- GastGast
ich weiß nicht ob ich es schon abschließen kann und wie es weitergeht.
Hi leute,
ich bin seit dienstag letzter woche nicht mehr mit meinem "freund" zusammen. wir haben uns im gegenseitigen einverständnis getrennt, weil es hauptsächlich sexuelle probleme gab, die von ihm ausgingen, über die er aber nicht reden wollte. nur wenn ich glück hatte, konnte ich ihn zu einem gespräch kriegen. es ging soweit, dass er sogar alltägliche zärtlichkeiten teilweise abgelehnt hat. ich hab am anfang nicht kapiert, warum er so reagiert hat sprich mich sexuell eineige monate abgelehnt. im nachhinein versteh ich das zwar, dennoch bin ich sehr verletzt weil ich meine ganze energie in unsere beziehung gesteckt habe. habe alles versucht, dass er wieder mehr lust hat usw. dadurch dass wir aber nie richtig im gespräch waren im bezug auf dieses thema, hat er sich "eingeschlossen" und ich war verletzt, und hatte auch immer das gefühl, ich würde allein versuchen an der beziehung etwas zu retten. ein stück weit ist es aber so, dass er durch sein sexuelles problem so introvertiert geworden ist. und irgendwie muss ich das ja verstehen, männer haben bekanntlich immer sehr stark damit probleme wenns beim sex nicht klappt und stehen da enorm unter druck. ich hab ihm bei unserem letzten gespräch vorgeschlagen mit ihm zusammen ,oder wenn er will auch allein, eine therapie zu machen. er hat das komplett abgelehnt und hat lieber die beziehung beendet, weil er meint es hätte keinen wert.
meine fragen an euch: denkt ihr er hat die beziehung lieber beendet, weil er so sehr angst vor einer therapie hat, oder ist die liebe zu mir nicht groß genug, denn letzendlich war das unsere letzte chance? oder aber die angst ist größer als die liebe, was heißt, dass sein problem tiefer in ihm drinsitzt als angenommen. irgendwann muss er aber diesen schritt gehen, denn er hat das problem schon seit 10 jahren, und ich versteh nicht, dass er dieses angebot nicht annimmt. seine entschuldigung war, dass er im moment keine kraft dazu hätte und dass unsere fernbeziehung (mit 100km) entfernung eine therapie erschweren würde. für mich ist das im bezug darauf wie groß meine liebe zu ihm ist keine entschuldigung. spätestens wenn eine beziehung daran kaputtgeht, und das war nicht die erste, muss ich doch was dran ändern. ich weiß, dass das leichter gesagt als getan ist...ich stell mir eine therapie verdammt schwer vor.
im moment hab ich das gefühl, dass für uns noch eine chance gibt, aber ich weiß nciht ob er das ganze vielleicht aus seiner angst heraus lieber schnell abschließt. und hiermit komm ich zu meiner zweiten frage an euch. er meinte vor einer woche, er wird mich abends noch anrufen, weil ich ihn mittags kurz angerufen hatte weil ich nur kurz was wissen wollte. er hat diesen rückruf vorgeschlagen, ohne das ich das erwartet habe, tatsächlich zurückgerufen hat er aber erst am samstag. auf meine mail die ich ihm noch geschrieben hatte, wie sehr er mir fehlt usw. hat er nix gesagt trotz dass ich ihn danach gefragt habe. ich dachte eigentlich dann nix mehr von ihm zu hören und nahm an, dass es mich mehr belastet als ihn. gestern schreib er mir eine sms. er fragte wies mir so geht und er hofft dass mir besser geht wie ihm. ich schrieb zurück, dass es mir gar nicht gut geht und stellte ihm absichtlich eine harmlose frage damit er antworten "muss". ich fragte nur ob er am kommenden wochenende daheim ist(sprich im elternhaus). leider bekam ich wieder keine antwort. langsam komm ich mir verarscht vor, von ihm kommt einfach nichts mehr zurück. ich denke mir halt wenn ich jemanden so vermiss und mir eventuell nochmal was vorstellen kann, lass ich doch jemanden nicht so warten wie er mich gerade. ich weiß einfach nciht wie ich mich im moment verhalten soll, weil entweder wir bleiben im kontakt oder wir lassen es ganz.
tut mir leid wenn manches etwas verwirrend rüberkommt aber alles konnte ich dann eben doch nicht aufschreiben, das wäre zu lange geworden.
würde mich sehr über ein paar antworten freuen und wenn ihr was nicht verstanden habt einfach fragen.
liebe grüße
- Erfahrener Benutzer
danco
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Hi du,
was du da beschreibst, klingt nicht sonderlich gut.
