- GastGast
Könnte mich in den A**** beißen!
Hallo!
Mir (32 J.) ist etwas Dummes passiert, das mich wieder ziemlich zurückgeworfen hat.
Bin nun seit etwas über einer Woche von meiner Ex getrennt. Wir sind ohne Streit auseinander (sie liebt mich nicht mehr richtig, fühlt sich z. Zeit beziehungsunfähig, alles in allem war sie sehr fair und ehrlich), aber es war und ist trotzdem alles sehr schlimm für mich. 3 Tage lang befand ich mich in einem tiefschwarzen Loch, hab nichts gegessen, massig geraucht und nur geheult. Dann habe ich mich wieder etwas hochgerappelt und habe in der kurzen Zeit viel über mich gelernt. Zum Beispiel dass ich mich zu sehr auf meine Ex fixiert hatte und meine eigenen Bedürfnisse ignoriert hatte. Mir hat auch schon vorher - also in der Beziehung - was gefehlt. Vieles sehe ich jetzt klarer, arbeite an mir selbst und weiß, dass ICH selbst der Schlüssel dazu bin, dass ich in meinem Leben wieder glücklich werde. Es fängt bei mir selbst an. Zudem plane ich mir ein (sportliches) Hobby "zuzulegen", das mich in Zukunft mehr ausfüllen wird (und ich mich so nicht nur auf eine Partnerin) stütze.
So weit, so gut.
Nun habe ich verständlicherweise trotzdem immer noch sehr depressive Phasen, wo ich mich an die schöne Zeit mit ihr erinnere und sie am liebsten nur zurückhaben würde. Ist auch klar, nachdem die Trennung erst so kurz zurückliegt. Ein Funken Hoffnung, dass sie es sich doch wieder "anders überlegt" ist leider auch nicht totzukriegen - wenngleich es sehr unwahrscheinlich ist, dass sie zurückkommt. Trotzdem kann ich immer noch nicht ganz loslassen.
Wir haben am Tag der Trennung vereinbart (es ging von mir aus), dass wir erst mal den Kontakt abbrechen, weil es mir noch zu weh tut und Freundschaft erst mal nicht drin ist. Dennoch habe ich ihr am nächsten Tag gemailt, ohne Forderungen, ohne Herumgejammer - einfach ein paar Gedanken. Geboren aus der Angst, das Band zwischen uns ganz durchzutrennen. Ich litt und leide unter "Entzugserscheinungen" - das habe ich ihr auch geschrieben. Sie hat mir vorsichtig, ziemlich neutral geantwortet. Logisch, sie wollte mir weder Hoffnung machen noch mich ganz abblitzen lassen. Sie hat mir auch in ihrer Antwortmail angeboten, dass ich ihr jederzeit schreiben kann, wenn ich das möchte.
Ich beschloss, es lieber nicht mehr zu tun, eben weil ich das Gefühl habe, dass es mir nicht gut tut.
So.
Gestern abend wurde die Unruhe in mir wieder stärker und verdrängte immer mehr meine positiven Gedanken und die Kraft, die ich mir die ganze Woche über angeeignet hatte. Ich kämpfte dagegen an, aber letztlich schrieb ich ihr vor etwa 2 Stunden doch wieder eine Mail. Schrieb ihr, wie es mir geht, auch von meinem Funken Hoffnung. Dass sie mir nicht antworten müsse, wenn sie nicht will. Ziemlich wirr.
Als ich abgeschickt hatte, merkte ich, dass ich mich in eine blöde Situation hineinmanövriert hatte - und sie dazu. Die Antwort, die ich von ihr nun (genaugenommen dennoch) erwartet hätte, würde mir so oder so keine "Befriedigung" verschaffen. Schreibt sie mir, dass es ihr gut geht und sie keinen Zweifel an ihrem Entschluss hat, verletzt mich das. Schreibt sie mir, dass sie an mich denkt und mich vermisst, werde ich vor Sehnsucht vergehen, beginne wieder zu kämpfen und zu hoffen. Und das ohnehin wieder vergebens, da sie mir ihre (fehlenden) Gefühle klargemacht hatte und ich so oder so in einer wiederaufgenommenen, unsicheren Beziehung vermutlich unglücklich wäre. Schreibt sie mir neutral und distanziert, werde ich auch enttäuscht sein.
So oder so, es wird dabei nichts herauskommen und ich bringe sie mit meiner Mail in die Zwangslage, mir antworten zu "müssen" (weil sie schlechtes Gewissen dazu treibst o.ä.) und "richtige" Worte zu finden. Blöd für sie, blöd für mich.
