1. #1

    so lala so lala ist offline

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    Liebe - ein Wegwerfartikel ?

    Habs ja schon mal im alten Forum erwähnt, daß ich dazu mal einen Threat eröffne.

    Liegt es an unserer Konsumgesellschaft, daß wir scheinbar schon die Gefühle unserer Mitmenschen einfach so nutzen wie ein Produkt aus dem Regal des Supermarktes der Emotionen ?!?.

    Habe in der letzten Zeit viel darüber nachgedacht, was mir, was Euch so alles passiert ist und ich muss sagen es erschüttert mich zutiefst, was so abläuft zwischen Menschen die sich einstmals geliebt haben oder sollte ich statt dessen besser sagen, die eine Zeitlang Ihren Spaß miteinander hatten.

    Was sich doch bei fast allen irgendwie feststellen lässt, ist daß sie mit dem Ende eines Traumes, einer Illsuion einfach nicht klar kommen, weil sie es plötzlich mit einem völlig anderen Menschen zu tun haben. Vorher noch ein bedingungsloses Füreinander einstehen, danach eine Trümmerwüste - wo ist eigentlich in solchen Momenten der Punkt der Verantwortung geblieben - sowohl bei "Täter" als auch "Opfer". Irgendwie sieht es doch bei vielen so aus, wie bei einem Tetrapack - nachdem er "leer" ist wird er entsorgt und ein neuer besorgt - viele knüllen dann die leere Hülle noch zusammen, damit sie noch in den prall gefüllten gelben Sack der Emotionen passt - jedesmal wenn so etwas passiert bleiben Narben zurück. Und einfach so wieder recyceln ist eben nicht, zumindest nicht oft. Vor noch gar nicht allzu langer Zeit musste man es sich sehr, sehr gründlich überlegen mit der Trennung, da es sich da noch um Lebensgemeinschaften nicht nur um Momentaufnahmen gehandelt hat.

    Schreibt doch mal Eure Meinung / Erfahrung - es muss doch irgendwo ein Bezug zu unserer Lebensweise vorhanden sein, daß wir so sorglos über "Leichen" gehen können, nur um unser Ego gewaltsam durchzusetzen.

    Jaeischer

  2. #2

    Nairobi Nairobi ist offline

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    Das ist schon ein wichtiges thema, das du da ansprichst. denke, dass wir tatsächlich in einer sehr hedonistisch orientierten gesellschaft leben. und das betrifft sicher auch die art und weise, wie wir in beziehungen gehen und was wir erwarten. und sobald unsere oft nicht durchdachten und unrealistischen erwartungshaltungen, projektionen und lustgefühle nicht erfüllt werden, lassen wir die finger davon und vertschüssen uns. oder werden vertschüsst...

    und erst das verlassen werden tut dann so weh, dass plötzlich die notwendigkeit gegeben ist, über die eigene einstellung, das eigene verhalten in beziehungen nach zu denken. bei mir zumindest ist das so.

    auf der anderen seite würd ich nicht sagen, dass früher lebensgemeinschaften besser waren, nur weil trennungen und überhaupt scheidungen nicht modern waren. oft haben diese beziehungen ja auch nicht funktioniert und die partner blieben nur aus wirtschaflicher abhängigkeit (kinder, wenig gesellschaftliche akzeptanz einer scheidung, frauen hatten keine finanzielle grundage) zusammen. ich kenn wenig paare der generation meiner eltern (auch diese nicht), wo ich das gefühl hätte, dass sie wirklich glücklich waren und sich geliebt hätten.

    eine frage, die sich sicher stellt. ist, was ist liebe denn eigentlich? was erwarten wir, wie können wir liebe erleben und erfahren, ohne unsere kleinlichen ängste und forderungen an uns selbst und an unsere partner?

  3. #3

    Bertie Bertie ist offline

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    JAAAAA!

    Die Spassgesellschaft macht uns alle, jeder nur noch für sich und seine Vorstellungen! Gemeinsamkeiten werden über Bord geworfen und sind nichts mehr wert. Wenn Wünsche nicht erfüllt werden, wechselt man den Anbieter, ist dass der Weg? Mann könnte auch versuchen dem "alten Anbieter" seine vorstellungen zu vermitteln.

