- GastGast
Ich verstehe die Welt nicht mehr....
Hallo!
Ich kann eigentlich überhaupt nicht mit Worten beschreiben, wie dermaßen schlecht es mir geht... Die ganze Zeit diesen dumpfen Druck im Bauch, man bekommt schwer Luft und bei jedem Gedanken an Sie kullert immer gleich eine Träne nach unten... Ich kann den Kopf nicht frei machen und möchte Sie unter keinen Umständen verlieren, denn Sie ist meine große Liebe....
Die etwas längere Geschichte:
Ich bin 28 und meine Freundin (ist Sie es noch?) ist 22. Wir sind jetzt fast genau 3 Jahre zusammen. Sie ist Halbschwedin und auch zweisprachig aufgewachsen. Wir haben bis genau letzten Sylvester zusammen in ihrer Wohnung gelebt und uns eigentlich täglich gesehen. Wir hatten auch öfters diese kleinen Streitigkeiten, die man eben so hat. Nur zwischendurch kamen auch schon größere Brocken, wie z.B. das Sie mir beim gemeinsamen Einschlafen plötzlichmit Tränen sagte, dass Sie sich von mir trennen möchte... Ganz aus heiterem Himmel... Vielleicht doch nicht ganz. Diese heftigen Aussagen kamen meistens nach einer Zeit, in der was häufiger wegen Kleinigkeiten gestritten hatten. Und wenn ich Sie fragte, wie Sie mir so etwas so plötzlich beim Einschlafen sagen könnte, meinte Sie immer, dass sich all die kleine Unstimmigkeiten bei ihr angestaut hätten und Sie irgendwann nicht mehr kann und das wir wohl doch zu verschieden sind und wir daher nicht zueinander passen. Aber in diesen Momenten konnte ich nie wirklich etwas dazu sagen, da ich immer zu schockiert war. Solche großen Zusammenbrüche Ihrerseits gab es in den letzten zwei Jahren ca. 5 Mal und teilweise wollte Sie mich auch eine Weile nicht mehr sehen aber das habe ich nie länger als zwei Tage ausgehalten und ich habe ihr dann meistens heimlich einen Liebesbrief und ein kleines Geschenk auf den Tisch gelegt und dann mal angerufen und dann wieder getroffen. Nach einem kurzen Gespräch haben wir uns immer wieder gefangen und waren beide glücklich uns wieder in den Armen halten zu können.
Jetzt ist Sie seit dem 02.01.2003 (also gleich nach Sylvester) nach Schweden gezogen und ich habe Sie noch zum Busbahnhof gebracht. Sie hat all ihr Hab und Gut zurückgelassen und ist mit nur einem einzigen Koffer losgefahren. Dies war schon immer Ihr Traum, den ich mit Ihr teilen möchte. Jetzt wohnt Sie dort erstmal bei Ihrer Oma, hat aber schon eine Wohnung in Aussicht. Ich habe damals schon gesagt, dass ich auf jeden Fall hinterher komme, muß halt nur noch meine Ausbildung bis Mitte März diesen Jahres zu Ende machen. Also sind wir dadurch 3 Monate auf Distanz und wir haben auch gesagt das das gar nicht so schlecht ist, denn das gibt der Beziehung einen neuen Schub, da man sich danach sehnt, den anderen wiederzusehen. Sie hat mir am Abschiedstag einen selbstgebastelten Kalender in Herzform mit über 90 Törchen (wie ein Adventskalender) für jeden Tag den uns nicht sehen gebastelt bis wir uns wiedersehen. Unter jedem Törchen steht eine auf uns bezogene Nettigkeit. Das tollste Geschenk, was ich jemals bekommen habe!
Jetzt ist schon über die Hälfe der Zeit vorüber und wir haben im ersten Monat jeden zweiten Tag fast eine Stunde telefoniert. In den ersten Wochen haben wir uns so unbeschreiblich nette Dinge erzählt. Nur wenn man so oft und lang telefoniert, hat man irgenwann keinen Gesprächsstoff mehr gehabt. Dann fing Sie in den letzten 3 Wochen immer an zu fragen, ob ich dies und das schon erledigt hätte (auch bezüglich meiner Schweden Nachreise) und immer wenn ich dann sagte, nein heute habe ich das nicht geschafft usw. kam schlechte Stimmung auf und Sie sagte dann das klappt ja eh alles nicht, da ich zu unfähig bin und noch gar nicht erwachsen genug sei...
