Thema: Hört das jemals auf?
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Pretender
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Hört das jemals auf?
Mittlerweile sind es schon einige Monate ohne ihn, doch ich habe mich so sehr in meine Arbeit vertieft, dass ich gar nicht merkte, wie die Zeit raste. Erst jetzt registriere ich so richtig, dass er niemals zu mir zurückkommen wird.
Ich höre die "Hymne" wie ich sie nenne rauf und runter und versuche mir einzureden, dass es wirklich so ist "I ain't missing you" von John Waite.
Es war auch nicht wirklich eine lange Zeit, die wir miteinander verbrachten...aber diese Zeit war so intensiv, wie ich sie noch nie zuvor erlebt habe. Jetzt, nach ihm frage ich mich, ob ich überhaupt jemals zuvor verliebt war bzw geliebt habe.
Er war einfach wie für mich geschaffen. Er, seine Art, sein Körper...alles harmonierte bis ins kleinste Detail. Er fühlte mich, kannte mich, wir verstanden uns ohne Worte. Ein Blick genügte..naja, ihr kennt das sicherlich.
Er fuhr hunderte von Kilometer, nur um für einige Stunden bei mir zu sein. Er vervollständigte mich, rief jeden Tag an, nur um meine Stimme zu hören, wenn wir einmal getrennt waren.
Ich lernte nach einigen Monaten seinen Sohn kennen und verstand mich auch Anhieb, wir fuhren zusammen in den Urlaub oder besser ich reiste für einige Tage nach, da ich arbeitstechnisch sehr eingebunden war. Es war so unendlich schön.
Und irgendwann kam die große Wendung und ich weiß bis heute nicht warum. Vielleicht habe ich nur in einer Scheinwelt gelebt? Ich kann einfach nicht glauben, dass ein Mann oder von mir aus ein Mensch Worte, Tränen, Gestiken und Mimiken über Monate hinweg einsetzen kann, nur um einem anderen später das Herz zu brechen, einfach aus einer Laune heraus.
Er sagte bei mir kann er sein wie er ist und das er das seit Jahren nicht mehr gefühlt hat, dass ich ihn vervollständige, dass er mich nicht verlieren möchte.
Und doch...fing er irgendwann an nachzudenken...sich zurückzuziehen. Er rief dann nur noch kurz an (zwar jeden Tag, aber nur noch auf dem Weg von A nach B) für gefühlte 5 Sekunden...ich wurde immer verzeifelter, da es außerhalb meiner Macht stand, dies aufzuhalten, da er mich nicht mehr an sich ranließ. Wir sollten uns dann einige Wochen nicht sehen (berufsbedingt)...er kam nach 3 Wochen für einige Tage zu mir...aber ich lag neben ihm und fühlte mich einsam, da er gefühlsmäßig so weit von mir entfernt war, nicht bei mir. Es tat fürchterlich weh. Er wollte mir nicht sagen, was ihn bewegt. Ich sagte zu ihm, dass er sich bitte entscheiden möchte, für mich / uns oder gegen mich / uns, was sollte ich tun? Er sagte, dass er einfach noch nicht bereit ist für eine Beziehung, aber er möchte mich nicht verlieren. Ich sagte, dass er sich Zeit nehmen soll...dass ich aber für ihn da bin, wenn er mich braucht. Er fuhr nach diesen Tagen wieder weg und ich fühlte, dass es das letzte Mal war, dass ich ihn sehe. Er rief mich nach 3 Tagen an und sprach mit mir, als hätten wir dieses Gespräch nie geführt. Ich litt entsetzlich, da ich bei ihm wirklich nicht mehr wusste, woran ich bin. Ich habe ihn nie gedrängt, mit mir über seine Vergangenheit zu sprechen, da er sich verschlossen hat, aber die hat ihn wohl irgendwann wieder eingeholt. Er sagte zu mir, dass er nunmal jemand ist, der vor "sowas" gern davonrennt, da er dafür gemacht sei, allein auf dieser Welt zu sein...Da ich aber merkte, wie ich an ihm kaputt gegangen wäre. In dem Telefonat fragte ich ihn, ob er wenigstens ansatzweise über das Thema nachgedacht hätte. Er sagte zwar ja, bat mich aber um mehr Zeit...klar hätte ich ihm diese Zeit geben können, aber ich weiß nicht, ob es etwas gebracht hätte...ich fühlte ihn nicht mehr und alles sprach gegen uns...die ständigen Trennungen wegen der Arbeit, das mangelnde Interesse seinerseits für uns zu kämpfen, ich bat ihn, mich nicht mehr anzurufen. Was er auch nicht mehr tat...
Es ist jetzt alles etwas verwirrend geschrieben und auch wenn ich von euch keinen Rat oder eine Antwort bekomme, tut es irgendwie gut, mal alles "niederzuschreiben". Ich kann natürlich nicht ins kleinste Detail gehen, da einfach zu viel passiert ist...aber was zählt ist, er ist weg und ich vermisse ihn.


