1. #1

    faster faster ist offline

    Neuer Benutzer
    Mitglied seit
    23.05.2006
    Beiträge
    5

    In einem Moment der Ruhe dankbar, sonst einfach nur traurig.

    Hallo,

    ist schon seltsam sich im Internet so schnell und weit offen zulegen - aber irgendwie tut das auch gut.

    Ich find es wirklich toll wie vielen Menschen hier geholfen wird - auch wenn es oft nur kleine Kommentare sind oder manchmal große Erklärungen. Es sind viele gute und nachvollziehbare Gedanken dabei. Auch mir hat so manches schon geholfen hier - danke.

    Ich war mit meiner Freundin 15 einhalb Monate zusammen bis sie vor 5 Tagen schluss gemacht hat. Es war bisjetzt die tollste Beziehung die ich hatte. Eine Beziehung in der es für keinen ein Problem war sich sehr oft zu sehen - nein im Gegenteil, ich hätte sie jeden Tag sehen können und es wäre schön gewesen. Auch ohne einander einzuengen und sich Freiraum zu nehmen.
    Ein paar kleine Sachen stimmten nicht ganz in der Beziehung - das ist ja oft so - und im Nachhinein ist man immer schlauer. Jetzt ist mir auch sehr bewusst was. Zumindest zu einem teil.
    Wie auch immer - sie hat sich in einen anderen Kerl verliebt. Auf diesen war ich schon ca 3 Wochen eifersüchtig was ich sonst wirklich nie bin. Mein Herz ist mir bei sowas eine großoe hilfe da ich mich auf das Gefühl verlassen kann wann etwas stimmt und nicht stimmt. Tja und das ist bei rausgekommen.
    Die Entscheidung hat sie getroffen und eine tolle Beziehung geopfert. Sicherlich fiel ihr das nicht leicht und sie hat damit auch zu kämpfen.
    Seitdem quält mich der Schmerz jeden Tag und ich ess kaum noch was oder nur wenig. Ich liebe sie noch sehr und ich kann ihr nicht böse sein und hab ihr so schwer es mir auch fiel alles gute für die neue Beziehung gewünscht und dass sie da das findet was sie sucht.
    Das war nicht einfach aber da ich eigentlich nur will dass sie glücklich ist, ist das das richtige. Auch wenn ich dafür "bluten" muss.

    Gestern habe ich mir mal eine Pause gegönnt und bin mir 2 Bier und einem Tütchen mit dem Rad zur Elbe gefahren (nein, hier kommen keine Drogen-Eskapaden - man kann durch aus vernünftig und verantwortungsvoll mit sowas umgehen) und mir erstmal das Dunkel-Werden über der Stadt angesehen. Nur ich allein.
    Ich hab mir ein Bier aufgemacht, Musik angemacht (Finn hab ich gehört. Das ist so traumhafte Musik. Und danach Sigur Rós was auch einfach nur schön ist) und nachgedacht. Nochmal geweint und die Trauer rausgelassen und mir wurde klar dass ich wirklich dankbar sein kann für das Gefühl welches ich ihr entgegenbringen kann. In diesem Moment war ich wirklich froh darüber das Gefühl zu haben, nicht traurig, nicht unglücklich. Ich war einfach da, eine werdende Nacht um mich und ein Gewitter am Horizont.
    Auch wenn ich es bisjetzt verhältnismäßig gut geschafft hab mich nicht zu melden und ihr die Ruhe zu geben die sie brauch um Abstand zu gewinnen habe ich ihr eine SMS geschrieben und mich ernsthaft dafür bedankt sie zu kennen und mir ihr eine so schöne und lange Zeit verbracht zu haben. Ganz ohne Wehleid und Trauer. Ich hoffe sie hat mir das in dem Moment geglaubt und nicht als "Ich will dich zurück und koste es was es wolle - SMS" gesehen.
    Was haltet ihr davon? War das ok oder hätte ich das lassen sollen? Die SMS war wirklich mit keinem "Du fehlst mir", keinem "Ich liebe dich" etc. gespickt.

