Thema: Liebe seit der Kindheit
- GastGast
Liebe seit der Kindheit
Gute Nacht Philosophen und Melancholiker,
ich habe wie Ihr euch schon denken könnt auch eine
Lebens-/Liebesproblematik. Ich will nicht sagen, dass sie schlimmer ist wie die von anderen Menschen, jedoch würde ich sagen lebenszeitmäßig einen großen und gewichtigen Umfang besitzt. Ich wäre sehr erfreut, wenn einfach jemand einen Kommentar zu meiner folgenden Geschichte abgeben könnte, da ich glaube, dass in diesem Forum ganz bewanderte Zeitgenossen unterwegs sind. So kann ich vielleicht eine neue Perspektive gewinnen.
Also folgendes hat sich in den letzten 15 bis 20 Jahren zugetragen. Ich muß leider jetzt ein bisschen aushohlen, da sich sonst die Komplexität der Problematik nicht darstellen lässt. Zuerst zu meiner Person, ich bin jetzt mitte Zwanzig und ich bin Zeit meines Lebens nicht der große Fraueneroberer gewesen. Ich bin jedoch ganz und gar nicht schüchtern. Das gleiche gilt für die Person die ich als mein weibliches Pendant beschreiben würde.
Der Punkt ist meine Liebe, so kann ich zumindest jetzt von mir behaupten, galt schon immer einer Person, welche ich schon seit ich 7 Jahre alt war kenne, die sich
mit 12/13 in mich verliebt hatte und ich mich eigentlich auch in sie, wir dann aber beste Freunde wurden, wir uns Alles teilten, jedoch nicht wirklich zusammen waren. Im Gegenteil wir hatten sogar wenige andere Beziehungen, doch wir wußten immer und da interpretiere ich nichts hinein, weil der Zeitraum einfach zu lange ist, dass wir füreinander geschaffen sind. Es hört sich wahrscheinlich sehr "krank" an war jedoch so.
Mit fortschreitender Zeit wurde die Anziehung zwischen uns unerträglich stark und wir entschlossen uns wohlgemerkt nach über 10 Jahren intensivstem neben-und miteinander Leben eine Beziehung zu beginnen.
...ich glaube das ist sehr schwer nachvollziebar...mmmh.
Auf jeden Fall um zu einem Ende zu gelangen waren wir bis vor einem Jahr 4 Jahre lang wirklich zusammen. Der Wendepunkt kam, als ich für 4 Monate aus studientechnischen Gründen nach Spanien gehen mußte, was ich jetzt sehr bereue, da sich nach ungefähr 2monatiger Abwesenheit in der endloses Vermissen und Traurigkeit den Alltag meiner Freundin bestimmte (Stundenlange Heulelefonate), sich um 180° drehte und in eine "ich bin Unverletzbar, Nichts kann mich mehr traurigmachen Stimmung" umschlug. Als ich wiederkam war erstmal Schluß, wobei niemand von uns andere Beziehungen o.ä. hatte. Als Begründung erhielt ich die Antwort, Alleine zu leben ist "einfacher, und sicherer", also so quasi ich brauche keine Angst zu haben, weil mich ja Keiner traurig machen kann. So. Nun waren wir hin- und hergerissen, haben es immer wieder versucht bis vor ein paar Tagen, wo Sie mir das Hauptproblem, "Die Liebe ist nicht mehr da" verkündete. Diesen Satz "Ich liebe Dich nicht mehr" konnte ich jedoch erst nach 6 Stunden Gespräch aus ihr herauszwingen. Ich kenne Sie zu lange um mich zu irren aber ich weiß es definitiv, dass sie mich noch liebt. Ich habe ihre Wesensveränderung sehr lange durchdacht, wirklich von allen Perspektiven beleuchtet und mit Freunden besprochen. Es kann doch nicht sein, dass eine so große seelische Verletzung durch eine 4 monatige Abwesenheit in einem auch noch so sensiblen und emotionalen Mädchen eine psychische Abwehrreaktion hervoruft, dass sie vor all der Angst wieder so traurig zu werden, lieber für immer alleine bleibt.
Wie solls jetzt weitergehen nach 15 Jahren?
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Hallo Gast!
Das ist eine sehr atypische Geschichte, die zu kommentieren einigermassen schwer fällt. Dennoch will ich es versuchen... Deine Freundin hat im Rahmen eines viermonatigen Entbehrungserlebnisses eine Wesensveränderung durchgemacht an deren Ende der Verlust ihrer Liebe zu dir steht? Ohne das Zutun irgendeiner dritten Person? Sehr ungewöhnlich! Die Regel ist ja in vergleichbaren Fällen, dass es nach vier Monaten Sehnsucht ein freudiges Wiedersehen gibt, zumindest dann, wenn eben nichts passiert ist. So wie du das beschreibst mit den stundenlangen Heultelefonaten scheint es für sie recht dramatisch gewesen zu sein, dazu kommt, dass sie sehr sensibel ist, man könnte also treffender von einem "Entbehrungstrauma" sprechen. Wärst du nach zwei Monaten heimgekommen, wahrscheinlich hätte sie dich heulend in die Arme geschlossen. Nach vier Monaten aber war die unerträglich gewordene Sehnsucht in eine funktionelle Gleichgültigkeit verkehrt worden. Funktionell soll heissen dass sie allein durch diesen emotionalen Kunstgriff im Stande war die Entbehrung zu ertragen.
Wenn ich das richtig verstehe bist du seit einem Jahr zurück, und ihr seid ebensolang getrennt. Wenn es nicht schon ein Jahr wäre, würde ich raten zu warten, bis der emotionale Schutzmechanismus wieder den ursprünglichen Gefühlen Platz gemacht hat. So aber fällt mir wirklich wenig ein, was ich dir raten kann.
Liebe Grüsse
Toko


