Thema: Quo vadis ?

  1. #1

    Stew Stew ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    08.06.2005
    Beiträge
    1.779

    Quo vadis ?

    Zur Definition von Partnerschaft und Liebe

    aus dem Buch "Wenn der Partner geht..." von Doris Wolf:

    "Für mich gibt es zwei Arten von Liebe:

    a) Die ideale Liebe
    Die ideale Liebe ist ein Gefühl, das entsteht, wenn wir
    bereit sind, den Partner bei der Erfüllung seiner Wünsche zu unterstützen. Wir akzeptieren den Partner
    in seiner Eigenständigkeit voll und ganz und stellen keine Forderungen an ihn.
    Die ideale Liebe ist bedingungslos. Sie ist nur möglich, wenn wir uns selbst auch vollkommen akzeptieren und nicht vom Partner abhängig fühlen. Sie ist nur möglich, wenn wir wissen, dass wir für unsere Zufriedenheit selbst verantwortlich sind, und uns auch darum bemühen.

    Anders ausgedrückt, je mehr wir uns selbst akzeptieren,
    desto eher können wir unseren Partner bedingungslos lieben. Je mehr wir selbst für unsere Zufriedenheit sorgen können, desto eher können wir den Partner tolerieren. Die meisten Menschen sind davon jedoch meilenweit entfernt.

    b) Die gewöhnliche Liebe
    Die gewöhnliche Liebe ist ein Gefühl, das wir für jemanden empfinden, der uns gibt, was wir haben möchten. Wahrscheinlich stoße ich mit dieser Auffassung bei Ihnen auf heftigen Widerstand. Ich wage es trotzdem, sie zu beschreiben. Wenn wir im Alltag von Liebe sprechen, dann ist Liebe gleichbedeutend damit,
    dass der andere unsere Bedürfnisse bereits erfüllt,
    oder wir die Hoffnung haben, dass er sie noch erfüllen wird. Wir verlieren dieses Liebesgefühl, wenn der andere unsere Bedürfnisse nicht erfüllt oder uns nicht wiederliebt.

    Das klingt sehr egoistisch, aber schauen Sie einmal bei sich nach: Welchen Menschen bringen Sie Gefühle der
    Sympathie und Liebe entgegen ? Welche Menschen mögen Sie nicht ? Ich behaupte, Sie mögen die Menschen, in deren Gegenwart Sie sich wohlfühlen. Sie
    mögen die Menschen, die gut zu Ihnen sind und Ihnen
    zustimmen. Ich behaupte, Sie lehnen die Menschen ab,
    von denen Sie sich nicht akzeptiert sehen und die Ihre
    Erwartungen nicht erfüllen. Oder ist das bei Ihnen anders als bei den meisten Menschen ?

    Fast alle Menschen verstehen unter Liebe die gewöhnliche Liebe. Sie gehen in erster Linie in die Partnerschaft, um etwas vom Partner zu bekommen, und
    nicht, um etwas zu geben. Zu Beginn der Partnerschaft
    steht quasi ein Mangelzustand. Wir brauchen den Partner, um uns gut zu fühlen. Wir fordern vom Partner,
    dass er sich nach unseren Erwartungen verändert.
    ... "

    Diese Zeilen finde ich doch sehr erhellend ... Ich persönlich bin entschlossen, in dem Zustand anzukommen, der bedingungslose Liebe (erst) ermöglicht !

    Was wollt Ihr ?
    Liebe ?
    Freiheit ?
    Weisheit ?
    Glück ?


    bin gespannt auf Eure Meinungen ...

  2. #2

    Zerstörer Zerstörer ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    09.03.2006
    Beiträge
    922
    Sehr Interessant!!

    Also, zugegeben meine letzte Beziehung war: b) Die gewöhnliche Liebe
    Hab mich da wieder finden können.

    >>Was wollt Ihr ?
    Liebe ?
    Freiheit ?
    Weisheit ?
    Glück ? <<

    Gute Frage.... am besten von jedem ein wenig. Vielleicht von den letzten beiden weniger als von Liebe und Freiheit.

