1. #1

    _karmen_ _karmen_ ist offline

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    1 Jahr später

    Hallo,

    ein Jahr nach der Stunde 0 könnte man sagen, dem Ende, das man nicht erwartet hat, welches das Herz gebrochen hat. In einem Jahr kann viel passieren. Man überlebt die Trennung, doch lebt man weiter? Ich weine nicht mehr, schon lange nicht.

    Aber tief da drinnen ist etwas gestorben.

    Ich war seitdem nicht mehr verliebt, und ich habe Zweifel dass es mal wieder so sein wird. Gibt es Verletzungen die so tief sind dass man nie mehr wieder jemanden an sich heran lässt? Es ist ein Dilemma. Ein gebranntes Kind scheut das Feuer, wird sich wohl nie wieder so tief und stark verlieben können wie damals. Doch was ist mit den Wunden tief drinnen ? Ich glaube langsam doch dass sie nur durch eine neue Liebe geheilt werden können. Doch eine neue Liebe hat keine Chance...

    Ich weiss nicht warum aber seit einigen Wochen sind die Träume wieder da. Sie waren stark und heftig in den ersten 2-3 Monaten nach der Trennung, dann vereinzelt noch vorkommend und hörten irgendwann ganz auf. Jeztt sind sie wieder da...ich weiss nicht warum.

    Ich habe das Gefühl das Leben nicht mehr geniessen zu können, nicht mehr in dieser Vollkommenheit wie es zuvor war. und ich fange an diese Zeiten zu vermissen. WIEDER. Die Wohnung. Die stadt. Die gemeinsamen Unternehmungen. All das habe ich aus meinem Gedächtnis gelöscht. Aller Erinnerungenn eliminiert. weil ich mir gesagt habe ich MUSS. ich hatte monatelang ANGST auch nur in die Nähe der Stadt zu fahren. Auch heute noch tut es mir weh. ich habe das aus meinem Leben herausgeschnitten was ich eigentlcih geliebt habe...und ich vermisse das...versteht das jemand? Ein konkretes Beispiel, das Inline-Skaten. Spaziergänge an bestimmten Orten. Eine neue Stadt, neue Plätze die es zu entdecken galt. Ich vermisse das alles. Aber diese Plätze diese Erinnerungen sind so vergiftet.

    ich weiss nicht so recht warum ich das hier schreibe..ich mache mir sorgen, weil das alles im Moment wieder mit einer heftigkeit da ist, wie gesagt...vor 14 Monaten war Schluss...kein Kontakt seitdem, nichts..ich bin froh dass dieser Mensch nicht mehr existiert in meiner Welt aber die Erinnerungen an die zeit damals die sind lebendig und lassen sich nicht auslöschen.

    Geht es Euch ähnlich. Was könnte ich noch tun..

    vielen Dank,
    annika




  2. #2

    ~Regina~ ~Regina~ ist offline

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    Hallo Annika,

    habe in den letzten 10 Minuten versucht, einen bestimmten alten Beitrag von mir zu finden, der nahezu deckungsgleich mit Deinem hier ist. Leider erfolglos. Ich kenne Deine Gefühle nur allzu gut. Die ersten Wochen sind der Horror schlecht hin...das wissen viele hier. Doch fast ebenso zermürbend ist das Gefühl der Kraftlosigkeit...so als hätte man keinen Einfluss mehr auf das eigene Leben,denn das Gute ist gegangen. Auch ich plagte mich mit wiederkehrenden Träumen...mit neuen Rückschlägen nach mehr als 14 Monaten...wie Du schon schriebst...das eigene Leben und das Leben der anderen geht weiter. Man kann wieder essen, arbeiten, tanzen, schlafen...und sogar lachen. Doch es begleitet einen ein ständig dunkler Schatten...so als läge über allen Dingen ein grauer Schleier, der die eigene Lebensenergie langsam aussaugt. Und ständig ist man auf der Hut, wann es denn zum "lauten Knall" käme, wann die eigene Welt wieder zuammenbricht, wann die mühsam aufgebaute und wiedergewonnene Kraft schwindet...

    Ich weiß, dass ich diese eine Beziehung nicht vergessen machen kann. Meine Erinnerungen werden mich iMMER begleiten. Doch ich habe aufgehört dagegen anzukämpfen. Nach nunmehr fast drei Jahren und einigen gescheiterten Beziehungsversuchen habe ich schlichtweg keine Lust mehr mich ständig im Kreis zu drehen...ich will einfach nicht mehr meine Enerhie an eine Sache verschwenden, die letztendlich nur weh tut.