    Natürlich will ich die Beziehung wieder. Aber mir ist durchaus klar dass sowas nicht so einfach geht - auch aus meiner Erfahrung. Ich denke wenn man mit einem Ex-Parnter (ach wie ich das Wort hasse...Ex...das klingt so fern, so weg, so kalt) wieder zusammen kommen will geht das nicht auf Basis des gemeinsam erlebten, sondern muss meiner Meinung nach wie eine neue Beziehung entstehen in der man schon vorteile hat durch eben gemeinsame Erfahrung.
    Daher habe ich folgendenen "Plan" (hui, noch so ein "unromantisches" Wort *g*). Ich muss zur ruhe kommen und meinen Schmerz abklingen lassen, darf nicht versuchen ihr zu schreiben, sie zu sehen, etc. Daher bin ich für sie auch im ICQ invisible (vielleicht sollte ich sie für mich auch invisible machen - um nicht zu sehen wann sie online ist). Man muss ja erstmal abstand gewinnen. Dummerweise studieren wir das gleiche und da wird ein hin- und wieder sehen nicht ausbleiben. Aber auch da soll ich glaube eher nicht traurig und verletzt schauen sondern eher ihr ein Lächeln entgegen bringen. Auch wenn ich ihrem neuen Freund doch eher nur einen bösen Blick zuwerfen kann (der nat- auch mit uns studiert).
    Und vielleicht kann man sich in 2 Monaten oder so wieder langsam annähern. Bis dahin ist vielleicht der Schmerz weg und man kann Abends mal wieder reden und sich treffen und etwas neues aufbauen. Man quasi vollkommen neu anfängt. Bis dahin heißt es aushalten und vor allem durchhalten und sich nicht fallen lassen in die Trauer - was viel zu oft passiert.
    Nur Musik, Freunde und das Klettern holen mich raus aus diesem Loch. Aber immerhin etwas.

    Was haltet ihr vom dem ganzen? Von dem "Plan", etc.?
    Der Plan ist ja jetzt nicht so zu verstehen dass ich das mir wirklich so in den Kalender schreibe oder so, sondern vielmehr meine Gedanken zum zurückbekommen. Vielleicht sieht in 2 Monaten auch alles anders aus. Aber wenn ich dann immernoch eine Beziehung mit ihr will dann doch wohl so, oder?

    Danke euch. Und es ist wirklich wohltuend mal einfach das alles aufzuschreiben und Meinung zu hören.

    FinnFriend

  2. #2

    schnecke_im_baum schnecke_im_baum ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    15.05.2006
    Beiträge
    1.467
    hi finnfriend,
    klingt, als waerst du auf nem guten weg.
    tu was fuer dich, was dich gluecklich macht, unabhaengig von ihr.

    mum sind auch klasse...

  3. #3

    Walbi Walbi ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    23.02.2006
    Beiträge
    447
    Hi finnfriend....dein "Plan" klingt gut - aber er kostet sehr viel Kraft...ich ziehe das gerade so ähnlich wie du durch, auch ich bin der Meinung, dass man ganz neu zusammen anfangen muss, damit es was werden kann...ich weiss nicht, wie es enden wird, ich hoffe nur, dass ich am ende auf die eine oder andere weise wieder glücklich sein kann...

  4. #4

    faster faster ist offline

    Neuer Benutzer
    Mitglied seit
    23.05.2006
    Beiträge
    5
    ja múm ist auch toll - nur ist das neben Sigur Rós eine Musik die ich oft mit meiner Ex-Freundin gehört habe. Manchmal verfällt man einfach in die Trauer und mann mus sich alles ansehen, alles anhören - alle Erinnerungen haben. Obwohl man weiß dass man sich damit ins eigene Fleisch schneidet macht man es - und das tut weh. Könnte echt schon wieder in die Welt rausschreien wie seh sie mir fehlt und wie sehr ich sie liebe.

    @cattlie: Schön dass ich nich allein der Meinung bin und auch andere das so versuchen. Es ist halt schwer so weit zu kommen dass man neu anfangen kann bzw. ist es schon schwer genug erstmal soweit zu kommen dass man wieder mit dem anderen reden kann ohne ständig daran zu denken wie sehr man den anderen doch liebt aber es in dem Moment einfach nicht sagen kann und sollte. Das ist alles so ein verdammter blöder Mist.

    Danke euch.

    Ich hab nochmal ne Verhaltensfrage. Meine Ex-Freundin (scheinbar muss ich mich mit dem "Ex" anfreunden...) hat in eineinhalb Wochen Geburtstag. Meint ihr es ist ok wenn ich ihr was kleines schenke? Sie hat sich mal ne kleine Wärmflasche gewünscht oder ne kleine alte Pfeffermühle - ist ja nix großes und auch nix was viel aufwand macht. Mein eigentliches Geschenk kann ich ja jetzt vergessen :-/.
    Ich will ihr ja wie gesagt nicht auf die nerven gehen, sie soll zu sich finden und abstand gewinnen. Sonst geht vieles nach hinten los - kann ich mir zumindest vorstellen. Ich muss ja vielleicht auch nicht an Ihrem Geburtstag bei Ihr aufkreuzen - ich würde die Sachen vielleicht mit einer kleinen Karte per Post schicken, oder was meint ihr?


