1. #1

    smudo smudo ist offline

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    Gibt es keine Hilfe?

    Hallo,
    ich quäle mich nun heut genau 4 Monate mit dem Tod meiner Freundin. Da ich selbst nicht mehr weiterkomme dachte ich mir es tut gut es einfach mal hier alles zu posten.
    Also es begann alles vor 3 Jahren da haben wir uns kennen und ich sie lieben gelernt. Die Beziehung war eine der Intensivsten die ich bis jetzt in meinem Leben hatte(bin jetzt 26). Als vor ca einem Jahr plötzlich alles anders wurde. Sie zog ich vor mir zurück, ich durfte Sie nicht mehr berühren! Zunächst fing ich an die Schuld bei mir zu suchen, dann ging davon aus das Sie sich in einen anderen verliebt hat(wie banal im Nachhinein). In meiner Angst ich könnte sie verlieren habe ich sie immer mehr unter Druck gesetzt, mir zu verraten wer denn der andere sei. Bis sie endlich Ihren ganzen Mut zusammen nahm und mir erzählte das die Ärzte bei Ihr Leukämie festgestellt hätten. Den Schock kann man glaube ich nur erahnen der mir in diesem Moment durch die Glieder fuhr. Was einem da nicht innerhalb von Sekunden so durch den Kopf gehen kann, Krebs ist doch was für alte Menschen und Sie war doch zu diesem Zeitpunkt gearde mal 24 Jahre.
    Kurzum ich habe Sie das letzte Jahr durch die Chemoteraphie begleitet! Wist ihr was das Heimtückische an diesem sch** Krebs ist?! Das es Wochen vor Ihrem Tod so aus sah als hätte Sie es geschafft und dann plötzlich, wie aus heiterem Himmel ging es "stündlich" bergab. Ich habe dann jeden Tag und jede Nacht an Ihrem Bett ausgeharrt,teilweise auch mit ihren Eltern. Mußte mit ansehen wie sie sich in einen ganz anderen Menschen verwandelt. Und als wäre dies noch nicht schlimm genug habe ich es nicht einmal geschafft in der Stunde Ihres Todes bei Ihr zu sein, was war ich doch für ein Idiot. Wollte nur schnell nach Hause um noch ein paar Sachen zu holen und mußte ja unbedingt noch Duschen gehen. Könnt Ihr euch das vorstellen ich stehe seelenruhig unter der sch** Dusche und Sie stirbt.Das ist nun genau 4 Monate her...
    Ich glaube das waren wohl die längsten 4 Monate meines Lebens. Was ich am meisten hasse ist das MICH jetzt alle bedauern aber ICH lebe doch noch, ich habe keinen Krebs... Ich stehe so ohnmächtig vor mir selbst.Obwohl ich doch genug Zeit gehabt hätte mich mit dem Gedanken anzufreunden... Ich schaffe es auch einfach nicht Ihren Eltern gegenüber zustehen, ich glaube die hassen mich jetzt schon dafür. Aber ich habe immer noch das Bild in meinem Kopf wie sie vor dem Grab Ihrer eigenen Tochter stehen und ich es nicht einmal geschafft habe ihnen mein Beileit auszudrücken. Gehe auch immer nur dann auf den Friedhof wenn ich mir sicher bin das sie nicht dort sind. Ich weiß das es total dämlich ist aber ich kann nicht anders. Mein Studium hat nat auch darunter gelitten und ich sollte eig was dafür tun, habs probiert aber ich kann mich einfach nicht ohne ein schlechtes Gewissen zu haben darauf konzentrieren.

    Sorry, ich glaube ich bin einfach nicht gut darin solche Sachen aufzuschreiben. Also entschuldigt den mißlungenen Schreibstil
    Trotzdem Danke fürs lesen

  2. #2

    Sandra 200 Sandra 200 ist offline

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    Hallo Soulfly,

    wenn jemand gestorben ist, der einem am Herzen lag, dann bleibt immer eine Unsicherheit in anderen Personen, die einem beistehen und trösten wollen. Das spürst Du derzeit ja von Seite Deiner Freunde, als auch in Dir selbst den Eltern Deiner Freundin gegenüber. Frag mich nicht, warum es immer noch so ist, ...aber das Thema Tod macht irgendwie Angst...man weiß einfach nicht, was man machen und sagen soll...

    Setze Dich nicht unter Druck damit, dass Du glaubst den Eltern Deiner Freundin etwas sagen zu müssen. Sie haben ihren Schmerz und werden Dich verstehen. Sie wissen, dass Du genauso leidest. Du kannst sie immer noch besuchen oder sprechen, wenn Dir danach ist.

    Ich kann Dich verstehen, dass Du Dir Vorwürfe machst, weil Du nicht bei ihr warst, als sie starb. Man fühlt sich schuldig, weil man denkt, dass man in dieser Stunde hätte da sein müssen.
    Aber weißt Du was?! Du wußtest es ja nicht, wann es soweit sein würde. Du wußtest es einfach nicht. Denn hättest Du es gewußt, wärest Du da gewesen. Stimmts? Ist doch klar, dass Du Dich auch mal Duschen möchtest...plage Dich doch nicht mit diesen Vorwürfen.

    Nur zu Deiner Information: meine Mutter lag im Krankenhaus und ich habe sie besucht. Die Ärzte sagten, sie sei auf dem Wege der Besserung. Ich fuhr nach Hause, weil ich am nächsten Tag arbeiten mußte (500 km Strecke)...und während ich im Zug saß ...ist sie gestorben...

    Besuche am Grab finde ich persönlich sehr wichtig...aber ebenso wichtig ist es, sich nicht zu isolieren von anderen. Wenn Dir danach ist, andere zu treffen, mache es. Es ist wichtig, dass Du Dich wieder Deinem Studium widmest. Setze Dich aber nicht unter Druck. Wenn Du es gerade nicht kannst, ...dann ist es so. Aber höre nicht auf, es zu wollen. Und vielleicht hilft es Dir, wenn Du Studienkollegen bittest Dir Unterlagen mitzubringen, mitzuschreiben etc. und vielleicht bittest Du auch die ein oder andere Person, Dich zuhause abzuholen, weil Du es gerade nicht allein schaffst. Das ist in Ordnung und sollte Dir nicht peinlich sein. Ich weiß, dass viele Menschen unsicher sind in solchen Situationen und einfach froh sind, wenn sie was tun können.

    Ich wünsche Dir alles Gute.

    LG
    Girlfriend

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