  3. #3

    Stew Stew ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    08.06.2005
    Beiträge
    1.779
    Vielleicht hätte ich der Vollständigkeit (?) halber oder wenigstens zum Ausgleich noch ein paar andere Begriffe in den Raum stellen sollen :

    -> Angst ?
    -> Unsicherheit ?
    -> Abhängigkeit ?
    -> Streß und Angespanntheit ?

    Meine Finger wollen hier unbedingt etwas lassen... zwanghaft? Eitelkeit ? Mein Kopf ist nicht sehr fit, im Augenblick... könnte Lagerfeuer und Erde gebrauchen... Trommeln bis in Trance... nicht durchführbar gerade...
    egal.
    Wie dem auch sei !

    Was ich heute noch nicht fühlen kann, wird morgen durchaus meine Realität sein ... :gruebel

    Ach, so ein "Mutationsprozess" ist schon seltsam... hab zu lange gerostet...

    kling ich irgendwie wirr und verschroben ?? okokok ...

    ich hör jetzt mal auf zu blubbern, muß mich erst wieder sammeln...

    schöne Grüße an alle Nachdenklichen !

  4. #4

    Hans-Peter #1 Hans-Peter #1 ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    29.04.2006
    Beiträge
    2.482
    hm, ich wähle Antwort A

    Alles andere ist Selbstbeschiss. Net grübeln, machen!
    Vertraut eurer Intuition!

  5. #5

    Stadtschwalbe Stadtschwalbe ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    30.11.2005
    Beiträge
    1.465
    Krieg ich nen Telefonjoker

    Hallo Fishi

    und gerade eben hab ich noch gedacht: "Mensch, wird Zeit, dass hier mal wieder was tiefsinniges reinkommt!"


    Tja, die Frage ist doch nicht, was wir wollen, die Frage ist, was unser Unbewußtes mit uns macht
    und die Frage ist: Wie findet man dazu, sich selbst zu lieben....

    Der Weg ist nicht einfach.

    So wie ich das sehe haben wir im leben immer die Chance, uns weiterzuentwickeln, aber die meisten Menschen haben Angst davor, weil das nur allzuoft bedeutet, das "Alte" bzw. das "Altbekannte" aufzugeben.
    "Auf zu neuen Ufern!" und das ist doch, was den meisten Angst macht, oder?
    Sorgen nicht meist erst wirkliche Schicksalsschläge, wenn überhaupt, dafür, dass wir anfangen nachzudenken?

    Die meisten Menschen machen ihren Partner oder, wenn keiner da ist, ihre Eltern udn ihre Erziehung doch für ihr Wohlergehen und für ihr Glück verantwortlich, ohne je zu begreifen, dass es an ihnen selbst liegt.... sie mögen diese Worte lesen udn ihnen zustimmen und haben sie doch morgen wieder vergessen, wenn es denn heißt "Aber ich hatte ja auch eine schwere Kindheit..."

    Das Leben als Lernprozeß zu begreifen, ist nicht das der erste Schritt...

    Und selbst wenn ich auf dem Weg zu mir bin, dabei bin, mich zu lieben, gibt es dann nicht immernoch genügend Rückschritte?

    Wann bin ich bereit dafür A und B zu lieben?
    Wenn ich erkannt habe?
    Zwischen Erkenntnis und Umsetzung liegt so oft ein so schwerer Weg... wenn überhaupt...

    Soweit erstmal meine Meinung.
    bin gespannt auf andere )



    waiting auf Ester, Darla, Froschi, GF, Herzi....


    In diesem Sinne

    viele liebe Grüße Euch

    Moony

  6. #6

    Bussard Bussard ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    29.12.2005
    Beiträge
    2.092
    Hallo Fishi,


    ich 'wage' mich mal in Deinen Thread...

    Weißt Du welche Begriffe ich in Deinen Worten für sehr wichtig halte?