    14 Monate...nach 14 Monaten saß ich mit IHM bei einer Tasse Kaffee und wir haben uns ironischerweise über unsere damalige Beziehungeerfahrungen ausgetauscht. Mein Herz hüpfte, als er mir erzählte, dass es seine Beziehung beenden wöllte. Welch fataler Fehler zu glauben, das hätte irgendeine Bedeutung....

    So hangelt man sich von Monat zu Monat...trifft neue Leute...wie gesagt, ich kenne dieses Gfühl des sich nicht mehr verlieben könnens sooo gut. Aber icvh arbeite daran ...gib Dir einfach die Zeit, die Du brauchst...

    Ein ganz praktsicher Tipp von mir: Sport bis zum Umfallen...bringt Glückshormone, man muss nicht nachdenken und macht nebenbei ne supi Figur

    LG Loni

  3. #3

    Mary Large Mary Large ist offline

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    Mir ging es mal fast genauso wie Dir, nur habe damals ich, nach viel Schmerz, Schluß gemacht. Ich habe ca. 7 Jahre gebraucht, um über die Verletzungen und miesen Erfahrungen aus der Zeit damals hinweg zu kommen. Ich glaube, der Punkt ist, dass Du Dich sehr an die alte Zeit klammerst, und das Schöne aus dieser Zeit. Dass Dein Unterbewusstsein Dir sagt, dass etwas Neues nie so schön sein kann und ein so wunderbares Gefühl in Dir auslösen kann, wie die vergangene Zeit in der alten Stadt. Versuche mal, ganz bewusst zu denken und zu fühlen, dass neue Dinge, Plätze und eine neue Stadt nach einer gewissen Zeit auch zur Gewohnheit werden. Auch diese Dinge können zu einem Teil Deines Lebens werden. Für manche Probleme gibt es nur diese Bewusst-Mach-Lösung. Man muss im Kopf bewusst den Schalter umdrehen. Eine Willensentscheidung treffen. Das ist sehr schwer, aber wenn Du dieses Bewusstmachen oft wiederholst (Zettel wohin kleben, wo Du ihn als Erinnerung dafür nicht übersiehst), geht es Dir in Fleisch und Blut über und es wird einfacher.

  4. #4

    ~Regina~ ~Regina~ ist offline

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    Ja und vor allem neue Menschen kennenlernen....neue Menschen sind ein Segen. Bin damals bewußt mit 14 Leutchens (von denen ich nur eine kannte) in den Winterurlaub nach Schweden gefahren. Das war das Beste, was mir passieren konnte. Neue Leute, neue Geschichten, neue Erfahrungen, neue Anregungen, neue Ansichten...mit jedem neuen Mensch hat man ein Stückchen über den eigenen Tellerand geschaut. Dir eigene Geschichte verlor unmittelbar ihre Brisanz. Der Schmerz war dadurch nicht weg, aber diese 10 Tage im Schnee haben meine Wunden schon etwas gemildert. Also raus...in die Sonne legen

  5. #5

    _karmen_ _karmen_ ist offline

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    Hi Loni,


    danke für Deine Antwort. Sport ist tatsächlich eine gute Idee, muss dazu sagen dass ich das auch intensiv angefangen habe und mich sehr wohl dabei gefühlt hab und dass dann leider wieder eingeschlafen ist. Aber gut dass man immer wieder neu anfangen kann.

    Ich wünschte man würde nicht immer den Fehler machen und ab und zu in dieses verbitterte "damals gings mir noch gut"-Schema zurückfallen bzw. denken die guten zeiten von damals wären so weitergegangen. Wären sie ja nicht.

    Ansonsten habe ich hier gerade noch den Thread von Eowyn gelesen, die Hilflosigkeit und Wut die man empfindet wenn man weiss dass der Partner längst wieder glücklich ist. Warum trauert man selbst? Weil man ihn geliebt hat. Stimmt, der Gedanke ist irgendwie tröstlich.
    Doch hinterlässt es ein schales Gefühl, und nicht zuwenig Verbitterung. Ich dachte wirklich ich wäre weiter (inzwischen) aber was ist Liebe wert wenn man sich am Ende wie ein Stück ...fühlt. Ich weiss es einfach nicht. Es passt nicht zusammen, es geht nicht. Da prallen 2 Dinge aufeinander. Das ganze ich liebe dich , diese Gefühle diese Nähe...es war nichts wert. Nichts. Es hat nur viel zu langen Kummer verursacht, viel zu viel Schmerz. Der Dank ist wie Du so schön sagst ein grauer Schleier. Was wird passieren? zu gerne würde ich ja glauben dass am Ende alles im Lot ist man den Partner findet der wirklich zu einem passt, plötzlich die Puzzle-Stücke zueianderpassen. Damit meine ich auch die ganzen (schlimmen) ERfahrungen die man gemacht hat, also dass letztendlich alles einen Sinn bekommt.

