1. #1

    kas-sandra kas-sandra ist offline

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    02.04.2004
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    Einsam in 'nem fremden Land

    Hallo, ich hab jetzt seit einigen Tagen in diesem Forum gelesen und wenigstens gelernt, dass ich nicht die einzige bin, der's gerade ganz dreckig geht, dass hilft schon mal ein bisschen. Ich versuch auch einfach mal, meine Geschichte zu erzaehlen, eine Kurzfassung, sonsts sitze ich morgen frueh immer noch hier...

    ich hab vor 8 Jahren im Urlaub einen Englaender kennengelernt - aus der Urlaubsliebe wurde
    mehr, ich hab nach 6 Wochen meine 9-jaehrige Beziehung aufgegeben, weil ich das Luegen
    nicht mehr ausgehalten habe. Wir haben uns dann ein paar Mal getroffen, mal in England, mal
    in Frankreich, es gab viele streitereien (er war seit 20 Jahren verheiratet und war voller
    Schuldgefuehle seiner Frau gegenueber, hat seinen Frust darueber an mir ausgelassen). Nach
    9 Monaten hat er sich dann von seiner Frau getrennt und ist zu mir nach Deutschland
    gekommen - damals dachte ich, es waere eine "normale" Trennung, hab spaeter herausgefunden,
    dass er ihr irgendwas ueber Arbeiten fuer's Rote Kreuz in Afrika erzaehlt hat statt der
    Wahrheit.

    In Deutschland ging's dann weiter mit Streitereien, Eifersucht, Schuldgefuehlen, Minderwertigkeitskomplexen (Arbeitslosigkeit, kein Deutsch koennen), dazwischen aber immer
    wieder ganz tolle Zeiten, die mir wieder Mut gemacht haben. Nach knapp 2 Jahren sind wir dann nach England gegangen, allerdings in eine Stadt, die er
    auch nicht kannte. Fuer mich klappte es prima mit Arbeit, fuer ihn so-la-la. Aber wir haben ein Haus zusammen gekauft, hatten viel Spass beim Renovieren (dachte ich zumindest) und viel Spass, die Gegend zu entdecken. In den ganzen 5 Jahren seitdem haben wir's allerdings nicht geschafft, einen Freundeskreis aufzubauen, also immer nur zu zweit, was die meiste
    Zeit auch sehr gut lief - und ab und zu hat er auch da wieder Streit angefangen, allerdings nicht so oft wie in Deutschland. Hat immer wieder den Job gewechselt und sich immer drauf verlassen, dass ich ihn in der Zwischenzeit unterstuetze.Konnte nie damit leben, wenn's mir mal schlecht ging (Arbeitslosigkeit, meine Mutter hatte Krebs), hat dann immer mit
    Agressionen reagiert. Zwischendurch haben wir irgendwann geheiratet, aber auch da wusste
    ich nicht genau, ob sein Herz wirklich dabei war.

    Letzten Sommer fing dann der Anfang vom Ende an - erst fing er an, auf Montage zu gehen und
    hat offensichtlich die Zeit mit den Kumpels sehr genossen, waehrend ich die ganze Woche
    hier zu Hause sass - dann kam er im Juni mit Verdacht auf Herzanfall ins Krankenhaus, darauf folgte dann eine ganz ausgewachsene midlife crisis. Im Oktober ging er das erste Mal, mit irgendwelchen merkwuerdigen Begruendungen - wir wuerden ja nix aus unserem Leben machen, das wuerde ja einfach nur vorbeigehen etc. Als klar wurde, dass meine Mutter wieder
    Krebs hatte und sterben wuerde, kam er 6 Wochen spaeter zurueck, begleitete mich nach Deutschland, war bei der Beerdigung da - allerdings keine grosse Hilfe, eher zusaetzliche Belastung. 4 Wochen spaeter war eine Nachricht auf unserem AB "I love you so much", nach einer Konfrontation reagierte er erleichtert, dass ich jetzt endlich von seiner Freundin weiss und verschwand.

    5 Tage spaeter kam er wieder (wie er jetzt sagte, nach einem Streit mit ihrer 14jaehrigen Tochter), versprach, dass das alles vorbei ist und einfach ein grosser Fehler war.

    Ich hab's geglaubt, die ersten Weihnachten ohne meine Mutter mit ihm verbracht und genossen, im Januar haben wir in Mexiko einen tollen Urlaub verbracht, danach fast ein neues Haus zusammen gekauft, viel Spass gehabt (dachte ich), auch im Bett war's nach wie
    vor ganz toll oder sogar besser als je zuvor und mitten in dieser Zeit eroeffnete er mir dann, dass er aber die andere so sehr liebt, dass er jetzt gehen muss - dass war vor 4 Wochen und ich hab immer noch Probleme, irgendeinen Sinn aus dem ganzen zu machen, es ist
    alles einfach so verrueckt...

    Und jetzt sitze ich hier in England, kenn keinen Menschen und weiss nicht mal, wo ich in Deutschland hin sollte - ausser meiner Mutter gibt's da keine nennenswerte Verwandschaft, ein paar Freunde ueber's ganze Land verstreut.

  2. #2
    Gast
    Gast
    Liebe Tina,

    oh je, ich find Deine Geschichte ganz schön bedrückend. Eure Beziehung bestand ja aus Höhen und Tiefen aber gerade dadurch scheint Ihr sehr eng zusammengewachsen zu sein. Bis zu dem Punkt als es dann für ihn vorbei war. Leider ist es wohl immer so, dass man gegen einen neuen Partner kaum ankommt. Das Neue scheint immer reizvoller zu sein als das Alte, Beständige. Das finde ich sehr schade. Aber er scheint das was Ihr hattet nicht zu schätzen zu wissen.

    Wie geht es Dir denn jetzt? Hast Du die Kraft und die Motivation um ihn kämpfen zu wollen?

    Und ganz wichtig: Gibt es wirklich niemanden an den Du Dich wenden kannst? Keine Freundin oder Bekannte? Denn gerade in solch einer Situation ist der Halt von Freunden unendlich wichtig.

    Ich mache gerade ein Auslandsemester und stecke mitten in einem unsagbaren Liebeskummer. Aber ich habe meinen Freundeskreis in Deutschland, der mich versucht von dort aus zu unterstützen. Auch wenn ich mich hier manchmal allein fühle hilft mir das ungemein.

    LG Stitch

  3. #3

    Klein but OHO Klein but OHO ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    24.11.2003
    Beiträge
    459
    Das ist wirklich nicht einfach!!! Aber ich würde zuerst einmal zurück nach Deutschland gehen. Als ersten Schritt.

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