Ich denke, die Angst ist zu groß ... aber weniger die Angst vor einer Therapie denn scheinbar mehr vor sich selber. Eine Therapie ist bei ihm ganz offensichtlich zwingend angebracht, jedoch sind die 100km keine Ausrede dafür, weil er keine Paartherapie braucht sondern eine verhaltenstherapeutische Behandlung mit tiefenpsychologischer Vorarbeit. Seine Probleme scheinen von sehr tief zu kommen, auchw eil eure Beziehung, wie du schreibst, nicht die einzige ist, die seiner Probleme wegen in die Brüche ging...? Ich arbeite zeitweise mit traumatisierten Kindern zusammen, hauptsächlich Mißbrauchsopfern, und was du schreibst zeigt sehr eindeutige Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, also eines unverarbeiteten Erlebnisses in der Vergangenheit, in welcher Art das auch gewesen sein mag.meine fragen an euch: denkt ihr er hat die beziehung lieber beendet, weil er so sehr angst vor einer therapie hat, oder ist die liebe zu mir nicht groß genug
Es ist ein wahnsinnig schwerer Schritt, eine Therapie zu beginnen, Schwäche zuzugestehen, sich sagen zu können, dass man etwas selber einfach nicht mehr schafft bzw. selber nur noch schlimmer machen kann. Und es gibt leider auch niemanden, der ihn dazu bringen kann ausser ihn selbst, weil eine Therapie nur Erfolg haben kann, wenn man das selber möchte...
Faktisch erklärt das aber auch, warum er so sporadisch sich meldet: Das ist Unsicherheit, ein Nicht-Mehr-Wissen, was richtig und falsch ist.
Was mich interessieren würde: Kennst du die Ursache für seine Probleme oder kennst du nur die Symptome?
Ganz liebe Grüße & halt den Kopf oben
Khmer
- GastGast
hey khmer, vielen dank dir für deine antwort. die ursache für sein problem ist ihm selber nicht bekannt. er war schon bei x ärzten, schon bevor wir zusammen kamen, aber etwas organisches wurde nicht vorgefunden. er ist sich aber sicher, dass es auf jeden fall etwas organisches ist, aber auch die psyche eine rolle spielt. ich bin mir sicher, dass es nur die psyche ist.
ich weiß von nichts aus seiner kindheit oder jugend, was in richtung sexueller missbrauch geht. was vielleicht indirekt eine rolle spielen kann oder vielleicht sogar die ursache ist : seine eltern haben sich getrennt als er 13 war, diese trennung verlief nicht "harmonisch" ab. sein vater war zum damaligen zeitpunkt alkoholiker und er musste oft seine 4 jahre jüngeren bruder beschützen, in wie fern gewalt eine rolle spielte weiß cih aber nicht. das beschützen hab ich darauf bezogen, dass sein vater oft in besoffenem zustand seine bruder rumgefahren hat. außerdem hat er eine ziemlich enge mutterbindung für das, dass er 24 ist.
mit seiner ex freundin war er 4 1/2 jahre zusammen. ich weiß nur soviel, dass es da auch abgenommen hat mit seiner lust, ihn das aber kaum gestört hat, da eine gute freundschaft für ihn auch voll ok war, er war glücklich damit. er vermutet, dass sie wegen der sexuellen probleme schluss gemacht hat, vorgegeben hat sie aber sie liebe ihn nicht mehr.
denkst du also ich habe da im moment wenig chancen, was eine therapie oder auch ein nochmal zusammenkommen angeht?
danke dir nochmals und ich werds versuchen meinen kopf einigermaßen oben zu halten.
liebe grüße
- GastGast
und sorry, dass ich im falschen forumsthema drin bin, hätte eigntlich zu liebeskummer müssen.
gute nacht.
- Erfahrener Benutzer
danco
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Ich roll es mal andersherum auf:
Nein, solange er nicht wissen will, woher seine Probleme kommen, hat er auch keine Chance auf eine gesunde Beziehung und / oder eine Therapie.
Und du damit auch nicht.
Du könntest Anstrengungen unternehmen, ihn zurückzubekommen, vielleicht hättest du sogar Erfolg damit...aber die Situation würde sich nicht ändern. Denn solange dieUrsache für ein Problem nicht beseitigt oder wenigstens definiert ist, nutzt es nichts, an eventuellen Symptomen herumzudoktorn...sie werden immer wieder kommen.
Eine starke Mutter-Sohn-Bindung ist übrigens auch mit 24 keine ungewöhnliche Sache, denn scheinbar war seine Mutter für ihn immer ein Bezugspunkt und auch in der Zeit der Ehe "alleinerziehend".
Wie gesagt, wenn er Angst davor hat, zu ergründen, was los ist mit ihm wird er wenig Chancen haben, wirklich jemals eine wirklich erfüllende Beziehung führen zu können...
Versuch, ob du nochmal mit ihm reden kannst...mehr kannst du für ihn und für euch leider nicht tun.