    Stattdessen komme ich immer mehr zu dem SChluss dass Menschen hilflos umeinander herirren, sich selbst und andere belügen, grausam verletzten immer auf der Suche nach dem was dem eigenen Leben Sinn geben soll es aber nicht tut. Es gibt die die verletzen. Und die die verletzt werden. Mal mehr mal weniger.
    Ein schönes Weltbild dass sich da aufbaut. Was bleibt ist dann eigetnlich die Konsequenz sich davon zu distanzieren. Seine Energie und seine Liebe in andere Dinge zu investieren. doch diese verdammte Erinnerung würde ja doch bleiben.....

  6. #6

    _karmen_ _karmen_ ist offline

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    Hallo tessa,

    das hast Du wirklcih gut analysiert. Und Du hast vollkommen recht. Das Gefühl es wird nie wieder so schön sein...denn egal was kommt (das eigetnlich nur besser sein kann) es würde paradoxerweise nicht an die zeit heranreichen. und ist damit eigentlich schon gestorben....aus diesem Kreislauf herauszukommen ..das ist wohl der Weg.

    Es ist eine Willenssache, das sehe ich genauso. ich werde es versuchen...vielen Dank.

    Annika

  7. #7

    Mary Large Mary Large ist offline

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    Gern geschehen. Dass Du schreibst, ich hätte es gut analysiert, macht mir Hoffnung... das Älterwerden hat also doch irgend etwas für sich . Hilfe, ich werde weise !

  8. #8

    ~Regina~ ~Regina~ ist offline

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    Ich hatte auch diese Negativ-Phase, in der man jedes verliebte Pärchen anschaut und denkt...wartet nur ab, eines Tages gehts euch ganz genauso...alle Menschen sind gleich...jeder verläßt und wird verlassen.

    Heute denke ich, dass das vielleicht so ist...ganz bestimmt...aber das ist für mich nicht mehr ausschlaggebend. Was nützt mir das Wissen, dass man gegen eine neue Liebe kaum ankommen kann, dass das Leben auch negative, schmerzvolle Ereignisse mitsich bringt, dass eine neue Beziehung auch immer Gefahr des Verletztwerdens bedeutet? Zunächst läßt es mich vorsichtiger sein und dennoch darf man sich nicht im Pssimismus begraben...dann dürfte man ja nie wieder was Neues beginnen...vielleicht gehört diese dunkle Seite einfach auch dazu?!

  9. #9

    _karmen_ _karmen_ ist offline

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    also ich muss wirklich sagen...es tut mir gut hier zu lesen bzw. Eure Antworten. Unglaublich wie sehr manche Gedankengänge gleichen...Loni, genau das denke ich mir im Moment auch wieder. also wenn ich (glückliche) Paare sehe. Ich bin nicht neidisch, nicht hämisch, ich bin da einfach nur pessimistisch. Und ich denke dann darüber nach wie es sein wird wenn diese Beziehungen auseinandergehen. Wie schrecklich es dann für die Verlassenene sein kann.

    DAs traurige ist nur: es passiert. Immer wieder, gerade bei mir im Bekanntenkreis.

    Aber ich gebe Dir auch insofern recht dass es wohl dazugehört. Diese dunkle seite...

    manchmal überfällt mich halt dieses Gefühl der Verzweiflung. Es ist ja nicht immer da, aber ich dachte es verschwindet dann einfach mal. Das ist aber nicht so.

    ich will dass es nie wieder so weh tut, ich will das nie wieder erleben. Aber ich will auch nicht mehr ständig denken müssen, warum kann ich nciht mehr so glücklich sein wie damals. das ist doch wirklich dämlich oder...

  10. #10

    ~Regina~ ~Regina~ ist offline

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    hihi wißt ihr was ulkig ist...teilt ihr auch die Zeit in VORHER und NACHHER ein? ...also vor der Trennung und danach?

    Ja ich denke manchmal auch sehnsuchtsvoll zurück, die vielen gemeinsamen Jahre, der Spass, die Freude, das Reisen, das Urvertrauen, die Liebe...doch mir nützen diese wehmütigen Gedanken heute nichts mehr...sie bringen mich nicht weiter! es gibt eine Zeit, da kann man nicht anders...alles schmerzt und tut weh...die Gedanken kreisen um den geliebten menschen...doch danach folgt eine Zeit...in der man sich sehr wohl entscheiden kann...sitze ich heute zu Hause und leide oder geh ich raus?!...viele vergraben sich, weil es ja auch Kraft kostet, einen Neuanfang zu starten. Ich weiß nur, dass man irgendwann die "Lust am Traurigsein" (so doof das klingen mag) verliert...und dann steht man wieder auf...

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