1. #1

    Hard-Rock Hard-Rock ist offline

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    Liebe bis zur Selbstaufgabe

    Hallo zusammen,
    ich weiß gar nicht, wie es soweit kommen konnte! Ich war 3 1/2 Jahre mit meinem Freund zusammen und nun geht alles den Bach runter. Ich glaube, es ist besser so. Ich bin ganz krank geworden in der Zeit. Ich musst in eine Klinik und schlucke seither Psychopharmaka!
    Nun ist es nicht so, dass er mich geschlagen hat oder so, aber ich verwechsel Liebe anscheinend mit totaler Selbstaufgabe! Er sagt mir als wir uns kennenlernten, dass sein Leben ja so scheiße sei und er nur noch saufe und kiffe und sich ausserdem schon ausgemalt habe, wie er sich am besten umbringen kann. Ausserdem hat er 3.000 Euro Schulden!
    Da habe ich mir gedacht, wie schrecklich und den musst du retten. Sowas passiert mir immer wieder! Also bin ich mit ihm zusammen, weil er sich ja so sehr eine Freundin gewünscht hat. Er findet meinen Lippenstift hässlich, meine Kleider zu schwarz, meine Marilyn Sammlung überflüssig - also habe ich das alles geändert. Ausserdem haben alle meine Freunde einen Hau und sind blöd oder schwierig! Ich habe nach und nach alles aufgegeben, was mir einmal wichtig war und woran mein Herz hing. Das ging soweit, dass ich mit mir selber nichts mehr anfangen konnte und ich nur noch aus Angst bestand. Ich konnte nicht mehr allein daheim sein!!!!! Und ich hatte vorher 8 Jahre allein gelebt!
    Was ist nur passiert??? Ich kenne das gar nicht!
    Und nun das Beste: Wir arbeiten zusammen in einem Büro, d. h. ich sehe ihn jeden Tag! Mein Job aber gefällt mir und den will ich nicht aufgeben!

    Ich sage zu ihm, dass wir es nochmal probieren sollen und er sagt: Ja, du kannst ja wieder in unsere Wohung kommen. Du hast auch ein Recht hier zu wohnen. Aber du weißt ja wie ich bin und da kann ich auch nix ändern!

    Was soll das? Wieso hat er so eine Macht und hat mir meine ganze Lebensenergie und -freude genommen? Er hat nie direkt Dinge gesagt, sondern war mehr so hintenrum aggressiv und hat mir ständig ständig Schuldgefühle gemacht. Er sagt, geh doch mal mit deinen Freunden weg, mach doch mal was, aber immer immer habe ich das Gefühl gehabt, dass es nicht ok ist und wenn ich es gemacht habe, dann hatte ich ein schlechtes Gewissen. Kam ich dann heim, hat er gesagt, wie schön, dass es dir gefallen hat und dass du auch mal wieder was für dich getan hast! Und schon hab ich mich wieder scheiße gefühlt... immer nur Verständnis und Mittleid und so!
    Ich war früher nie so! Ich war mal zufreiden in meinem Leben. Ich war nicht 100% glücklich, aber heute bin ich 100% unglücklich und das schon fast 3 Jahre! Da stimmt doch was nicht!!! Sogar Schlafstörungen habe ich. ich habe, bevor ich ausgezogen bin, 3 Wochen nichts mehr geschlafen! Und wenn ich geweint habe, weil das alles so schlimm für mich war, dann hat er sich Ohrstöpsel rein und mich angemotzt!

    Ich muss so leiden und heule viel rum, aber ich bin bei meiner Mutter (die natürlich auch schlecht für mich ist laut ihm) und das hilft etwas! Er tut ständig so, als würde ihn nichts wirklich berühren, als würde er nicht leiden und als wäre es ihm wurscht, dass ich gehen musste. Er ist so kalt und aalglatt. Ich könnte die Wände hochgehen!

    Ich glaube, er hat mich nie geliebt und ich ihn auch nicht. Ich wollte nur helfen und retten, das allein ist schon schlimm genug, oder?
    Ich weiß nicht, wie ich das überstehe und wenn, dann schwöre ich, dass mir sowas nie nie nie wieder passieren soll!

    Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und tröstet mich etwas...

  2. #2

    Siegfried Siegfried ist offline

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    Hi metal-mel

    Also erstmal ganzfestgedrückt von mir.

    Also ich bin zwar nciht so schlimm wie du, aber ich vesuche auch immer alles recht zu machen. Das ist scheiße, und man wird verwundbar. ich habe das jetzt gelernt, hoffe ich zumindestens, in einem gewissen grad.

    Ich würde dir den sofortigen kontakabbruch raten. Auch wenn es sehr sehr schwer wird, kann ich dir nur raten, wieder dein leben selbst in die hand zu nehmen. MAch dich nicht kaputt. Versuche mal an dich zu denken, ich weiß wie schwer das ist. komm einfach jedesmal hierher, wir sind da für dich, und wollen dir helfen.