Fühl dich umarmt,
Liebe Grüße
Khmer
- GastGast
Ich danke dir vielmals. aber wenn er sich auf einmal gar nicht mehr meldet, werd ich es, auch wenns weh tut und alles andere als einfach ist, es dabei belassen. sonst wird er so sehr bestätigt und merkt, dass ich ihm hinterherrenne. das wird mir dann nämlich echt zu einseitig, wie gesagt hab ich bis jetzt immer schon gekämpft.
wenn sich jedoch die möglichkeit nochmal ergeben sollte ein gespräch zu ihm aufzubauen, wie sollte ich dann deiner meinung nach an das gespräch rangehen?gleich mit einer therapie ankommen stößt wahrscheinlich auf ablehnung, und ihm klarzumachen wie sehr groß sein problem ist wird auch nicht funktionieren, geh ich zumindest mal davon aus.
drück dich ganz fest,sunny
- Erfahrener Benutzer
danco
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Hm, wie an so ein Gespräch rangehen...das ist für einen Laien eine schwierige Sache, denn du musst ihm verschiedene Dinge auf verschiedene Weise klar machen:
- ihm aufzeigen, was bisher in seinem leben schief gelaufen ist, ihm dabei zeigen, dass er die Ursache ist ... und das Ganze, ohne ihn anzuklagen (Ein Drahtseilakt)
- ihm versuchen zu vermitteln, was er in anderen auslöst, welche Schmerzen er verursachen kann, wiederrum ohne anzuklagen.
Es gibt für solche Gespräche eine Methode, die sogenannte SET-Kommunikation, wobei S für Support (Unterstützung, Ermutigung), E für Empathy (Einfühlungsvermögen) und T für Truth (Wahrheit, Grenzen) steht. Der Sinn dieser Methode ist ein konzeptioneller Gesprächsaufbau, der dem betroffenen das Gefühl vermitteln soll, wahrgenommen und verstanden zu werden, um die Türen zu öffnen die man braucht, um wichtige Botschaften loszuwerden; sprich also: Ihm klar erkennen zu geben, dass man 1. für ihn da ist, 2. ihn versteht um dann 3., wenn auf diese Art eine temporäre Vertrauensbasis geschaffen wurde, ihm seine Grenzen aufzuzeigen und Wege, diese Grenzen zu durchbrechen.
Solch ein gespräch ist schwer zu führen, bedarf einiger Übung, ist aber durchaus machbar. Man braucht eben wirklich viel viel Geduld...
Wenn du also in die Situation kommst und dich selber (!) stark genug fühlst, versuch es. Ein Gespräch zu erzwingen bringt ohnehin nichts, daher mach das tatsächlich nur, wenn es sich ergeben sollte. Und wie gesagt: Nur wenn du dich auch selber bereit dazu fühlst und dir im Klaren drüber bist, dass es evtl. nichts bringt!
Denk vor allem auch an dich, auch deine Wunden müssen heilen.
Sei gedrückt,
Ganz liebe Grüße
Khmer
- GastGast
ok, mal schaun ob er sich überhaupt nochmal meldet... wie gesagt er ist schwer zu einem gespräch zu kriegen...
dank dir für deine bemühungen!
was machst du genau von beruf? psychologie studiert?
- GastGast
und das mit der SET methode hört sich wirklich gut an. aber um absolut keine vorwürfe mehr einzubauen, müssen wirklich erst mal meine wunden ein stück weit heilen. außerdem bräuchte ich irgendwann mal ein feedback von ihm...was ja schon lange ausbleibt.
bin dir wirklich sehr dankbar, hat sehr gut getan mal fachlichen rat bzw. meinung zu hören.
- Erfahrener Benutzer
danco
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Erhm...nein, ich habe nicht Psychologie studiert, zumindest nich auf "herkömmlichem" Weg
Habe nur lange genug mit eienr Borderlinerin zusammengelebt, da hat man meist keine andere Chance als sich ein bissel mit dem Problem zu beschäftigen. Ausserdem arbeite ich ehrenamtlich beim Weißen Ring mit, also einer Opferhilfe, auch da gibts ab und zu Kurse. Bin aber in keiner Weise mehr als ein Küchentischpsychologe 
Was die "Vorwürfe" angeht: Letztendlich ist das ja der Sinn des Gesprächs, ihm zu sagen: Hör zu, das und das machst du falsch! Das Problem besteht eben darin, ihm den Vorwurf zu verdeutlichen ohne einen Vorwurf zu machen, also eine Argumentation zu wählen, die 1. Den Sinn der Aussage beinhaltet, 2. Ihn nicht als Gesamtwesen angreift, sondern nur den "Fehler" und 3. ihm keine Angriffsfläche zu bieten, an der er sich selber oder deine Persönlichkeit entwürdigen kann, also ihm eben nicht zu suggerieren: "Du bist schlecht" sondern "das ist schlecht", das ist ein kleiner, aber sehr wichtiger Unterschied.
Vorerst wünsch ich dir aber selber erstmal die Möglichkeit und die Kraft, loszulassen und deine eigenen Wunden zu versorgen.
Alles Liebe, sei gedrückt,
Khmer


