1. #1
    Gast
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    Es geht weiter....

    Nun denn, wo soll ich beginnen. Letzen Monat ging eine Beziehung in die Brüche. Ich beneide Menschen, die einfach so mir nichts dir nichts weitermachen können. Ich nehme jede Beziehung, sei sie nun freundschaftlicher oder amouröser Art, sehr ernst. Mein damaliger Freund entschied sich, Karriere zu machen, zu reisen. In diesem engen Terminplan hatte ich keinen Platz mehr.
    Ich kann mit einem Ende leben und ich habe noch so viele Enttäuschungen erlebt. Man verkraftet vieles. Was ich nicht verstehe, wie sich über 30-jährige Menschen in Momenten der Ratlosigkeit oder wie sie auch immer die Situation beschreiben würden, in der sie sich wieder finden, verhalten wie unreife Kinder. Wie der grösste Gentlemen und erfolgreichste Business-Mann in einem Moment der Schwere in sich zusammenfällt und so dermassen klein ist. Da ist nicht der Verlassene der Schwächere, nur weiss das die Verlassene im Moment nicht und der Verlassenen ist es auch vollkommen egal, wer jetzt der Schwächere bzw. Stärkere der beiden ist –sie will nur das Vergangene zurück. Ich denke, dass sich wahre Grösse und Charakter erst in schweren Zeiten zeigt, und von diesem Standpunkt aus fällt mir der Abschied vom Vergangenen leichter. Ich mag nicht mit Personen Zeit verbringen, die nicht zu kommunizieren wissen, die kein Herz zeigen in schweren Zeiten…Ich leide jeweils sehr stark; es nimmt mich einfach mit, dass wenn ich, die ich die ganze Zeit meines Lebens über subjektiv wählerisch war, so dermassen ‚falsche’ Entscheidungen treffe und sich Personen über die Zeit hinweg so anders darstellen. Was wurde ich belogen, was wurde ich betrogen. Ich nehme mich davon nicht von allem aus, auf jeden Fall hatte ich das Rückgrat, es denjenigen Menschen persönlich mitzuteilen und für meine Taten geradezustehen und ihnen Erklärungen zu geben auf ihre Fragen. Manchmal habe ich das Gefühl, ich sei der Mensch auf Erden, dem man keine Antworten zugesteht. Ungewissheit ist das Schlimmste, man verkraftet jede Wahrheit, so schlimm sie auch ist, sie ist ein Faktum, das man nicht umwerfen kann. Man kann nichts dazuinterpretieren, nichts davon wegnehmen, nichts davon hinzufügen, sie ist da….darauf kann man nur aufbauen. Unerschütterlich und ganz sicher der Boden, auf den man fällt und nicht ein imaginäres Netz aus gewobenen Gedanken, das man sich spinnt. Im Moment fühle ich mich ganz schrecklich und die Phasen des Hochs und des Tiefs wechseln sich schlagartig. An einem Tag weiss ich, dass es weitergeht, an einem anderen Tag könnte ich die Welt vollheulen und vor verletztem Stolz untergehen. Ich glaube nicht mehr daran, dass es in dieser Welt um Pay-Offs, um Nullsummenspiele geht. Ich werde nicht dafür belohnt, in Liebesdingen ehrlich vorzugehen und ich werde auch nicht eines Tages als Belohnung den Mann meines Lebens vorgesetzt bekommen, weil ich so viele Tränen der Liebe vergossen habe. Ich bereue nichts, keine Träne. Wieso sollte ich…wäre ich wieder in der Situation, ich würde jede Träne wieder vergiessen. Niemand hat mir zu sagen, wie man Enttäuschungen verkraftet, wie viel schlimmer es XY hatte und dass ich froh sein könne, so ein Leben zu haben.
    Viele Menschen leben an der Oberfläche. Mein letzter Freund hat so viele Plätze dieser Erde bereist, doch ich vergleiche ihn heute, wie jemand der tausend Meere durchschwimmt, doch niemals in seinem Leben getaucht ist. Ich kenne vielleicht noch nicht viele Ozeane, doch ich kenne die verschiedenen Welten unter Tage, ich habe sie in Gedanken, in meiner Seele alle bereist. Kein Weltmeer kenne ich besser als mich selber. Ich möchte eine Person kennen lernen, die auf den Grund meiner Seele schauen kann und noch weiter graben will bis zum Kern. Ich denke nicht, dass mein Grund irgendetwas Schreckliches oder besonders Dunkles ist – mein Boden hat nur viele Narben und Gräben und man muss stark sein, diese akzeptieren zu können.
    Wie sich Menschen erkennen, die viel gereist sind, so erkennen sich Menschen, die viel getaucht sind. Das ist kein Vorwurf, nur wir soll man jemanden verstehen, ohne sich jemals von Grund auf hinterfragt und kennen gelernt zu haben. Ebenso weiss ich nicht, ob sich ein schweres Leben auszahlt. Tut es dies? Aufgrund meiner Erfahrung? Nein, definitiv nicht. Es wird weder leichter noch schwerer. Was nützt mir dies? Wiederum ist die Antwort klar: nichts. Was soll es, jedem dein Schicksal auf die Nase binden zu wollen. Was nützt es?