    Viel Kraft vom Bäckermeister

  3. #3

    pinke_Biene pinke_Biene ist offline

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    08.05.2005
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    hi mel,

    ich habe net ganz sowas mit gemacht, aber es kommt dem schon ähnlich.
    ich hatte auch ne menge freunde für meinem ex aufgegeben, viele meiner hobbys. weil er immer meinte, das is net gut für dich, das verändert dich. ich wollte ihn nie verlieren.
    ich hatte damals meinen job aufgegeben, er is bei der bundeswehr und kamm immer nur am we nachhause. er meckerte, das es net aufgeräumt war zuhause, obwohl ich ja die ganze woche zuhause bin und nur mal 5 std am tag arbeiten gehen würde. also schmiß ich den job. ich war ab dann komplett abhänig von ihm. er mußte mich mit ernähren, meine kleidung, einfach alles mitbezahlen. aba er wollte ja das wenn er nachause kommt am we ne schöne saubere wohnung hat. aba irgendwann ging ihm das auf die nerven, das er alles alleine zahlen sollte, setzte mich unter druck, das ich mir wieder arbeit suchen solle. zia, dat war und is aba net so leicht heut zutage.
    dann wurde ich noch schwanger und er stellte mich vor der wahl, er oda das kind. ich wußte erst gar net wie ich auch das reagieren sollte, aba ich hatte immer im kopf, das ich ihn niemals verlieren wolle. also trieb ich das kind ab.
    nach ca 2 monaten merkte ich, das er mich betrogen hat. ich blöde kuh verzeih ihm das.
    und dann kamm der nächste hammer. er ging wieder fremd und letztendlich haute er mit seiner geliebten ab und ich saß allein da. ich wußte net mehr wie es weiter gehen sollte. ich versuchte mir mein leben zunehmen. meine mum fand mich dann. er trennte sich im august 2003 von mir. ich bin bis heute net drüber weg. das sitzt so tief in mir und ich hab das gefühl das der schmerz einfach net abklingen möchte. ich liebe ihn noch immer über alles.


    aba trotzdem wünsche ich dir gaaaaaanz viel kraft, damit du das alles durchstehst. wie du siehst, du bist net allein mit so einem chaos mit gefühlen.


    liebe grüße engelchen

  4. #4

    Gansbock Gansbock ist offline

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    Hi mel,

    ich denke das sich dein Problem nicht von heute auf morgen lösen lässt. Diese Verlustängste, die hier wohl viele haben, sind bei Dir besonders ausgeprägt. „Versuche Dich selbst zu Lieben“ wäre wohl für alle hier und auch für Dich der richtige Weg.

    Vieles könnte aber auch in der Vergangenheit oder Kindheit seine Wurzeln haben. Wir sehnen uns nach Liebe und so oft kommt es vor, dass wir Liebe nur für eine erbrachte Leistung bekommen haben. Du tust etwas für ihn um seine Aufmerksamkeit und Liebe zu bekommen. Aber das ist keine Liebe die Du von ihm bekommst. Es ist Gleichgültigkeit und Verachtung.

    Ich denke Du weißt selber, das dass nicht in Ordnung ist was er mit Dir macht. Er saugt Dich aus wie einen Schwamm. Nicht DU brauchst Ihn, sondern er braucht DICH. Sieh es mal so rum. Das wird er sich erst dann eingestehen, wenn Du mal wirklich weg bist.
    8 Jahre hast Du alleine gelebt, Du weißt doch wie es geht…und Du wirst es wieder schaffen, auch ohne ihn.

    Drück Dir die Daumen…

    Eric

  5. #5

    Hard-Rock Hard-Rock ist offline

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    Hi Eric,

    das ist völlig richtig was du da schreibst. Da hilft mir auch meine Therapie dabei und meine Kinesiologin. Durch sie habe ich erst mal meine Grenzen kennengelernt!
    Ich weiß genau, dass er mich aussaugt wie ein Schwamm! Und noch etwas weiß ich: Andere suchen sich oft einen Mann wie ihren Vater, aber ich habe mir einen wie meine Oma gesucht! Und das ist so ungefähr die schrecklichste aller Personen die ich kenne!
    Sie hat früher z. B. immer so tolle Sachen gemacht, wie ihren Töchtern zu sagen: Ihr bringt mich noch ins Grab und so. Heute haben beide Töchter schreckliche Schuldgefühle. Super...
    Und sie hat einem auch immer auf ganz subtile Weise zu verstehen gegeben, dass man ja doch schlecht ist!

    Meine Mutter sagt auch, er brauche mich viel mehr als ich ihn, aber das kann ich noch nicht so ganz glauben, denn schließlich war es ja ich, die nicht mehr alleine sein konnte und auch heute immer noch sehr unsicher darin ist!