Dies wurde in den letzten 1-2 Wochen immer Ende eines jeden Gespräches. Am Anfang ein richtig nettes Gespräch. Man hat halt die wenigen Neuigkeiten des Tages ausgetauscht und dann kam das wieder. Ich hatte in letzter Zeit schon fast Angst dort anzurufen, da ich mir dachte, hoffentlich wirds nicht wieder so. Und ihr plötzlich sagen: Laß uns doch jetzt nur noch einmal die Woche telefonieren konnte ich auch nicht. Das hätte ja dafür gesprochen, dass wir uns zu wenig zu erzäheln haben. Aber was will denn machen, wenn man nicht so den spannenden Alltag hat. Sie saß ja auch bisher nur von morgens bis abends bei Ihrer Oma rum und hat sich gelangweilt.
Jetzt haben wir gestern das letzte Mal telefoniert und Sie sagte: Sie wäre dort alleine gerade sehr glücklich und kann sich im Moment nicht vorstellen, dass ich nachkomme und wir wieder zusammen leben. Dann wäre alles wieder wie früher, mit Anmotzen usw., denn man ändert sich ja nicht wirklich. Und das alles wieder so ist, möchte Sie halt nicht, da Sie sich in solchen Momenten selbst nicht wieder erkennt. Ich wäre eher eine zusätzliche Belastung (sie hat dort sehr viel zu bewältigen: sehr knappes Geld, erfolglose Jobsuche, eigene Wohnung suchen usw.) und keine Unterstützung für Sie. In den letzten Wochen auf Distanz wäre ihr mehr und mehr aufgefallen, dass Sie mich nicht als Ihren Partner vermißt, sondern nur wie einen guten Freund und das wir auch vorher keine glückliche Beziehung gehabt hätten... Sie glaubt, dass es besser ist, dass wir uns trennen und das wir besser ertsmal nicht mehr telefonieren....
Und jetzt gerade auf diese riesen Distanz, nur übers Telefon, macht es so verdammt schwierig. Ich weiß nicht mehr weiter.
Vor 2,5 Wochen rief Sie doch erst noch mitten in der Nacht auf meinem Handy an und sagte mir weinend, Sie hätte 'Ich liebe Dich + meinen Namen' in den Schnee geschrieben,würde sich so einsam fühlen, würde mich unbeschreiblich vermissen und sich danach sehnen mich wieder zu sehen, mich zu berühren und Arm in Arm zu kuscheln.
Das alles nach nach drei langen sehr sehr bedeutsamen Jahren. Ich habe doch schon so gut wie alle Vorbereitungen zum Nachziehen nach Schweden getroffen: Schwedisch Kurs angemeldet, viel Papierkram wie die Aufenthaltsgenehmigung usw.. Ich bin doch so gut wie auf halben Weg bei Ihr! Kann man das verstehen? Ich nicht...
Aber kann mir denn vielleicht jemand helfen, dann ich möchte Sie unter keinen Umständen aufgeben, niemals!
Denn ich LIEBE Sie!!!
- Erfahrener Benutzer
MitDir
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Fahr einfach zu ihr,dann siehst du auch,ob es gut geht.
Vielleicht hat sie nur angst,weil sie noch nicht weis,was auf sie zukommt.
Vielleicht geht die Angst,wenn du bei ihr bist und ihr mal zusammen lebt,und sie sieht dass es gut geht (wünsche ich dir).
Wenn es nicht klappen sollte,kannst du ja wieder nach Hause.Aber dann weist du wenigstens,du hast alles versucht,und brauchst dir nie vorwürfe zu machen,dass du nicht bei ihr warst,und es desshalb schief ging.
Also nur mut und auf in den Kampf
Ich halte dir die Daumen,dass alles gut geht
- Neuer Benutzer
Sebastian 25
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- 22.02.2004
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Hallo, meiner Ansicht nach ist die Distanz ein großes Problem. Auch ich war mit meiner Freundin fast 3 Jahre zusammen, bis sie dann im Herbst zum Auslandssemester nach England ging. Dann lief es ähnlich wie bei dir, die Telefonanrufe wurden zäher und irgendwie gab es gewisse Alarmsignale. Nach zwei Monaten hat sie dann per Telefon auch Schluss gemacht und für mich brach eine Welt zusammen, ich hab das bis heute auch noch nicht hundertprozentig verkraftet. Auf jeden Fall denke ich, dass es anders hätte laufen können, wenn wir uns in dieser Zeit ein paar Mal hätten sehen können, sprich, ich sie in England besucht hätte. Hätte ich auch getan, aber wie es das Schicksal will, hatte ich den ganzen Herbst Examensprüfungen und konnte keine einzige Woche erübrigen...
Was will ich damit sagen? Ich würde auf jeden Fall rüberfliegen und schauen, wie es ist, wenn man plötzlich wieder zusammen ist. Allerdings würde ich in deiner Situation zumindest nicht alle Brücken hinter mir abbrechen, denn vielleicht klappt es ja wirklich nicht mehr. Aber versuchen würde ich es, denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass allein die Distanz einer Liebe schwer zu schaffen machen kann.
ich wünsch dir alles Gute.
Matthias


