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Engelsmaus
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- 04.12.2010
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Vernünftig oder glücklich sein - oder geht beides?
Hallo,
momentan weiß ich nicht mehr weiter und hoffe, dass ihr mir helfen könnt. Seit fast drei Jahren habe ich eine Beziehung mit einem Mann, mit dem ich mich absolut nicht verstehe. Als ich ihn kennen lernte, war ich gerade sehr unglücklich und dachte, dass ich mich eh nie wieder richtig verlieben könnte. Um ehrlich zu sein, kann ich nur schwer allein sein und so machte es mich glücklich, dass er bei mir war. Bereits am Anfang der Beziehung merkten wir aber, dass wir nicht gleich denken und auch keine gemeinsamen Interessen haben. Ich fühlte und fühle mich oft von ihm schlecht behandelt. Vielleicht liegt das aber auch wirklich nur daran, dass wir so verschieden sind. Normalerweise bin ich ein positiver Mensch, der sich über jede Kleinigkeit freuen kann. Aber er ist ständig schlecht gelaunt und meint, er könne sich „von Natur aus“ über nichts freuen. Damit zieht er mich immer runter. Zu Beginn der Beziehung stand er kurz vor dem Examen und ich schob sein Verhalten auf die schwere Zeit, die er gerade durchmachte. Dann fiel er durch das Examen durch und somit hatte ich wieder eine Erklärung für seine schlechten Launen.
Eigentlich hatten wir nur gemeinsam, dass wir beide auf dem Land leben und eine Familie gründen wollten. Ich hoffte immer noch, dass alles gut werden könnte, mal abgesehen davon natürlich, dass man sich auch irgendwie aneinander gewöhnt hatte. Und so willigte ich auch ein, dass wir gemeinsam ein Grundstück kauften und ein Haus bauten. Ja, ja, ich weiß, das war wohl mehr als naiv!
Inzwischen ist das Haus kurz vor der Fertigstellung und unsere Beziehung läuft immer mehr aus dem Ruder. Wir streiten oft und heftig. Wenn er mal wieder Stress mit irgendwas hat, lässt er den an mir aus, beschimpft mich, ist abweisend und ungerecht. Zum Beispiel wollten wir einmal ins Schwimmbad fahren und ich freute mich wirklich sehr darauf. Wir fuhren also los und nach 20 Minuten Fahrt kam eine Baustelle. Mein Freund schrie mich aus heiterem Himmel an, dass ich das hätte wissen müssen. Als ich ihn fragte woher ich das hätte wissen müssen, schmiss er mich aus dem Auto und meinte, ich könnte nach Hause laufen. Nach ein paar Minuten holte er mich zwar wieder ab, aber der Tag war danach mal wieder gelaufen. Er redete kein Wort mehr mit mir (wie meistens) und legte sich ins Bett und schlief. So ein Verhalten macht mich unendlich traurig und gleichzeitig wütend. Vor den Wochenenden habe ich extreme Angst, weil ich weiß, dass es wieder Stress und Streit geben wird. Momentan wird mein Freund immer abweisender zu mir. Bei einem Gespräch eben sagte er, ich hätte ihn sehr verletzt, er möchte mir aber nicht sagen, mit was. Allerdings wüsste ich schon gerne, was das gewesen sein soll, denn wir haben uns seit einigen Tagen gar nicht mehr gesehen. Er meint aber, ich müsse akzeptieren, dass er nicht mit mir reden will.
Nun bekam ich vor etwa drei Wochen überraschend eine Mail von jemandem, mit dem ich zusammen Abi gemacht habe. Dies ist jetzt bereits 15 Jahre her und seit dieser Zeit hatten wir keinen Kontakt mehr. Damals wollte ich was von ihm, aber irgendwie wurde nichts daraus. Seit der ersten Mail schreiben wir uns regelmäßig und verstehen uns dabei blendend. Von seiner Seite kommen auch viele Annäherungsversuche (die aber auch spaßig gemeint sein könnten). Er weiß, dass ich einen Freund habe und soweit ich weiß, hat er aber keine Freundin oder Frau. Ich habe meinem Freund gegenüber ein schlechtes Gewissen, weil ich einem anderen schreibe. Aber ich freue mich täglich mehr über die Mails und merke, wie viel es mir bedeutet, mit jemandem zu kommunizieren, der mich versteht und auch mit mir Späße machen kann.
