1. #1

    dannycologne dannycologne ist offline

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    11.02.2011
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    Wie soll es weitergehen?

    Hallo,

    vor einigen Monaten lernte ich ein Mädel kennen, wobei ich von Anfang an von ihr erfuhr, dass sie Agoraphobie hat ... also eine angst- und Panikstörung, was eine psychische Erkrankung ist. Sie lebt seit Kindsalter damit, erfolgreich therapiert wird das ganze seit über einem Jahr...dort wurde nun wohl "generalisierte Angst" diagnostiziert. Teils hat sie auch depressive Phasen und permanent Krankheitsangst. Insgesamt hat sie sogar Angst, ihre Familie zu besuchen.

    Schon sehr früh haben wir beide eine Beziehung begonnen und ich habe immer versucht, sie zu unterstützen. D.h. zu loben, wenn Sachen geklappt hatten, die früher nicht möglich waren oder sie auch (ohne Druck) zu ermutigen, wenn sie wieder nen rückschlag hatte. Das verlief bisher alles ganz gut – wenn auch immer wie auf ner Achterbahn. Rauf und runter. Zuletzt hatte ich das Gefühl, dass wir beide, aber vor allem sie selber das immer besser in den Griff bekommt. Angstfrei sicherlich nie, aber die angstfreie Zeit wurde länger...je nachdem, wieviel Stress sie hatte oder ob irgendwelche Termine anstanden.

    Vor guten drei Wochen kam sie dann zu mir und sagte, sie wäre unsicher, ob das eine Beziehung wäre, wo man sich vorstellen kann "miteinander alt zu werden"...sie wüsste gar nicht, was sie wolle und wäre total durcheinander. Es hätte nix mit mir zu tun, das Problem wäre nur bei ihr. Da hat mich selber wie ein Schlag getroffen, da wir eine tolle Zeit miteinander hatten und es sehr vertraut war. Sie fühlte sich laut eigener Aussage auch total wohl bei mir...und nun sollte sich das geändert haben. Wir vereinbahrten, uns einen Monat nicht zu sehen...damit jeder sieht, was man an den anderen "vermisst" (oder im krassesten Fall nicht). Wir telefonierten in der letzte Zeit ausschließlich. Ich habe den Kontakt auch nur darauf beschränkt (bis auf ganz wenige Mails), damit sie erkennt, was unsere Beziehung auch schönes hatte.

    Nun hat sie sich in ihrer Krankheitsangst und Panik in den letzten Tagen so tief reingesteigert, dass sie (wie sie sagt) genauso kraftlos und kaputt wäre, wie vor der Therapie. Es schlägt direkt auf den Körper (Magen, Kraftlosigkeit, Übelkeit, Schwindel)..als hätte sie einen Marathon hinter sich. Ein Grund, weshalb sie gerade wieder nicht arbeitet, vor der Therapie soll sie wohl mal drei Montate nicht arbeiten gegangen sein. Sie hat so große Panikattacken, dass sie niemanden sehen will – auch mein angebot, dass ich kurz nach ihr sehen möchte, hat sie abgeblockt ... und steigert sich in den Gedanken "Dass das alles nix gebracht hat". Ich muss sie förmlich zwingen, mit ihrer Therapeutin zu telefonieren...denn dann müsse sie ja vielleicht in die Praxis fahren. und hierzu fehle die Energie. Außerdem habe sie permanent Panikattacken...sie hätte Angst, verrückt zu werden und dann in eine Anstalt zu müssen.

    Ich weiß im Moment nicht so recht, was ich machen soll. Meine Hilfe nimmt nicht an (auch wenn ich nur seelisch unterstützen kann, Hilfe kann nur die Therapie geben), sie grübelt und grübelt und grübelt...am liebsten würde ich sie ins auto verfrachten und jeden Tag nun zu der Praxis fahren. Ich hatte immer das Gefühl, ihr viel Kraft geben zu können...und das hat auch immer irgendwie geklappt. Aber gerade fühle ich mich etwas überfordert und weiß nicht, was ich tun soll.