  5. #5

    Walbi Walbi ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    23.02.2006
    Beiträge
    447
    Ja, kleines Geschenk finde ich in Ordnung, ich finde so etwas zeigt auch, dass man Respekt vor dem Anderen hat.
    Du wirst deinen Weg schon finden, ich finde Du schreibst sehr vernünftig. Klar ist alles Mist, ich lebe in diesen Alptraum nun schon 3 Monate, aber ich habe auch gelernt, dass manches sich halt nicht gleich auflösen wird. Es gibt Sachen, die brauchen einfach ihre Zeit, und dann ist auf einmal eine Lösung da, die wir auch annehmen können, egal wie sie aussieht..

  6. #6

    faster faster ist offline

    Neuer Benutzer
    Mitglied seit
    23.05.2006
    Beiträge
    5
    Danke für deine Antwort...

    Momentan brech ich wider fast zusammen unter dem Schmerz.... Klar weiß ich dass ich mich nicht melden sollte - aber das ist so schwer. Ich sitz mit Tränen im Gesicht vorm Computer und tagge MP3s mit Titeln wie "Du fehlst mir so verdammt sehr" etc. damit sie bei Last.fm so angezeigt werden und ich so Nachrichten übermitteln kann falls sie es doch lesen sollte.
    Mist - ich halt das glaube nich mehr aus.

    bye

  7. #7

    ~Regina~ ~Regina~ ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    24.11.2003
    Beiträge
    263
    Hey Du,

    wie du siehst bin ich schon ewig hier im Forum, wohlgemerkt mit einigen Pausen
    Und doch sind immer wieder Beiträge dabei, die mich irgendwie mehr berühren als andere, die mich an meine eigene damalige Zeit erinnern, die gut beschreiben, wie machtlos und elend man sich beim Liebeskummer fühlen kann...

    So auch deiner.

    Der Grund, warum ich hier gelandet bin ist nun schon fast vier Jahre her. Und trotzdem werde ich diese Wochen und Monate niemals vergessen. Niemals!

    Aber eins vorneweg...mir geht es wieder gut, auch wenn es lange genug gedauert hat. Aber nun zu dir.
    Auch ich finde, dass du ziemlich klar und vernünftig (sofern man in solcher Situation vernünftig sein kann) schreibst. Einige Sachen sind dir also bereits bewusst geworden und du versuchst das Optimale für dich zu finden.
    Du wirst sehr bald merken, dass die nächsten Tage und Wochen ein ständiges Hin und Herr, Auf und Ab bedeuten.
    In einem Moment ist man ganz gelöst, befreit und mutig, will ein neues Leben starten, Kräfte sammeln, zuversichtlich in die Zukunft schauen....in der nächsten Sekunde fällt alles zusammen, der Schmerz überwältigt einen, der Magen verkrampft, einem wird übel, man bekommt Herzrasen und leidet bitterlich.
    Dass dies normal ist, wird dir kein Trost sein.


    Du liebst sie noch und das wird sich auch so schnell nicht ändern. Ich versuche den Leuten immer klar zu machen, dass ihre lieb gemeinten Ratschläge von wegen Vergessen, Neuanfang, Durchstarten, Abstand gewinnen etc. ...zwar alle gut sind, aber ihre Zeit brauchen.
    Selbst sowas zu lesen schmerzt unheimlich. Man will sowas nicht lesen und hören...man möchte von Hoffnung und Chance lesen. man möchte, dass dieser beißende Schmerz nur irgendwie kleiner wird.

    Das Notfallprogramm, dass ich dir rate anzuleiern, kannst du hier im Forum in etlichen Beiträgen studieren. Freunde, Gespräche, Sport...um nur drei Schlagwörter zu nennen.
    Ich bin damals (man das klingt wie ne Omi ) 3-4 mal die Woche zum schwimmen gerannt, nur um einige Minuten den Schmerz "unterzutauchen". Sonst wäre ich wirklich durchgedreht!!! Wenn man wie ich 6 Jahre einen Menschen sehr, sehr geliebt hat, dann kämpft man einen langen Kampf...