Ich mache mir viele Gedanken, ob ich ohne meinen Freund glücklicher wäre. Mit dem Grundstücks- und Hauskauf haben wir uns allerdings sehr aneinander gebunden. Aber ich weiß nicht, wie lange ich es in dieser Beziehung noch aushalte, wenn es so weiter läuft. Ist es denn wirklich richtig, aus reiner Vernunft und des Geldes wegen unglücklich zu sein? Vielleicht wäre es aber auch richtig, für die Beziehung zu kämpfen und eventuell wird mit der Zeit doch noch alles besser. Wenn ich allerdings aus lauter schlechtem Gewissen es nie zu einem Treffen zwischen mir und dem Mail-Schreiber kommen lasse, werde ich mir vielleicht immer Vorwürfe machen, die eine große Chance verpasst zu haben. Inzwischen bin ich total verwirrt und weiß wirklich nicht mehr weiter. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Vielen Dank für eure Hilfe!
- UnregistriertGast
Liebe Engelsmaus,ich spreche aus Erfahrung...Dein Freund passt nicht zu dir,es wäre falsch eine Familie mit ihm zu gründen!
Das Finanzielle mit dem Haus kann man regeln...auch da spreche ich aus Erfahrung.
Ehen kann man auch scheiden lassen und Familien auseinanderreißen,aber muß es soweit kommen?
Höre auf dein Gefühl und beende die Beziehung zu deinem Freund.
Erst dann wirst du offen für etwas neues sein...
Egal,ob es der Bekannte oder jemand ganz anderes sein wird.
Ich wünsche dir eine richtige Entscheidung!
Liebe Gruß
- IchbinhierGast
Hallo Maus
Paartherapie …
Sei mir nicht böse, aber darauf zu hoffen, dass er sich mal ändert ist ein Wunschgedanke. Wenn er so unglücklich mit seinem Leben ist, dann muss er sich ändern und nicht du! Das mit deinem Mailfreund zeigt dir auch mal eine andere Seite. Dass ein Mann auch anders sein kann. Du schreibst ja selbst schon, dass du nicht weißt, wie lange du das noch aushältst. Ich glaube dass diese Grenze schon länger überschritten ist. Ok, ihr habt euch mit einem Haus gebunden, aber seit nicht verheiratet oder? Das kannst du noch als Glück werten, sonst würde es noch komplizierter sein. Vielleicht ist das auch sein Druckmittel, damit er seinen Launen freien Lauf lassen kann.
Was ich dir aber nicht raten würde ist, dich von einer Beziehung in die Andere zu stürzen. Dein Mailfreund scheint ein netter und lustiger Typ zu sein, was du echt gut brauchen kannst. Doch du bist momentan in einer anderen Situation, die zuerst der Klärung bedarf. Demnach kann nichts Gutes dabei raus kommen, wenn du es wieder so machst, wie bei deinem jetzigen Freund. Aus einer unglücklichen Situation, damit du nicht alleine bist, die ich die nächste Beziehung zu stürzen.
Ich will dir keinen Ratschlag geben, denn das muss man mit sich selbst ausmachen. Ich möchte nur sagen, wie ich handeln würde. Ich würde ihm eine Paartherapie als Ausweg vorschlagen. Ich würde ihm sagen, wie ich mich fühle und dass ich dies als einzige Möglichkeit sehe, in Zukunft glücklich miteinander leben zu können. Mir wäre klar, wenn er darauf nicht eingehen will, dass er nichts für die Beziehung übrig hat und dann würde ich es durchziehen und meine Wege gehen. Dann hättest du auch Jemand an deiner Seite, sprich deinen Mailfreund mit dem du darüber reden/schreiben kannst. Wenn du gerne liest, dann gibt es auch für sowas gute Bücher, wie man wieder sein eigenes Leben glücklich gestalten kann. Auf keinem Fall kann es richtig sein, wenn du so empfindest, dass du dich schlecht behandelt fühlst. Der Körper meldet sich immer, wenn etwas nicht stimmt, das ist uns angeboren und soll als Schutz dienen. Je länger man sich in einer unglücklichen Situation befindet, desto schlechter geht es uns und es wird nicht leichter.
Ich hoffe wieder von Dir zu lesen und wünsche dir viel Mut!
Ganz liebe Grüße!