    Diesen Dienstag habe ich jemanden sehr- wie soll ich die richtigen Worte finden – aufregendes getroffen. Ich weiss nicht, ob er getaucht ist, ich weiss nur wir verstehen uns. Ich hatte lange nicht mehr so einen schönen Abend und ich hätte noch Stunden mit ihm weiterreden können. Manchmal trifft man so unerwartet Menschen, die man zu treffen nie erwartet hätte. Weiter kann ich nichts sagen, ausser dass mich dieser Mensch sehr beeindruckt hat und ich diese Person liebend gerne wieder sehen möchte, da ich glaube, dass wir uns sehr ähnlich sind.
    Exkurs: Warum wollen wir diejenigen Personen die uns am ähnlichsten sind. Sind wir egozentrisch Arschlöcher, die sich einen seelischen Zwilling suchen um sich darüber aber nur selber zu bewundern? Denke ich nicht. Über die Jahre hinweg hat jeder gelernt, über die Zeit hinweg wird ein Abenteurer nicht plötzlich ein Pantoffelhocker, ein Jogger nicht plötzlich ein Fahrradfahrer. Das heisst im Grunde haben wir Dinge, die uns Spass machen und wenn wir eine Beziehung eingehen, dann können uns am Anfang auch für Dinge begeistern, die uns bis anhin nicht so dermassen begeistert haben. Aber schliesslich kehrt der Jogger wieder zum Jogging zurück und der Fahrradfahrer zu seinem Fahrrad. Wenn ich bedenke, dass jeder Mensch so ein facettenreiches Unikat ist, so tut man gut daran, dass sein Partner wenigstens in den Eckdaten – Hobbys, sonstige Vorlieben – den gleichen Geschmack hat.
    Wieder zum Dienstag: Das habe ich mir schon bei seinem ersten Mail gedacht und dass hat sich an diesem besagten Abend auch nicht geändert. Und, er hat die schönsten Augen dieser Welt. Wie mir mal eine sehr gute Freundin sagte, soll ich immer in die Augen der Menschen schauen. Ich glaube, sie hatte recht und ich werde fortan diesen Rat befolgen. Menschen, deren Augen ich nicht liebenswert, nicht schön fand – ich spreche hier nicht über besonders schöne Augenfarben- oder Formen – haben mir nur Enttäuschungen gebracht. Menschen, deren Augen ich gut fand, sind heute noch an meiner Seite. Bewahrheitet sich das Sprichwort - Die Augen sind das Tor zur Seele - doch zu einem gewissen Grad?
    Soll ich mal meinen Traummann – und ich warte auf ihn –beschreiben? Er soll mit mir fliegen, er soll meine Verrücktheiten lieben. Ich möchte jemanden, der in meine Seele schauen kann und meine Gedanken, so verrückt sie sind, versteht. Man muss nicht meiner Meinung sein, aber interessiert und einfühlsam. Ich lebe mein halbes Leben in Parallelwelten und male mir aus, wie mein Leben sein könnte. Da bin ich glücklich, da bin ich erfolgreich und da bin ich ich. Wie sehr ist man im wirklichen Leben an gewisse Schemen gebunden. Soll ich meinen Arbeitskollegen erzählen, dass ich in Parallelwelten lebe? Die würden es nicht verstehen und das kann nur jemand, der genauso viele Flausen im Kopf hat wie ich.

