn du Kontakt zu ihr hältst, reißen die Wunden nur wieder auf, ich habe diesen Fehler zunächst auch gemacht. Bei mir ist es nun drei Monate her und ich leide immer noch, aber ganz allmählich bekomme ich das Gefühl, dass am Ende des Tunnels ein Licht zu sehen ist und das Leben vielleicht irgendwann wieder schön sein wird.
    Vertrau einfach auf die Zeit und versuch dich abzulenken. Ich habe mich die letzten Wochen sehr in mein Hobby vertieft, das hat mir persönlich sehr gutgetan. Alkohol ist zwar eine einfache, aber sicher keine gute Lösung. Spätestens am nächsten Morgen fühlt man sich dann umso schlechter, weil zu dem seelischen dann auch noch körperliches Leiden hinzu kommt (auch da spreche ich aus eigener Erfahrung).
    Ich wünsche dir alles Gute und viel viel Kraft, das alles zu überstehen, denn ich weiß, wie du dich fühlen musst.
    M.

  6. #6

    never-look-back never-look-back ist offline

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    mh hab immer gedacht erlichkeit ist trumpf....und dann sowas.
    vieleicht willst ja mal schreiben was das problem ist.
    versuch auf jeden fall noch mal mit ihr zu reden....und vieleicht wenn sie möchte paartnertherapie
    zu machen...viel glück


    lg

  7. #7

    danco danco ist offline

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    Lieber Ulrich:

    Erste Prämisse: Du bist nicht! schuld!

    Du wolltest ehrlich sein und ein Mensch hat das nicht akzeptiert.
    Ich denke, es ist nur fair und logisch, wenn man anderen von sich erzählt, auch wenn es lange zurückliegt.
    Deine Freundin hat das offensichtlich nicht verstanden, hat Berührungsängste. Das ist ein Phänomen, welches oft zu beobachten ist, kommt schlicht daher, dass die "Aufklärung" in Bezug auf psychische Erkrankungen/Störungen noch tief tief in den Kinderschuhen steckt, die menschen beim Stichwort "Psychiatrie" noch allzu oft Bilder von von der Decke hängenden, verstümmelten Irren haben, die versuchen, das fliegen zu lernen (das war jetzt leicht übertrieben..aber nicht viel...).
    Versuch, ihr zu erklären, worum es wirklich ging, ruhig und sachlich, sag ihr, wie diese Zeit damals für dich war, wie du diese Zeit überstanden hast und dass diese Zeit Vergangenheit ist. Sag ihr, dass du gern alles mit ihr teilen möchtest, dein Ganzes Ich, inklusive deiner Vergangenheit. Die aber eben vergangen ist.
    Nimm ihr mit Ruhe, Geduld und Sensibilität die Scheu, ergründe, woher ihre Vorbehalte kommen und widerlege sie.
    Und gib dich nicht auf!

    Dafür wünsch ich dir viel Kraft,

    Liebe Grüße

    Khmer

  8. #8

    Richard Richard ist offline

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    Danke

    Ich danke euch allen für die gutgemeinten Wünsche und Ratschläge. Das, worum es damals ging, traue ich mich hier nicht zu schreiben, aber ich habe mich vor Jahren deswegen mal freiwillig einer Therapie unterzogen. Ich habe diese Therapie nicht zu Ende gebracht, weil sie total hart geworden wäre. Und dann war ich einige Zeit später in meinem Heimatort bei einer anderen Therapeutin wegen einer ganz anderen Sache, aber diese Therapeutin sagte mir, wenn ich die Therapie von davor nicht abgeschlossen hätte, wäre sie nicht bereit, mit mir eine neue Therapie zu beginnen.

    Jetzt ist meine Freundin zufällig auch bei dieser Therapeutin wegen ihr selbst in Behandlung, meine Freundin sagte mir am Samstag, dass ich in ihre Behandlung zur Zeit indirekt involviert sei und ich hatte auf einmal Panik, die Therapeutin könnte meiner Freundin von damals etwas über mich erzählen. Ich weiß, das hätte die Therapeutin nicht gedurft, aber mir war das in dem Moment nicht bewusst und anstatt den Mund zu halten, habe ich gedacht, ich erzähle meiner Freundin selbst, was vor mehreren Jahren mal vorgefallen ist. Ich sagte meiner Freundin, dass mir die Therapie damals, auch wenn ich sie nicht abgeschlossen hätte, sehr geholfen hätte und dass ich seitdem nicht mehr rückfällig geworden sei. Aber alle Erklärungsversuche halfen nicht mehr. Jetzt bin ich todunglücklich und wütend über meine eigene Dummheit.

    Den Alkohol trinke ich nur in Maßen. Für mich reichen schon 2 Glas Bier, um müde zu werden, da ich Alkohol sonst überhaupt nicht trinke. Aber generell ist schon richtig, dass das keine Lösung sein kann.

    Ulrich

  9. #9

    MitDir MitDir ist offline

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    Hallo Ulrich.
    Sei vorsichtig mit dem Alkohol als ersatz ,dass du schlöafen kannst,zum vergessen und vieles mehr.
    Es werden aus einem glas,meistens mit der zeit mehr,und was hast du dann davon?
    Nichts.
    Die Probleme bleiben die gleichen,und meist werden sie dadurch sogar noch grösser.

    Du warst zu deiner Freundin nur ehrlich.Eine Beziehung kann man nur auf offenheit und ehrlichkeit aufbauen.
    Bist du dir sicher,dass sie dich richtig geliebt hat,wenn sie,weil du krank (bist,oder warst) dich fallen lässt.
    Normalerweise hat man dazu einen Freund oder Freundin,der zu allen Zeiten zu einem hält.
    Oder seh ich das zu altmodisch ?( ?(

  10. #10

    Richard Richard ist offline

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    @ohne dich
    Danke nochmal für den Tip, den Alkohol ganz wegzulassen. Ich denke mal, ich versuche es heute mal ohne.

    Ja, ich denke, ich bin immer noch krank und habe das Problem bis Samstag verdrängt. Dass ich dann auf einmal davon zu reden anfange und das meiner Freundin gegenüber, die selber psychisch labil ist, hat mir nur nochmal gezeigt, dass es spätestens jetzt an der Zeit ist, dieses Problem selbst mit einer Therapie nochmal anzugehen. Dass mich meine Freundin liebt oder geliebt hat, hat sie nie gesagt. Sie sagte mir davor nur mal "ich hab' dich lieb". Aber ich denke, das heißt noch nicht voll und ganz "ich liebe dich", sondern ist nur eine vorsichtige Vorstufe.

    Im Laufe des Tages ist bei mir der Schrecken über Samstag und über meinen fatalen Fehler ein bischen einer tristen "Betäubung" gewichen, die sich jetzt so in den letzten Stunden breit machte. Es gelingt mir inzwischen so ein bischen, nicht ständig an meine Freundin zu denken, was sie wohl gerade macht oder mit wem sie jetzt wohl Händchen hält. Ich versuche mich an meine Gelassenheit zu erinnern, die ich vor den zwei Monaten mit meiner Freundin als "hoffnungsloser" Single hatte und versuche jetzt da irgendwo das lose Ende zu finden, an dem ich mich erstmal wieder festhalten kann. Von der oberen Etage höre ich jetzt wieder meinen Bruder, der dort mit seiner Freundin wohnt und auch das gibt mir ein Stück mehr Sicherheit...zu wissen, dass ich nicht alleine im Haus bin und ggf. mal eben nach oben gehen kann, um mit beiden ein paar Worte zu wechseln.

    Ulrich

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