    Freiheit und Glücksfindung...(im übertragenen Sinne...)

    Ganz gegen meine romantische Natur, will ich Liebe mal sehr nüchtern immer weiter reduzieren...

    Was bleibt ist die höchste Wahrscheinlichkeit erfolgreich Nachkommen zu erschaffen und erfolgreich Groß zu ziehen.
    So erschließt sich eine natürliche Logik...

    Allerdings wirft diese Reduktion auch wiederum Fragen auf...sehr interessante Fragen, wie ich meine...
    Ich vertrat diese 'These' kürzlich einem Menschen gegenüber, der uns (ungewollt) zu
    Streithähnen machte...

    Ich empfinde diese Reduktion nicht als ernüchternd oder entmutigend.


    Es gibt eine schöne Definition der Freiheit von Theodor-W. Adorno :

    'Freiheit wäre, nicht zwischen schwarz und weiß zu wählen, sondern aus solcher vorgeschriebenen Wahl herauszutreten.'

    Glücksfindung treibt uns Menschen durch unser Leben...

    Dies mit teils dramatischen Entwicklungen und Sackgassen...


    Vor Monaten wurde ich hier im Forum auf Moony aufmerksam, als sie einigen nicht näher bezeichneten Streithähnen cool beschrieb, wie ihr weiterer Abend aussähe...
    Diese machten sich über die muffelige Zweisamkeit in der Familie lustig,
    worauf sie ihre Freude auf Chips vor dem Fernseher in den Armen ihres geliebten Mannes und den
    im Kinderzimmer schlafenden Kindern äusserte.
    Wie der weitere Abend dann einen erfüllenden Ausklang finden würde, deutete sie ironisch lächelnd ebenfalls an
    Seinerzeit kamen wir in Kontakt und pflegen diesen noch immer sehr gern und ergiebig )

    Moony definierte schlicht und ergreifend Liebe.


    Und es wird nie eine entgültige Definition geben...
    Zum Glück sind die Menschen so herrlich verschieden! :]


    LG, Herzi

    edit___hallo moony...Du warst Sekunden schneller
    Schick mal Knuddelbeams )
    edit 2__Ein bischen Grammatik korregiert

  7. #7

    Bussard Bussard ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    29.12.2005
    Beiträge
    2.092
    Huiiii...:]

    Sind wir alle hiermit beim Kern 'der Sache'?

    >>> Tja, die Frage ist doch nicht, was wir wollen, die Frage ist, was unser Unbewußtes mit uns macht
    und die Frage ist: Wie findet man dazu, sich selbst zu lieben....<<<

    ... Danke Moony...*unterschreib*

    @ Fishi : Ich wäre ein eitler Pfau, wollte ich dies gern selbst gesagt haben *g*


    Herzi

  8. #8

    Stew Stew ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    08.06.2005
    Beiträge
    1.779
    Hallo moony !
    Hallo Herzbrand !

    hehe ... hätte mich auch fast gewundert, wenn Du diese "Gelegenheit" ausgelassen hättest, moony !

    herzbrand, "wage" ruhig - ganz im Sinne meiner eigenen Transformation will ich mal von negativen Affekten ablassen, die ich sonst gerne allzu schroff rausschleudere. (Kritik und Differenzen bleiben, können aber mal zurücktreten - das "gönn´" ich uns mal )

    @moony :
    Tja, die Frage ist doch nicht, was wir wollen, die Frage ist, was unser Unbewußtes mit uns macht
    Das sehe ich gerade als "Arbeitsfeld" an : Wir
    sollten dahinkommen, unser Wollen zu kontrollieren, zu ermöglichen, das Unbewußte ans Tageslicht zu holen, uns weitestgehend davon nicht steuern zu lassen !
    Ein großes Ziel, ich weiß...
    womit wir gleich fließend zu
    Freiheit und Glücksfindung...
    (herzbrand) kämen, auf diesem Wege ...
    'Freiheit wäre, nicht zwischen schwarz und weiß zu wählen, sondern aus solcher vorgeschriebenen Wahl herauszutreten.'
    Das habe ich mir schon länger (mit großen Vergeßlichkeiten zwischen den Zeiten) eher über die spirituell-esoterische Schiene bewußt gemacht - ich nannte das auch mal "Überwinden des Dualismus", der
    unsere (westliche) Denk-welt traditionell allzusehr prägt.

