Thema: Kleine Geschichte
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Hagebutte
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Kleine Geschichte
Da ging sie nun. Einen weiten Weg entlang. Sie wusste nicht, wohin er sie führen sollte. Sie sah nicht sein Ende. Sie wusste seinen Anfang nicht. Es war früh am morgen. Es schien keine Sonne. Sie war allein. Alleine, wie sie es immer war. Auf der Straße kein Auto, kein Mensch, kein Tier. Nur links und rechts die Bäume. Leiser Nebel legte sich über die Straße. Es war kalt. Sie schob ihre Hände tiefer in ihre Tasche. Ihre Nase war schon rot und der Wind pfiff über die Felder. Es war dämmrig und sie fürchtete, dass es ewig so sein würde. Niemand lief ihr über den Weg. Sie wusste nicht, wie lange sie schon unterwegs war, aber es musste eine Ewigkeit sein.
Plötzlich gelang sie an einen Wald. Dort war es noch viel dunkler und nebliger, als es ohnehin schon war. Doch wo sollte sie sonst hin, wenn nicht hinein? Es würde sie eh niemand vermissen! Und so ging sie auch in den Wald. Es war noch kälter und dunkler, als sie es sich vorstellen konnte. Ihr war kalt und sie fror. Ihre Jacke wärmte schon lange nicht mehr und ihr Schuhe waren durch den langen Weg ganz durchnässt. Sie war froh, einsam zu sein und doch war es ihr zugleich unbehaglich. Überall im Wald knackste es, sie erschrak und blieb stehen! Es war nichts zu hören, außer das rascheln der Äste, welche sich im kalten Wind bogen. Die dunklen, kalten Bäume starrten sie an. Sie fühlte sich beobachtet. „Sei nicht albern“ versuchte sie, sich selbst zu beruhigen und ging weiter. „Es ist niemand dort“.
War dort tatsächlich niemand? War sie alleine? Konnte sie der Ruhe trauen, welche sie umgab?
Ihr Schritte beschleunigten sich. Sie sah ihren Atem im Nebel weiß hervorstoßen. Plötzlich rannte sie. Sie rannte, so schnell sie konnte! Wollte weg! Das Knacksen wurde immer lauter und bedrohlicher. Waren es ihre Schritte?
Die Bäume schauten gefährlich und gierig auf sie herab, während sie lief. Sie konnte gar nicht mehr aufhören.
Sie lief immer tiefer in den Wald.
Völlig außer Atem gelang sie an eine Hütte. In ihr brannte ein Licht. Verängstigt schaute sie sich um. Es war niemand dort. Müde und außer Atem ging sie in das kleine Holzhaus. Sie legte sich in seine kleine Mitte. Es warm dort drin.
Sie fühle nichts mehr. Keine Angst. Keine Liebe. Keine Traurigkeit. Kein Hass. Keine Einsamkeit.
Sie schlief ein.
Sie wollte nie wieder wach werden.
Sie war allein.
Niemand vermisste sie.
Bis heute nicht.
Sie schläft nun für immer.
Nur in meinem Herzen hat sie ihren Platz gefunden!!!


