Thema: ???
- Erfahrener Benutzer
Glücksbringer13
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1. Akt: *Dämmerung*
Blick ich zum Himmel, seh’ ich, ach, so federleicht und unbeschwert, die Wolken zieh’n, gen unbestimmten Ziel.
Wandern sie fort und fort, an mir vorbei, doch wünsch ich sehnlichst mir von ihrer art zu sein, mit ihnen zu gehen, hinfort aus der abscheulich Welt, die mir bietet nur ein furchtbares und grausig Sein.
Jedoch, ich kann ihnen nicht folgen, bin gebunden an diese Existenz.
Das kühle Gras, über das der Abend schon sein feuchtes Netz gelegt, der zarte, weiche Wind, der mir Wort um Wort mit sanfter Stimme singt... All dies spür ich kaum mehr, denn allzu schwer lastet die Bürde, die mir auferlegt zu tragen.
Gar arg verletzt mein sehnend Herz, so möchte ich flieh’n aus irdischen Gefilden, in denen nichts mich hält.
Hör ich die Krähen mir erzähl’n, von jenen dunklen, schweren Tagen, die nur in meiner Seele fortbesteh’n.
Und jener Wind, der nun bemüht mir Trost zu spenden hat schon längst fortgeweht die Fragmente meiner Angst.
Tief wie Blei im Weltenmeer liegt in mir begraben, der letzte Kuss, den ich ihm gab.
Ein Stich durchdringt mein blutend Herz, erinnert’s mich doch allzu schwer an das schon längst vergangne Glück.
Taub lausche ich dem letzten Lied, das die Nachtigall mir singt, dann schweigt auch sie.
Dunkel ist´s geworden.
2. Akt: *Irrlichter*
Wie einen schwarzen, zarten Schleier legt die Dunkelheit nun ihre Schwingen über die Tränen meiner Trauer.
Einzig der Mond bescheint, was von meinem Wesen ist geblieben und taucht die Nacht in silbrig Licht, das tausend Mal sich bricht im Taue.
Noch immer lieg ich da, wartend, um der Stunden willen, die dann verstreichen mögen
Ich möcht’ nicht gehen, mich nicht mehr bewegen, denn meine Kraft entfloh der Hülle
Und ich gab auf.
Doch plötzlich und ganz leise vernehm ich es, die klagenden Rufe, die lockenden Stimmen und obgleich auch fremd mir scheint ihr Klang, seltsam vertraut sie mir doch sind.
Ein Drang in mir erwacht, ungleich stärker als je zuvor
Ein Gefühl in meinem Herz entstanden, es nagt an mir, zerrt mich auf die Beine, bringt Geist und Blut in meinen Leib zurück.
Und wie gepeitscht, gar wie von Sinnen, hetz ich ihm nach, dem lieblichen Gesang der Geister.
So nah fühl ich mich ihnen, so nah als könnt ich sie greifen.
Doch heb ich die Hand, um dies zu tun, entflieh’n auch wieder sie vor mir, tanzen im Kreis um mich herum, wie um zu spotten.
Erst nah, dann fern, und willenlos, gedankenlos gar folg nach.
Schritt um Schritt
Ein letzter Schritt, ein letztes Lachen, so wie sie mir sind erschienen, gehen sie auch wieder fort, ungesehen und ungefangen.
Und lassen mich zurück.
Da erst wird mir bewusst zu was sie mich verführt
Doch ist´s bereits geschehn.
Der düstre Wald hat seinen Pforten nun geschlossen, hat mich gefangen,
hier, an diesem Ort.
3. Akt: *Lichtgestalt*
Voll Angst und Zweifel knie ich nieder, bedeck mit kalter Hand mein Angesicht und wünsch ungescheh’n, was ich getan.
Verführt von wundersamen Klängen war ich ihnen nachgefolgt, hierher, wo mich der Wald in seine dunkle Mitte hat genommen.
Dicht an dicht stehen die Bäume, jedoch kommt’s mir jetzt so grausig vor, die Stämme gar wie Gitterstäbe und wohin ich mich auch wend, ich find doch nicht zurück.
So halt ich still, in vager Hoffnung diese Nacht möge recht schnell vergehen und ich könnt fort von hier.
Dunkel ist’s, so dunkel wie noch nie zuvor ich hab erlebt.
Die Dunkelheit erdrückt mich beinah, doch halt ich still und wart.
Nach und nach, ich merk es kaum, verliert die Finsternis an Größe, wird klein und flieht dann ganz vor einem weißen Schein, der sanft um mich herum sich weitet.
So blick ich auf, nicht länger angsterfüllt, nur fasziniert, wie vormals von den Stimmen.
Denn was ich seh’ ist wahrhaftig nicht von dieser Welt.
Mich umringen vier Gestalten, die weder Mensch noch Tier, körperlos, unexistent, unstet wie der Wind.
Sie scheinen zu bestehen aus purem Licht, besitzen weder Gesicht noch Stimme, nur ihre Seele, welche so rein aus ihnen strahlt.
Gebannt erheb ich mich.
Sogleich komm sie näher mir, strecken aus nun ihre Hände und berühren mich.
Ein heißer Schmerz, Licht bricht aus meinem Körper
Ich möchte schreien, doch eh ich Atem hab geholt, verstummt auch schon mein Schrei noch in der Kehle.
Geborgen liege ich in ihren Armen, hab meinen Körper abgestreift, bin selbst nun jene Lichtgestalt.
Vergessen nun mein irdisch Leben, alle Schrecken, alles Leid ist von mir gewichen
Sie haben mich gefunden, haben lang nach mir gesucht, nun sind wir eins.
Entstand ich aus Asche und wurde zum Licht.