    Kann es sein, dass er mir das alles eingeredet hat? Er wirft mir auch immer vor, ich könne es nicht mit mir selber aushalten und brauch ständige Aufmerksamkeit und Beachtung! Kann es nicht sein, dass es genau andersrum ist?

    Liebe Grüße an alle Geplagten da draussen!

    Melanie

  6. #6

    Gitta Gitta ist offline

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    ja...er braucht dich. Im moment tut er noch so aber er wird bereuen wenn du ihn verlässt du wirst sehen. Das mit dem Job stell ich mir schwierig vor...aber es soll auch leute geben die auch sowas meistern. Du hast jemand besseren verdient..ich glaub das weisst du im innern auch.

  7. #7

    Gansbock Gansbock ist offline

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    Hi Melanie,

    Ja dummerweise ist es oft so, dass man sich als Partner Ebenbilder aus der Familie aussucht. Daher auch dieses seltsame Phänomen, dass viele Menschen darunter leiden immer wieder an den gleichen Typus Mensch zu geraten.
    Und genau an diesem Punkt musst Du angreifen.
    Warum machen wir das?.....Weil wir es gewöhnt ist, weil es vertraut ist, weil man es kennt und weil es immer noch besser ist, als den schwierigen Weg zu gehen und dieser Weg wäre etwas daran zu ändern. Wir ändern ungern was, weil wir meinen, dass das Gewohnte, auch wenn es noch so ein großer Mist ist, immer noch besser sei als eine Veränderung.

    So paradox wie es ist, wir leiden mit den Partnern weil wir das Leiden kennen. Es ist uns vertraut, wir haben gelernt damit umzugehen. Wir fühlen uns in diesem Leid fast schon wohl. Verstehst Du was ich meine?

    Kann schon sein, dass Du es warst die nicht alleine sein wollte. Aber sieh was geschehen ist…Du warst nicht mehr alleine aber dafür bist Du jetzt einsam!!!

    Du musst jetzt einen neuen Weg einschlagen. Das wird nicht ganz einfach aber Deine Therapeutin wird Dir da sicherlich besser helfen können als ich. Aber Du wirst es schaffen und irgendwann zurückblicken und stolz auf Dich sein. Freue Dich auf diese Veränderung, es wird ein neues Leben für Dich.

    Und Melanie, jeder Mensch braucht Aufmerksamkeit und Beachtung. Das ist das normalste der Welt. Lass Dir da nichts einreden. Welche Frau braucht das nicht??? Das Recht dazu hast Du und es gibt genug Männer die Dir diese Aufmerksamkeit und Beachtung geben können. Schau Dich hier im Forum um wie viele liebenswerte Männer es gibt.

    Ganz liebe Grüße

  8. #8

    Hard-Rock Hard-Rock ist offline

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    Also, es ist ja schon so, dass ich nie jemanden wollte, der meiner Oma ähnlich ist! Man sucht da ja nicht bewusst nach. Das ist mir gestern erst aufgefallen - mitten beim Autofahren - und mir blieb der Mund offen stehen...
    Ich glaube auch, dass ich früher zwar allein war, aber nie einsam. Und jetzt bin ich schon seit 3 Jahren einsam. Es ist, als würde er mich am ausgestreckten Arm verhungern lassen.
    So ein Vollidiot!
    Und hier sitzt er mir gegenüber und tut so nett und lustig. Er sieht aus als könnte er kein Wässerchen trüben und alle denken, dass er ja der Arme und Gute ist, der jetzt von der bösen Frau verlassen wird, der er doch all die schweren Jahre so beigestanden hat und die er immerzu getröstet hat in ihrem Elend!
    Kann es nicht sein, dass er ein unglaubliches Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Beachtung hat, die er sich so holt? Und mich dabei fertigmacht? Womöglich noch mit Absicht (glaub ich eher nicht).
    Sein Stiefvater (er ist adoptiert und sein echter Vater lebt als Alki auf der Strasse) hat ihm nämlich immer gesagt, dass er eh nix könne und aus ihm werde ohnehin nie was usw. Deswegen traut er sich heute nichts zu (fährt nicht Auto, obwohl er es kann, kann nicht mal ein Loch in die Wand bohren...). Nur zuhören, das kann er. Und Probleme ohne Ende wälzen. Seine Mutter (das ist seine richtige) hat auch schon eine 7 Jahre lange Therapie hinter sich. Na toll!
    Wenn ich das alles so schreibe, denke ich mir auch, was hat mich denn da geritten, mich mit dem einzulassen?????
    Ich hatte nie Schmetterlinge im Bauch bei ihm.
    Ich hatte nur Mitleid und dachte, dass, wenn ich nicht mit ihm zusammen bin und auf ihn aufpasse, dass er sich dann umbringt. Oder so...

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