Ja, es stimmt schon: Was erwarte ich mir von meiner Mail? Ich weiß es nicht! Sie entstand, wie es scheint, aus einer Not, einer schwachen Phase, der Angst, sie könnte mich "vergessen" haben. Angst davor, dass sie ganz aus meinem Leben verschwindet. Ich ärgere mich sehr darüber, weil ich mich einerseits jetzt schwach fühle (mir selbst und ihr gegenüber, obwohl ich wahrlich keinen Supermenschen darstellen will - niemandem gegenüber) und weil ich dadurch gemerkt habe, dass ich noch nicht losgelassen habe. Auch wenn mein Kopf es noch so sehr will.
In meiner Not habe ich ihr eine SMS geschrieben, kurz darauf. Ich denke, sie hat die Mail zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelesen, da sie gearbeitet hat. Ich schrieb ihr, dass ich sie nicht in Verlegenheit bringen will und bat sie die Mail UNgelesen zu löschen, falls sie das "schafft". Nun, ich denke, sie wird sie trotzdem lesen (wer würde das nicht?) aber so entlaste ich mich, auf eine Antwort zu hoffen, die mir womöglich eh nur wehtut. Außerdem entlaste ich auch sie, die "richtigen" Worte zu finden.
Trotzdem ärgere ich mich jetzt im Nachhinein sehr über das Herumgemurkse mit Mail und SMS.
Es ist schwer, den Nichtkontakt zu halten, auch wenn ich weiß, dass es mir nicht wirklich gut tun würde, sie zu sehen oder von ihr zu lesen (rational gesehen). Ich warte zumeist unbewusst auf irgendein Zeichen von ihr, das nicht kommen wird, da sie meinen Nichtkontakt-Wunsch respektiert. Aber andererseits verwirre ich sie doch bestimmt auch mit Mails inkl. dazugehörigem Rückzieher. Ich denke mir einerseits, ich kann auch nicht fehlerfrei sein - ich habe Liebeskummer und es ist menschlich, Sehnsucht zu haben und diese auch in irgendeiner Forum zu äußern ... aber SO hilft mir das natürlich auch nicht weiter.
Ich weiß, dass ich über sie hinwegkommen werde, da mir die Zeit zu dem nötigen Abstand verhelfen wird, aber noch ist es wirklich grausam schwierig (wie gesagt, ich schwanke zwischen Trauer und positiven Gedanken) und ich frage mich, wie ich künftig mit meinen "Kontaktbedürfnissen" umgehen soll.
Ich danke euch für's Lesen meines langen Beitrags.
Über ein paar Meinungen würde ich mich sehr freuen und auch über eure Erfahrungen zum Thema Kontakt nach der Trennung.
Vielen Dank!
Rider
- GastGast
Hallo Du,
in der unmittelbaren Anfangszeit, also kurz nach der Trennung, war für mich auch der Gedanke am allerschlimmsten, er streiche mich völlig aus seinem Leben und ab jetzt ginge mich sein Leben nichts mehr an. Ganze sechs gemeinsame Jahre sah ich plötzlich durch die Finger gleiten. Auch mich hat der Schmerz (mal abgesehen davon, dass mich die ersten Wochen ein Dauerschmerz begleitete) in manchen Momenten so überrannt, dass ich gar nicht anders konnte, als zu schreiben oder anzurufen. Habe ihn z.B. mal nachts um zwei unter fadenscheinigen Gründen zu mir gebeten und dann drei Stunden lang durchgeweint...einer der schlimmsten Abende für uns beide. Diese unstillbare Sehnsucht, dieser grenzenlose Schmerz ist so normal und misteriös zugleich. Warum können wir nicht einfach abschalten und vollends begreifen, dass der andere uns nicht mehr will?
Aus meiner Erfahrung heraus wird die Hoffnung Dich noch eine ganze Weile begleiten...doch die Gefühle werden irgendwann weniger...auch wenn es dauert. ich wünsche Dir viiiiiiiieeeeeeeeeel Kraft.
LG Loni
- Erfahrener Benutzer
Alt
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Ich kenne das Gefühl auch, stecke in einer ähnlichen Situation. Das scheint aber normal zu sein, dass man Rückschläge erlebt.
Ich würde an deiner stelle den Kontakt wirklich total abbrechen, ich weis man muss sich in Selbstdisziplin üben, geht mir genauso. Aber sag dir immer, du tust dir selbst nur mehr weh.
Was denkst du wie ich sie vermisse. Aber wenn ich sie irgendwann zurückhaben will bzw. jemand neues kennenlernen will, muss ich mich freimachen von Altlasten. Wieder mich selbst werden.
Mach dir das klar. Nur dann hast du eine Chance drüber hinwegzukommen...
Wünsche dir alles Gute!