    Ich, wir...wissen nicht, ob du noch eine Chance hast. das weißt du vermutlich selbst nicht. Fakt ist aber, dass der geliebte Mensch, wenn er denn wirklich einen Neuanfang möchte, sich in irgendeiner Weise bemerkbar machen wird. So denke ich jedenfalls. Das Geburtstagsgeschenk ist okay...aber ansonsten...Abstand...so herzzerreisend das auch ist.

    Für mich war es damals das allerschlimmste...nicht mewhr zu seinem Leben gehören zu dürfen...auf einmal ging mich sein Leben nichts mehr an...ich war außen vor...einfach so.

    Ich habe gelitten...Monate, gar Jahre...weil ich nicht akzeptieren konnte, dass man sich erstmal völlig, auch freundschaftlich lösen muss, um einen ehrlichen Neuanfang starten zu können. Eine Freundschaft funktioniert nicht, solange das Herz noch eine so große Rolle spielt. Bis das bei mir im Innersten angekommen ist hat es nahezu 2 1/2 Jahre gebraucht. Ich hoffe, du bist schlauer....und schneller
    Ich weiß, du hoffst...und diese Hoffnung will ich dir im Moment auch gar nicht nehmen, weil sie überlebenswichtig ist. Trotzdem rate auch ich dir so gut es geht Abstand zu halten...schon aus reinstem Selbstschutz!

    Liebe Grüße
    Loni

  8. #8

    bombo bombo ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    02.04.2006
    Beiträge
    125
    @ loni

    Toller Beitrag - schön geschrieben - gute Ratschläge - 1A.

    Ich hoffe nur, dass ich keine 2,5 Jahre abschließen muss )

    seb

  9. #9

    faster faster ist offline

    Neuer Benutzer
    Mitglied seit
    23.05.2006
    Beiträge
    5
    Vielen Dank Loni. Danke für deine Worte - da steckt viel wahres drin und zumindest fühl ich mich in meinem Denken bestätigt

  10. #10

    faster faster ist offline

    Neuer Benutzer
    Mitglied seit
    23.05.2006
    Beiträge
    5
    Hallo,

    gestern Abend haben wir uns nochmal getroffen um miteinander zu reden. Das war wieder der erste Schritt in Richtung "normales" Verhalten zu einander - sprich nicht immer mit trauer.
    Das war wirklich sehr schwer da ich auch gemekert habe in dem Moment gibt es keine Hoffnung. Sie ist mit dem anderen zusammen und in den Momenten mit ihm glücklich. Das macht mir ziemlich zu schaffen.
    Sie meinte dass sie sich wie 3 Menschen zu gleich fühlt. Mit ihm glücklich, mit mir traurig dass es vorbei ist und sonst noch manchmal völlig unabhängig von allem. Und sie muss hin und herspringen zwischen den Gefühlen.
    Was ich gut fand ist dass das Treffen von ihr ausging. Ich hab mich ja nicht gemeldet bei ihr und das ist schon gut so denk ich.

    Es war eben alles wie in der Beziehung nur das man sich anders verhält. Aber irgendwo gab es mir mehr Kraft dass ich weiß in dem Moment nicht Hoffen zu brauchen - auch wenn die Erkenntnis echt hart ist und im gleichen Moment zu wissen sie hat einen neuen Freund.
    Irgendwie halt ich es halt doch für möglich dass wir uns wieder annähern in 2 Monaten oder so. Obwohl ich mich da nich so sehr drauf versteifen will.
    Wir wollen uns immerhin hin und wieder treffen jetzt ohne dabei ständig in die Vergangenheit zu blicken. Das ist schwer und zumindest ich tu das sicherlich auch (hoffentlich ohne das zu sagen), aber nur so kann etwas neues entstehen denk ich. Aber was du sagst loni stimmt vermutlich - man muss sich, auch freundschaftlich, erstmal richtig voneinander lösen. Aber selbst sie nicht als Ferundin zu haben ist schmerzlich da sie einfach ein toller Mensch ist. Ich versuche das mit dem Abstand durchzuziehen aber ich wage zu bezweifeln es zu schaffen mich mit ihr gar nicht mehr zu treffen demnächst. Aber versuchen werd ich es (obwohl ich ja eig. das Gegenteil will) und das hab ich ihr gestern auch gesagt.
    Ach das ist alles so zerreißend....

    bye
    FinnFreund

Um auf "In einem Moment der Ruhe dankbar, sonst einfach nur traurig." antworten zu können, musst du nicht registriert sein.