1. #1

    urban urban ist offline

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    G e d a n k e n

    Ich sitze hier. Sitze hier und bin unfähig die Dinge anzupacken, die angepackt werden müssen. Antriebslos, traurig, enttäuscht und doch voller Hoffnung. Nur mein Körper ist wach, versorgt sich selbst mit den Nötigsten - kocht Kaffee, holt Wasser, geht aufs Klo, kocht. Immerhin ist die Infrastruktur für den Seelenschmerz gesichert. Und mein Kopf? Der hängt noch in den Gedanken aus der Nacht fest. Das Echo der letzten Träume hallt durch ihn durch. Utopische Sehnsüchte und die nüchternde Realität vermischen sich zum enttäuschenden Lebensbrei. Die Übergänge sind alles Andere als fließend. Alles ist binär, eine 1 oder eine 0. Hoffnung und Verzweiflung, Freude und Trauer.
    Ablenkung? Das Fernsehen kotzt einen an. Hardcore-Schlafen scheint eine kurzfristige Lösung zu sein. Der Realität entfliehen, es scheint so einfach. Doch der Moment des Erwachens, die 5 Sekunden in denen die Realität wieder zurück in den Kopf fließt – Horror. Schlafen ist zu gefährlich, das Risiko zu Träumen zu hoch. Das Risiko das zu erträumen, was man sich wünscht und doch nicht bekommt. Die Flucht in die Illussion. Du glaubst es gibt ein sadistisches Wesen irgendwo da draussen, eine Art Regisseur deiner Träume. Es macht ihm Spass dir das Vorzuführen, was du nicht hast. Er spielt mit dir. Du sagst noch im Traum “Kneif mich, damit ich merke, dass ich nicht träume”. Sie kneift dich in den Arm und verschwindet, löst sich langsam auf. Darauf hin wachst du auf. Schönes Ende für einen Film.

    Was bleibt? Wie ein Zombie auf den Sofa sitzen, mit der richtigen Musik im Schmerz baden.
    Was bringt's? Manche Leute nennen das Verarbeiten. Nach 4 Wochen Kummer nenne ich das Selbstmord auf Sparflamme.
    Und jetzt? Ich weiss es nicht.

    Zwischenzeitlich ruft sie an. Jetzt bloss nichts anmerken lassen. Sie möchte nicht wissen wie dreckig es dir geht. Belästige sie nicht mit deinen Problemen. Setze die Maske der Zufriedenheit auf. Übertreib es nicht. Es funktioniert erstaunlich gut, du bist selbst überrascht - sie kauft dir ab, dass du nicht schlecht drauf bist. Du meisterst sogar die Killer-Frage “Wie geht's dir?”. Einen kurzen Augenblick bist du stolz. Am Ende merkst du aber, wie armselig du bist. Und dann merkst du, dass sie die Maske der Zufriedenheit ist, die du aufsetzt. Mit ihr zu reden, sie zum Lachen zu bringen – das ist deine Droge. Du bist abhängig. Warum solltest du deinem Dealer in dem Moment, wo er dich mit neuen Stoff versorgt, blöd kommen? Natürlich lässt die Wirkung schnell nach, erst verabschiedest du dich freundlich, wünschst alles Gute, legst auf und findest dich dann auf den Sofa wieder.

    Wie lange soll das noch so weiter gehen? Du machst nichts für die Uni, die Klausuren rücken näher, die Wohnung verkommt. Es wird lange so weitergehen. Das weisst du und rüstest dich für den Kampf gegen die eigenen Emotionen. Dein melancholischer Musikvorrat wächst jeden Tag. Positive Musik erzeugt einen Brechreiz. Genauso wie all die glücklichen Paare aus deinen Bekanntenkreis. Du isolierst dich, kennst alle Pizzaboten mit Vornamen.

    Und ich dachte immer Liebe wär etwas Schönes...


  2. #2

    Zerstörer Zerstörer ist offline

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    Irgendwas drängt mich jetzt was dazu zu schreiben, aber mir fehlen die richtigen worte......

    Alles was du schreibst...... ist verdammt richtig!

    LEIDER

  3. #3

    JonasBrother JonasBrother ist offline

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    was soll man da noch zu sagen...

  4. #4

    laedty laedty ist offline

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    ja das stimmt das was du schreibst ist genau auf dem punkt gebracht so geht es mir immoment

  5. #5

    urban urban ist offline

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    OK, das ist traurig, diese Zustimmung.
    Habe auch nichts Aufmunterndes erwartet. Ich musste mein Gefühl einfach mal in Worte fassen und veröffentlichen.

  6. #6

    laedty laedty ist offline

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    immerhin weisst du jetzt das du nicht alleine mit deinen gedanken bist

  7. #7

    Zerstörer Zerstörer ist offline

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    Genau das sind die gedanken von ziehmlich vielen hier, leider auch die meinen......

    Ach ja.... was soll man tun.......?

  8. #8

    laedty laedty ist offline

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    viel kann man dagegen leider nicht dagegen tun was ich leider aus eigener erfahrung sagen muss mache nämlich gerade das durch nur das leider 2 kinder dazwischen stecken

  9. #9

    Jessica 75 Jessica 75 ist offline

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    Man muss sich aber wieder zwingen in die Normalität zurückzufinden. Ich weiß, dass es nicht einfach ist, aber sich hängen lassen schadet am Ende nur einem selber.
    Vor allem wenn die KLausuren näher rücken timido.
    Du mußt versuchen, dir nen Plan zu machen für den Anfang und an den hälst du dich egal was passiert. Nach ein paar Tagen kommt man wieder in den Tritt und alles geht schon ein bißchen leichter. Ich drück dir weiter die Daumen.
    Viele liebe Grüße
    Paula

  10. #10

    Puddingmaus Puddingmaus ist offline

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    ich hab gerade deinen beitrag gelesen, und exakt genau so geht es mir auch.... ich spiel auch eine rolle, funktioniere.... warte jede sekunde auf einen anruf, der nicht kommt.... aber mir machts ein bischen mut, das es auch anderen so geht, vor allem, das diese leute, in diesem falle speziell du, dieses gefühl so toll in worte fassen können.... ich kann das im moment noch nicht...

    ich wünsch dir von ganzem herzen glück und kraft, das es dir schnell besser geht, und du wieder licht siehst.... !!!!

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