Hallo liebe Leute,

ich möchte euch um Rat in einer etwas komplizierten Sache bitten. Es geht dabei um mich und einen sehr guten Freund von mir, der gleichzeitig auch mein Trainer ist. Wir kennen uns schon ewig lange. Irgendwann kam es dazu, dass er mehr als Freundschaft für mich empfunden hat und eine Zeit lang beruhte das auch auf Gegenseitigkeit. Leider hat in dieser Zeit keiner den anderen im Klartext damit konfrontiert. Ich habe die Sache dann irgendwann für mich abgehakt. Er aber nicht.
Als ich eine Beziehung (nicht mit ihm) begann, hat ihn das am Boden zerstört. Das ging soweit, dass er in eine handfeste Depression (im medizinischen Sinne) abgerutscht ist und gut und gerne 2 Jahre gebraucht hat, um da wieder raus zu kommen. Ich habe während seiner Krankheit viele Fehler gemacht, die das Ganze für ihn noch schlimmer machten. Das kam daher, dass ich keine Ahnung hatte, wie ich mit seinem krankheitsbedingt völlig veränderten Verhalten umgehen sollte. Vieles von dem, was er tat, war für mich völlig unverständlich. Aber er konnte da nicht dafür, so wie ein Erkälteter nicht dafür kann, wenn ihm die Nase läuft.
So habe ich ihn während dieser Zeit eigentlich ständig im Stich gelassen, während er in meiner Person eig. immer nur jemand gesucht hat, bei dem er sich ausprechen konnte. Mit ihm zu sprechen wurde auch dadurch erschwert, dass mein damaliger Freund eifersüchtig auf ihn war.

Irgendwann ging es ihm wieder besser und er war wieder der Alte, wie ich ihn immer kannte. Meine Beziehung war später auch in die Brüche gegangen und wir haben uns ausgesprochen "neu angefreundet" und es war quasi wieder alles wie früher. Wir sahen uns wieder mehrmals pro Woche beim Training, fuhren zu Wettkämpfen und unternahmen dann und wann etwas zusammen. Seine Gefühle für mich waren allerdings immernoch vorhanden, hatten eine Depression, Jahre des Wartens und mein nicht immer nettes Verhalten überlebt. Die ganze Zeit hat er damit gelebt, sich ständig um mich gekümmert (was das Training anging) und ich weiß, er hätte auch sonst fast alles getan, worum ich ihn gebeten hätte. Sicher nicht nur wegen seiner Gefühle. Er ist einer dieser klassischen Helfertypen, die sich selbst immer hinten an stellen. Und nicht nur das macht ihn für mich zu einem sehr wertvollen Menschen.

Vor ein paar Monatan habe ich eine neue Beziehung angefangen (wieder nicht zu ihm). Über Ostern hat er das dann doch mitbekommen und mir geschrieben, dass er "etwas gemerkt" hätte und das er nun eine Entscheidung treffen müsste. Diese Entscheidung sieht wohl so aus, dass er aus meinem Leben zu verschwinden gedenkt.
Er nimmt keinen Kontakt mehr zu mir auf. An Tagen, an denen ich zum Sport gehe, verschwindet er, bevor ich komme und lässt uns uns selbst um das Training kümmern. Er tut das sicher nicht, um mir / uns eins auszuwischen, sondern um seiner selbst Willen. Ich weiß, wie schwer ihm das fallen muss, denn er ist ein guter Trainer, der immer mit seinem ganzen Herz an dem hängt, was er tut. Auch darum möchte ich ihn nicht verlieren. Es wäre wirklich ein großer Verlusst für mich.

Meine Frage ist nun, was ihr tun würdet. Einfach akzeptieren, was er tut, oder versuchen ins Gespräch zu kommen?
Meint ihr, er kann mich auf absehbare Zeit "abhaken" und mit mir zusammen sein, ohne sich damit weh zu tun?

vlg
Lolle