Thema: Er hat schizophrenie
- GastGast
Er hat schizophrenie
Hallo,
Vorweg möchte ich euch bitten, wenn ihr selbst ein psychisches Problem habt dieses nicht zu lesen. Es kann sein, dass es jemanden an etwas erinnert oder runterzieht. Danke
Bevor ich zu meinem eigentlichen Problem komme, will ich eine kleine Vorgeschichte erzählen.
Ich bin 17 Jahre alt und hatte in meinem Leben viel mit Missbrauch und Gewalt zu tun. Dies führte dazu, dass ich vor 4 Monaten in eine Psychiatrie kam wegen Dissoziative Störungen, Borderline und einer Essstörung. Ich war dort drei Monate und in diesen 3 Monaten habe ich es geschafft mir Ziele zu setzten und mein Selbstbewusstsein zu stabilisieren. Ich habe dort viele tolle Leute kennengelernt, mit einem großem Herz und viel Charakter.
unter diesen Leuten gab es jemanden, der mich sehr faziniert hat. Er ist 18. Wir haben uns viel unterhalten und er konnte mir mit seinen Worten sehr helfen. Ich habe mich ion ihn verliebt, doch dann kam es so, dass er auf eine andere Station verlegt wurde, weil er einen Alkoholrückfall hatte. Er war nun auf der Suchtstation. Da Kontakt zu anderen Stationen verboten ist haben wir uns Anfangs heimlich getroffen und später bekamen wir 40 Minuten im Ausgang genehmigt, weil meine Therapeutin gesehen hat, dass es mir wirklich ernst ist.
er kam in die Klinik wegen einer psychose, doch ich wusste ja nie was das ist und mich hat es auch nie interessiert. Es war eine schöne Zeit, doch dann wurde auch er entlassen und ich saß da - ganz alleine. Der abschied war schwer und ich habe sehr darunter gelitten. Ich sprach mit einer Schwester und diese sagte mir, wie er ist und sagte mir außerdem, dass er unter schizophrenie leidet. Es war ein Schock für mich, da ich wusste, dass es was grausames ist. damit konnte ich nicht umgehen, doch ich wollte ihm helfen. Ich versprach ihm, dass ich auf ihn warten werde, wir wohnen auch nicht gerade nahe beieinander. er sagte mir immer wieder, wie sehr er mich braucht und ich versuchte ihm das zu geben, was er brauchte. ich liebte ihn ja.
Jeden tag rief ich ihn an. Doch das tat ich nachher nicht mehr gerne, denn jedes mal, wenn ich ihn anrief war er betrunken und total auf drogen. Ich wusste ja, dass er ein Alkohol- und Drogenproblem hat, doch das das so stark ist hätte ich nicht gedacht. er tut mir sehr weh damit. Er sagt zu mir, er kann mit seinen Schizophremnie nicht umgehen. Es wird immer schlimmerund der Alkohol.....
Ich habe oft versucht ihm ins Gewissen zu reden - mitten in der Nacht - Stunden lang, doch er war betrunken. Ich habe geweint und gesagt, dass ich auch kein Ausweg weiss. Er legte auf - er konnte ja nicht mal mehr mit mir reden.
Am nächsten tag rief er mich morgens an und schrie mich an vonwegen ich solle ihm glauben er liebt mich und er würde alles für mich tun.
Mein Problem ist folgendes: ich weiss genau, dass er mich liebt. Ich habe gelesen, dass schizophrenkranke Menschen abstoßen aus Aus Angst selber abgestoßen zu werden. Das schlimme ist sie wollen es gar nicht. Ich selbst kenne das. Doch dieses Problem habe ich mitlerweile bearbeitet.
Was soll ich denn bloß machen. Einerseits muss ich doch an mich denken, denn es tut mir weh aber andererseits, weiß ich doch,. dass er mich liebt und ich lieb ihn doch auch.
Weiss da nicht jemand einen Rat, wie ich damit umgehen soll?
- Erfahrener Benutzer
danco
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Hallo,
ich kann nachvollziehen, was du gerade durchmachst, da stehst du natürlich vor einem enormen Problem.
Durch seine Schizophrenie hat er, wie du schon richtig erkannt hast und wie es für diese Erkrankung typisch ist, einige paranoide Züge angenommen, die zu einer Abstoßungsreaktion führen, ungewollterweise. Ich denke, du kennst das mit der Diagnose Borderline gut genug...
Das Problem, welches ich sehe ist folgendes: Du wirst vermutlich nicht die Kraft haben, ihn zu unterstützen, mit eienr diss. Störung, Borderline ect. hast du mehr als genug mit dir selber zu tun, einen drogenabhängigen Schizophrenen noch zu supporten ist ein Ding der Unmöglichkeit! Das klingt jetzt knallhart und ich weiß, dass es schwer zu akzeptieren ist...aber daran würdest du kaputt gehen.
Vor allem, da er scheinbar nicht willens ist bzw. es seine Krankheit es ihm im Moment nicht möglich macht, ernsthaft eine Therapie durchzuführen...