    Alles etwas abstrakt, aber so ist es eben!

  4. #4
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    oqQvwGIRoE

    Wowza, problem solved like it never happeend.
    Geändert von Unregistriert (17.12.2011 um 19:27 Uhr) Grund: pQVRkiBIErcrTGyxpFc

  5. #5

    Gretchentragödie Gretchentragödie ist offline

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    Ich gebe euch ´voll recht und schreibe deswegen auch nicht mehr viel dazu, nur:

    Meine Mutter sagte heute morgen: Die meisten Menschen suchen den perfekten Partner, da kann man aber lange suchen, denn den gibt es nicht!

    LG Line

  6. #6

    Sonnenstrahlen Sonnenstrahlen ist offline

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    ja so ist es...liebe ist ein einweg-artikel (vielleicht war er das auch schon immer?!) man lernt sich kennen, verliebt sich, baut sich gemeinsam etwas auf, hegt grosse schwüre auf die gemeinsame liebe um dann, wenn unzulänglichkeiten auftreten und man nicht mehr gewillt ist kompromisse einzugehen etc., das ganze wie ein kartenhaus zusammenfallen zu lassen. (bekannterweise ist es ja nicht schwer ein kartenhaus zum einsturz zu bringen) die wenigsten machen sich wirklich die mühe die liebe aufrecht zu erhalten - warum auch? ...ist es doch viel einfacher und bequemer sich einen neuen stapel karten zu nehmen, die noch nicht so abgegriffen sind, und von vorn zu beginnen.
    fazit: sobald einer in der beziehung keine mühe und lust mehr aufbringt die pflanze liebe zu pflegen und zu hegen, ist das ende sowieso schon vorprogrammiert. traurig, aber wahr!

  7. #7

    Fluppe Fluppe ist offline

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    Meine Meinung !

    Deinen Satz aus dem alten Forum "Wir konsumieren Gefühle und Menschen wie Einwegartikel" finde ich leider treffend.
    Auch in meinem Umfeld ist zu beobachten, daß mit Gefühlen und Partnerschaften teils sehr oberflächlich umgegangen wird. Was ich allerdings überhaupt nicht verstehe ist, warum das so ist. Jeder wünscht sich doch Wärme und Geborgenheit in einer harmonischen Beziehung, möchte sich auf den Partner 100% verlassen können und nicht ständig in der Angst leben, einen Fehler zu machen, der unter Umständen die Beziehung zerstört. Warum gehen dann so viele Beziehungen in die Brüche, warum wird mit Gefühlen so umgegangen ? Ist es vielleicht die inzwischen elementare Angst, selbst einmal vom Partner so sehr verletzt zu werden, daß man im Zweifel lieber selbst ein Ende setzt ? Ist denn heute niemand mehr in der Lage, für etwas einzustehen und auch mal schlechte Zeiten zu überstehen ? "In guten wie in schlechten Tagen" - so ist doch das Eheversprechen oder ? Wer nimmt diesen Satz denn wirklich noch ernst ? Er ist allem Anschein nach heute genauso eine Floskel, wie die Worte "Ich liebe dich !"

    Und ja, irgendwie scheinen wir alle schizophren zu sein - anders kann ich mir nicht erklären, warum wir es bei einer Trennung oftmals mit scheinbar völlig anderen Personen zu tun haben, als die Partner zuvor waren. Verantwortung ? Viele übernehmen doch noch nicht einmal mehr Verantwortung für ihr eigenes Leben, wie sollen sie da Verantwortung für eine Partnerschaft übernehmen ?
    Ich habe mich in letzter Zeit auch viel mit Freunden und Kollegen unterhalten und den Eindruck gewonnen, daß es heute kaum mehr möglich scheint, eine "normale" Beziehung zu führen. Es ist ein unentwegter Kampf gegen Vorurteile, Gesellschaftsstrukturen, Denkweisen, Ideale und Gleichgültigkeit.
    Und irgendwie sehen viele das Problem aus der gleichen Richtung kommen, wie wir es hier tun - aber warum ändert sich dann nichts ? Es ist eine Spirale die kein Ende zu nehmen scheint, ich möchte nicht wissen, wie die Generationen nach uns einmal mit Gefühlen und Menschen umgehen - das macht mir gerade mal richtig Angst !

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