    Da sandere Problem ist, dass schon bald dieser unerträgliche Monat um ist, wo wir die "Beziehungspause" einlegen. Ich habe mich bereits über Wochen gequält, diese Zeit durchzuhalten...diese Ungewissheit macht mich fertig. In der letzten Zeit werde ich zwar wieder mit Kosenamen etc. angesprochen, was einiges erahnen lässt ... aber Gewissheit habe ich nicht. Wenn ich andeutungen mache, wird das abgeblockt mit den Worten "Ich weiß, dass es dir gerade schlecht geht". Ich möchte gerne nächste Woche klären, ob unsere Beziehung nun weitergeht...und nun gab es diesen Rückschlag bei ihr.

    Ihr seht, das Problem bei uns ist ziemlich facettenreich...ich weiß gerade nicht mehr weiter. Ich hatte mit meiner Hausärztin mal darüber gesprochen, da ich mich auch irgendwie abgewiesen fühle (wenn sie alleine in ihren 4 Wänden sein möchte) ... sie sagte, ich solle mich total da raushalten (nicht nach der Krankheit googeln, keine Ratschläge ...), denn sonst wäre das das Ende der Beziehung. Ich würde irgendwann "uninteressant" werden. Ich hatte das zeitweise auch so gehandhabt und gar nicht darauf reagiert auf Fragen wie "sehe ich krank aus?"...und dann kann der Vorwurf von ihr "ich fühle mich alleine gelassen von dir". Es ist also eine unglaubliche Gradwanderung für mich.

    Was ist der richtige Weg nun?Ich liebe sie, würde gerne mein Leben mit ihr verbringen (trotz Handicap)...aber ihre Krankheit und ihr Verhalten macht das alles so schwierig. Ich brauche Gewissheit und ich muss wissen, was ich nun unternehmen soll ... untätig zugucken (wie meine Ärztin es sagte) ist nicht mein Ding.Was kann ich tun?

  2. #2
    Ichbinhier
    Gast
    Hallo danny …

    puh… Das ist mal ein starkes Stück, dies zu lesen und sich da einzufühlen!
    Was ich dir klar sagen muss, wir sind keine Therapeuten, nur normale Leute, die sich miteinander austauschen. Auf jeden Fall ist es toll, dass du hier geschrieben hast. Wobei dies in meiner Meinung nach in professionelle Hand gehört. Was nicht heißt, dass man der Ärztin Glauben schenken muss. Wenn ich was im Leben gelernt habe, dann doch dass man immer selbst suchen und schauen muss, wenn man sich oder Jemand helfen will. Ich hatte zwar keine Angstprobleme, bei mir waren es eher körperliche Beschwerden. Bei mir hatten die Ärzte nach einer Zeit auch nur gesagt, ich sollte mal in eine psychiatrische Klinik, um mich medikamentös einstellen zu lassen oder wieder zur Ruhe zu finden. Der Doc meinte, sein Kumpel der ebenfalls Arzt ist, ist auch für einen Monat selbst in eine Klinik und als besserer Mensch raus gekommen. Das war der Punkt, meine Grenze. Denn wenn die Ärzte nicht mehr wissen – was man tun kann, damit man wieder Gesund wird, dann muss man sich selbst helfen. Ich habe damals sehr viel im Internet gesurft und nach allem möglichen geschaut. Alles Mögliche an Ernährungsumstellung durchprobiert und bin dann bei einer Ernährung hängen geblieben, die mich ganz schön durch geräumt hat. Es war so wie beschrieben. Erst ging es mir schlecht und dann wurde es besser. Ich habe mir selbst geholfen und es hat funktioniert.