(Wieso wurde er aus dem krankenhaus entlassen? Ist mir unbegreiflich)
Ich kenne diese Situation, ich bin selber diagnostiziert depressiv mit Persönlichkeitsstörung, die Borderline sehr ähnlich ist und war 1,5 Jahre mit einer Borderlinerin zusammen, die ebenfalls schizophrene Züge aufwies...am Ende hiess es Suizid oder Trennung. Ich habe mich fürs Leben entschieden.
So bitter das ist: Das schaffst du nicht. Werde selber stabil, bevor du dir so eine Mammutaufgabe stellst, das ist für einen "gesunden" Menschen fast nicht durchzuhalten.
Das ist nicht fair, weder ihm noch dir gegenüber - aber es führt auch kein Weg dran vorbei.
Das einzige, was du tun kannst wäre, dafür zu sorgen, z.B. über seine Schwester, dass er schnellstmöglichst wieder in ein Krankenhaus kommt, denn so wie du das beschreibst war sein Aufenthalt zu kurz und damit unsinnig.
Sorry, dass das sehr deutlich geworden ist, ich fühle absolut mit dir...
Sei gedrückt, wenn du magst,
Khmer
- GastGast
Hey,
vielen dank für deine Antwort
Ich finde es nun bei Weitem nicht zu Hart ausgedrückt. Im gegenteil. Ich finde es fair und so eine Meinung habe ich mir ja erhofft.
Du fragst warum er entlassen wurde. er war 5 Monate in dieser klinik und für diese Klinik ist das schon viel zu lang, denn § Monate sind normalerweise nur vorgesehen.
Eigentlöich hieß es ja, er soll verlegt werden nach Bremen aber das hat sich verzögert, so dass er zumindest nen schönen Rückfall hatte. Nun kan er erst Ende dieses Jahres dort hin.
Wenden kann ich mich leider an keinen, denn er hat keine Geschwister, nur einen Vater und der ist selber Alkoholiker. Das einzige, was ich machen könnte wäre mich an seinen besten freund zu wenden. Er ist aber im Moment selbst in Therapie.
Gestern sagte er noch zu mir, er wolle aufhören und er meint er schafft das auch, da ja sein Bester freuind jetzt auch in Therapie ist, doch so wirklich glaube ich daran nicht und ich habe ja auch die Erfahrung gemacht, dass man ja auch nicht mit ihm reden kann.
Wäre es vielleicht gut, erstmal nicht die Beziehung zu beenden, sondern einfach erstmal zu versuchen Gefühlsmäßig von ihm loszukommen?
- Erfahrener Benutzer
danco
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*grmpf* Über solche Kliniken könnte ich mich aufregen, die solche Grenzen setzen...wenns länger dauert dauerts eben länger...man sieht, wohin das führt. Hoffen wir, dass er bald eine neue Möglichkeit bekommt...er war 5 Monate in dieser klinik und für diese Klinik ist das schon viel zu lang, denn 3 Monate sind normalerweise nur vorgesehen.Sorry, hatte oben dein "Ich habe mir einer Schwester gesprochen" als "mit seiner Schwester gesprochen" gelesen, mein Fehler.Wenden kann ich mich leider an keinen, denn er hat keine GeschwisterZu wievielten Mal...? Ich glaube, dass er das möchte, und ich glaube, dass es ihm ernst ist...ich glaube aber nicht, dass das bei der Schwere seiner Probleme so ohne weiteres geht, wie er sich das vorstellt. Die Einstellung, für eine Liebe alles ändern zu können ist zwar sehr romantisch, aber unrealistisch. Leider.Gestern sagte er noch zu mir, er wolle aufhören und er meint er schafft das auchDie Entscheidung liegt klar bei dir, aber ich fände ein solches Vorgehen nicht unbedingt fair. Natürlich ist der blöde Aspekt jetzt zu fragen, inwieweit das seine Paranoia bestärken würde, aber mit solchen Folgen ist eben zu rechnen, und es ist unerheblich, wann das passiert. Ich denke, der geradlinigste, und vor allem für dich beste Weg wäre eine klare Trennung. Du weißt, dass für dich mit deiner Diagnose klare Strukturen am sinnvollsten sind, ich fände es gefährdend für die Fortschritte, die du schon gemacht hast, wenn du dich jetzt in solche verschwommenen Gefilde begeben würdest.Wäre es vielleicht gut, erstmal nicht die Beziehung zu beenden, sondern einfach erstmal zu versuchen Gefühlsmäßig von ihm loszukommen?
Und bitte: Besprich das Problem nicht nur hier, sondern unbedingt auch mit deiner Thera. Es ist ja doch ein recht dominantes Problem für dich im Moment, und da solltest du nicht alleine durch.
Ich wünsch dir viel Kraft, liebe Grüße
Khmer
- Erfahrener Benutzer
Phillipp§
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Hey... unglaublich
Hey Khmer!
ich glaube es kaum, aber ich muss sagen ich pflichte dir zu 100% bei.
Auch meiner meinung nach keine andere Möglichkeit, als die von dir aufgeführte Variante. :]
Vielleicht eine blöde Frage: Aber ist es nicht ein sicheres Zeichen der Schizophrenie, dass die eine Persönlichket von der anderen nichts weiss. War das nicht die grundlegende Form?