    Ich denke nicht, daß es ein Wiederspruch ist, rational über Gefühle, Liebe, Beziehungen zu sinnen, während man gleichzeitig durchaus emotional "voll da" sein kann,
    in der Fülle so etwas wie "Liebe" zu erfahren ! Also nicht unbedingt "Reduktion" - übrigens auch nicht in Richtung
    zum reinen Biologismus: Wir haben doch auch die Freiheit, uns gegen Kinder-bekommen zu entscheiden ?
    (...die aufgeworfenen Fragen... )

    Alles in allem : Der Mensch in seiner Selbstwahrnehmung
    ein großes puzzle, zwischen innerer und äußerer Welt auf der Suche nach Ganzheit...

    Ich bin neugierig und gespannt auf die Zukunft !

    (und ich sollte tatsächlich mehr lesen, ähem... aber schließlich habe ich neulich festgestellt, daß ich jahrelang in einer Art "Wachkoma" lag ... )

    PS.:
    @ Fishi : Ich wäre ein eitler Pfau, wollte ich dies gern selbst gesagt haben *g*
    Ja !
    (nichts für ungut)

  9. #9

    Stadtschwalbe Stadtschwalbe ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    30.11.2005
    Beiträge
    1.465
    Original von herzbrand
    Huiiii...:]

    Sind wir alle hiermit beim Kern 'der Sache'?

    >>> Tja, die Frage ist doch nicht, was wir wollen, die Frage ist, was unser Unbewußtes mit uns macht
    und die Frage ist: Wie findet man dazu, sich selbst zu lieben....<<<

    ... Danke Moony...*unterschreib*
    :]

    Naja, eine Fragestellung, die mir in letzter Zeit häufiger begegnet, und die es mir noch nicht gelungen ist, zufriedenstellend zu beantworten.

    Nicht dass ich so gar keine Antworten hätte, aber es reicht mir eben nicht (jaja Idealistin und Perfektionistin, die ich bin... )

    Mir ist ja auch durchaus klar, dass der Weg das Ziel ist ((*grinszuLabi* jaja ich weiß, für Dich ist nur das Ziel relevant... Mann ebend 8) ))
    aber es geht mir alles immer einfach zu laaaaaaangsam *ungeduldighibbel*



    Gespannt auf Meinungen anderer )

    Alles Liebe

    Moony



    die jetzt mal ihre Ungeduld im Garten abartbeiten geht )


    PS: *HerziherzigMondstrahlenknuddel*

  10. #10

    Bussard Bussard ist offline

    Erfahrener Benutzer
    Mitglied seit
    29.12.2005
    Beiträge
    2.092
    Moin Fishi,

    >>> (Kritik und Differenzen bleiben, können aber mal zurücktreten - das "gönn´" ich uns mal ) <<<


    ... wohl keine Insel der Glückseligkeit, aber die suchen wir eh woanders ...steig aber gern auf diesen Zug



    >>> Das sehe ich gerade als "Arbeitsfeld" an : Wir
    sollten dahinkommen, unser Wollen zu kontrollieren, zu ermöglichen, das Unbewußte ans Tageslicht zu holen, uns weitestgehend davon nicht steuern zu lassen !
    Ein großes Ziel, ich weiß... <<<

    ... Huiii 2
    Schau doch mal auf meine Signatur
    Dieses Arbeitsfeld kenne ich...eine Große Baustelle!
    Freud und Schopenhauer begleiten mich seit Jahren...
    Es geht voran )


    LG, Herzi

Um auf "Quo vadis ?" antworten zu können, musst du nicht registriert sein.