    Ich nehme aus deinem Schreiben an, dass ihr nicht zusammen gewohnt habt! Doch oft zusammen gelebt? Wieso seid ihr nicht zusammen gezogen? Dann hätte sie jetzt nicht flüchten können, was ich für besser halten würde. Da du Sie immer wieder aufgebaut hast und für sie so eine große Hilfe warst. Wenn sie jetzt für sich alleine ist, kannst du gar nicht spontan reagieren, was sie vielleicht gut brauchen könnte. Es ist keine Lösung, wenn sie sich mit ihrer Krankheit zurück zieht. Meine Erfahrungen zeigen deutlich, dass Menschen so immer kranker werden, wenn sie sich in die Hände der Allgemeinmedizin begeben. Es ist ein anderes Thema, dass diese Gesellschaft von den Krankheiten der Leute lebt. Es gibt so viele Berichte, wie z.B. der Codex Alimentarius (kann ich dir gerne gesondert, per Mail zuschicken), wo eine Frau die selbst Ärztin ist, über Dinge spricht, die eigentlich nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollen. Oder die Lehren von J. G. Schnitzer, der immer seine Quellen angibt, damit man einen Beweis hat, dass er keinen Blödsinn erzählt. Abgesehen davon, dass du dir dieses Wissen aneignen kannst, wäre es ratsam, dies auch für deine Freundin einzusetzen.

    Ich bewundere deine Liebe zu dieser Frau! Da kann ich nur neidisch sein. Was für ein Mann musst du doch sein, dass du sie trotz dieser doch schweren Probleme so gerne helfen möchtest und für Sie da bist. Halte fest an dieser Bindung, denn was Größeres gibt es nicht. Es gibt immer einen Weg, nur muss man diesen finden. Ich hoffe nur für euch, dass sie sich nicht von ihrer Therapeutin einreden lässt, dich auf die Seite zu schieben. Denn du bist und warst doch das Einzige, was ihr einen anderen Weg gezeigt hat. Vielleicht ist es sinnvoll ihr klar zu machen, die Zeiten zu bedenken, die ihr zusammen wart. Wie es da gelaufen ist. Denn wenn sie ein normales Leben ohne Krankheit führen will, sollte sie sich in diese Richtung begeben und nicht in die Richtung der Medikamente oder Kliniken. Was sie jetzt aber tut.

    Angst ist übrigens eine normale Reaktion vor Gefahren. Klar wenn sie solche Ausmaße annimmt ist es nicht mehr normal. Wenn du schreibst, dass sie auch arbeiten gegangen ist, scheint eher ein anders Problem aufzutauchen. Ich weiß natürlich nicht, was sie gearbeitet hat. Doch es ist nicht selten, dass die meisten mit ihrem Job überfordert sind. Vielleicht nimmt sie ihre Krankheit als Ventil, um keinen Job nachzugehen, der ihr keine Freude macht!? Ich kenne Frauen, die auch ihre Krankheit dafür hernehmen, um nicht arbeiten gehen zu müssen oder gewisse Dinge nicht tun zu müssen. Die eine hat ihre Lehre abgebrochen und es auf ihre Zuckerkrankheit geschoben oder lieber Kinder bekommen, damit sie noch ne Zeit daheim bleiben kann. Ich möchte Niemanden etwas unterstellen. Eher darauf hinweisen, dass es verschiedene Ursachen geben kann. Denn das ist der erste Schritt die Ursache zu wissen. Ärzte behandeln nur Symptome. Von daher ist klar, dass es so nie besser werden kann! Wenn es der Job ist, gibt es sicherlich auch Arbeit, wo man evtl. nicht mit Menschen arbeiten muss. Es macht auf keinen Fall Sinn, sich mit Medikamente kaputt zu machen. Jedes Medikament ist Gift für den Körper, das weiß man, wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt, wie diese wirken. Es ist nicht selten, dass Menschen dadurch unreparable Schäden nach sich ziehen.

    Deine gesunde Einstellung die Hände nicht in den Schoß zu legen, ist ein guter Anfang!
    Ich hoffe dir damit etwas geholfen zu haben!

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