Wenn das so ist, wie kann er sage er kommt mit seiner Schizophrenie nicht klar?
oder ist es doch möglich, dass beide "Persönlichkeiten" sich kennen? Würde mich interessieren, wenn du eine fundierte Antwort hättest???
Gruss
marc
)
- Erfahrener Benutzer
danco
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Hi marc,
hier verwechselst du Schizophrenie und mps (Multiple Persönlichkeits Syndrom). Schizophrenie gehört zu den Psychosen, glaub ich, mps zu den dissoziativen Störungen.
Schizophrene sind eine Persönlichkeit, die aber dazu neigen, sich ein Weltbild zu schaffen, was ihnen entgegenkommt, ihre Welt um sich herum bauen ohne Rücksicht auf andere, das beinhaltet auch die "Erschaffung" von menschen, die bei dem zu erreichenden Ziel behilflich sein können, ebenso von Orten. Also im Schwerstfall Halluzinationen.
MPS'ler haben mehrere Identitäten, z.T. weit über 100 (davon aber selten mehr als 3-5 wirklich aktiv), die auch untereinander kommunizieren, also voneinander wissen. Jede dieser Identitäten hat eine besondere Aufgabe zu erfüllen, also eine für Streitigkeiten, eine für diese Situation, eine für jene.
Sind zwei vollkommen unterschiedliche Krankheiten.
Das war jetzt auch überhaupt nicht fundiert und wissenschaftlich blödsinnig, eher aus eigener Erfahrung, aber bei dem Link, den ich in dem "wann wird es besser" (oder so)-thread gepostet habe stehen auch zu diesen beiden Krankheiten fundierte Info's.
Gruß
Khmer
- Erfahrener Benutzer
danco
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Zur Ergänzung, damit du nicht suchen musst:
Schizophrenie
und
mps
Stelle fest, so arg falsch hab ichs gar nicht erklärt *g*
Gruß
Khmer
- Erfahrener Benutzer
Phillipp§
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Thx...
Cool... danke.... ich bin auch diesem gebiet nicht besondern bewandert.... ?( ?(
Das hol ich nach!
Gruss
M.
- GastGast
hallo,
*dichaucherstmalindenarmnehmundganzdollfesthalt
ich möchte mich auch khmer anschließen und denke, dass du einfach noch zu labil bist und die aufgabe auf dich nimmst, im zu helfen, denn das könnte deine bis jetzt schon erlangten besserungen um eingiges zurückwerfen und das ist einfach nicht gut für dich und deinen seelenfrieden...
klar ist es schwer, ihn aufzugeben, das kann ich mir gut vorstellen, aber ich denke einen großartig anderen weg, wird es nicht geben... du kannst ihm sagen, wieviel er dir bedeutet und dass du ihm zu gern helfen möchtest, er dir dafür entgegenkommen soll. er soll sich nochmals in eine klinik einweisen lassen, dann kannst du weiterhin zu ihm stehen und den kontakt halten, wenn es ihm wieder erlaubt ist. das ist der einzige weg, wie du ihm helfen und zeigen kannst, dass du für ihn da bist, alles andere würde dich selbst zerstören und das muss er verstehen...
im grunde hat er dann nur zwei möglichkeiten, entweder in selbstmitleid zu verfallen und total resignieren, dann musst du so stark sein und ihn loslassen oder er wird dir und auch seiner eigenen gesundheit entgegenkommen und deinen vorschlag annehmen... vielleicht gibt es dann doch einen weg, dass ihr eine gemeinsame, gesunde zukunft habt...
ob und inwiefern du meinen vorschlag nachgehst, ist natürlich deine entscheidung und du weißt selbst, was für dich am besten ist...
ich wünsche dir auf jeden fall von ganzen herzen, dass du nachdem, was du alles durchgemacht hast, in der zukunft endlich glücklich sein kannst und auch menschen um dich herum hast, die dieses ziel für dich mit verfolgen...
liebe grüße
delia
- GastGast
hallo marc hallo delia,
Ich hätte mich mal doch anmelden sollen....
Ich denke schon, dass ihr mir mit euren meinungen einen schritt weiter geholfen habt.In meiner Therapie musste ich auch lernen mich auf mich zu konzentrieren und nicht alles an mich ran zu lassen, was mir nicht gut tut. Bei mir ist es nun so dass (ich weiss nicht ob ihr das kennt) Das schwarz-weißdenken sehr ausgeprägt ist, so habe ich sehr große Angst vor den Reaktionen. So kommt es meist letztendlich dazu, dass ich mir selbst für alles die Schuld gebe.
Ich muss mich erstmal vorstellen. Die meisten nennen mich Fuzzel. Wäre vielleicht besser um mich anzusprechen, denn Gäste gibt es ja viele.
Was außerdem ein großes Problem von mir ist, ist dass ich es verlernt habe alleine zu leben. Ih bin abhänig von einem Partner, was mir die Sache sehr erschwert. Ich hoffe, dass ein gutes Ende nimmt.


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