    Lilac wine – is sweet and …wheres my love ……lilac wine….i feel unsteady wheres my love….listen to me, why is everything so hazy…isn’t that he….or am I going crazy. Definitiv bin ich verrückt, oder was meinst du…I am ready for my live…feel i am ready for…. Ich weiss nicht, ob du mich enttäuschen wirst…ich will es auch gar nicht wissen…Ich bin glücklich mit dir, sonst würdest du diese Zeilen gar nie zu lesen bekommen. Ich vertraue dir und was du aus diesem machst, ist mir schlussendlich egal, wie gesagt, wird es mich nicht zerstören.
    Wird man sehr oft enttäuscht, dann lernt man eines am schnellsten: Verzeihen. Das tönt dramatisch und irgendwie auch blöd, aber eines Tages, wenn es soweit ist, dass man um weiterzukommen, verzeihen muss, wird man wissen, was ich meine. Verzeihen heisst vergessen, das hat zumindest Schopenhauer einmal gesagt. Ich gebe ihm Recht. Natürlich muss man ihn hier nicht wörtlich nehmen. Wie kann man eine Wunde jemals vergessen, erinnert einem jeden Tag eine Narbe daran. Doch mit der Zeit wird die Narbe ihr Prädikat als hässlich verlieren und sie erinnert uns nur noch vage an eine Erfahrung. Diese Erfahrung schmerzt nicht mehr, sie ist einfach nur da und gehört zu unserem Lebensweg. Dann hast du vergessen.
    Dont ask me why, cause Baby i dont have a clou..

    Ach, seit ich dich getroffen habe, weiss ich nicht, was ich tun soll. Soll ich dir schreiben, soll ich dich anrufen..ich weiss, ich mache nichts von dem…ich bin einfach zu schüchtern. Ich hoffe wenigstens in dem sind wir uns nicht zu ähnlich. Ich kann dir nur sagen, dass ich dich sehr gerne mag und dass das jemand gleich beim ersten Mal erreicht, ist selten. Ich mag deine Nervosität, ich bin dieselbe. Ich kann sie ein bisschen verstecken, ich mag es wenn du rumhibbelst. Wie gerne hätte ich, dass du mich wieder sehen möchtest, irgendwann, so hast du geschrieben, möchtest du das, irgendwann. Was auch immer das heisst, ich werde auf irgendwann hoffen, nicht warten.
    Overheels with me? This ist the closest thing to crazy i have ever been…
    Vor einem Monat wurde ich von einer grossen Liebe verlassen und heute schreibe ich, um denjenigen Mut zu machen, denen es im Moment schlecht geht. Geht aus und verkriecht euch nicht zu Hause!! Es geht einem schon schlecht genug, verlassen zu werden oder Probleme zu haben...schaut, dass es euch gut geht. Es hat mir soviel gebracht, mit neuen Leuten auszugehen und zu sehen, dass meine alte Liebe nicht das Nonplusultra war. Eine Umarmung von mir und alles Gute!!

  2. #2

    Pariser Pariser ist offline

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    Wow, langer Text. Aber ich habs geschafft.
    Ja, macht mir schon etwas Mut, aber eigentlich gehts mir schon etwas länger besser.

    Ich habe auch jemand neues kennengelernt, weiß nur noch nicht, wie und ob sich das weiterentwkíckeln wird, also ähnlich wie bei dir?!

    Du schreibst sehr schön, gefällt mir. Und sehr bildreich.
    Kannst ja mal erzählen, was aus deinem Traummann mit den schönen Augen geworden ist. Ist er wohl auch an dir interessiert? Würde mich freuen, wenn hier mal wieder jemand wirklich glücklich wird.

    Venicius

  3. #3

    Spatzl Spatzl ist offline

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    ooooooooooooohhhhhhhhhh
    welch schöner text mit so schlauen sachen drin...
    so ein schlauer mensch muss doch einfach liebenswert sein
    ich wünsch edir auf jeden fall, dass du dir diese meinung beibehälst, auch wenn es - wie für uns alle - auch wieder mal dunkle tage kommt...
    übrigens muss es nicht zwingend jemand mit einem kleinen licht am ende des tunnels sein, vielleicht findet man da auch zunächst mal selber stzreichhölzer und beleuchtet sich selbe rund dann kann es auch im tiefsten loch verdammrt hell sein und das strahlt garantiert nach draußen!!!

  4. #4

    Hopperl Hopperl ist offline

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    oh man, auch ich finde den text so sehr schön und du drückst aus, was ich mir schon oft gedacht habe, aber die worte dafür nicht fand.
    danke dafür!

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