- GastGast
Der beste Weg drüber hinwegzukommen
Hallo,
also ich mache mir grade Gedanken darüber wie man am besten/schnellsten mit Liebeskummer fertig werden kann.
Es gibt da wohl verschiedene Möglichkeiten, eine Zeit lang hab ich das ganze einfach weggeschoben, logisch und objektiv betrachtet und hatte lange nicht so starke Schmerzen. Dann hab ich allerdings gehört, dass sowas garnicht gut wäre und man seine Emotionen komplett frei laufen lassen sollte, dann hab ich wieder dran gedacht und mir regelrecht den Schmerz wieder herbeigeführt. Seitdem bin ich wieder in diesem Loch und fühl mich einfach scheisse.
Welches ist eurer Meinung nach der Richtige weg? Abschliessen, kühl, nicht zuviel bzw nur die nötigsten Emotionen und Gedanken daran verschwenden oder sich einfach richtig ausheulen und im Selbstmitleid ertrinken bis der Schmerz irgendwann von alleine aufhört.
Beides hört sich nicht wirklich richtig an, höchstwahrscheinlich ist der Mittelweg das richtige.
Was meint ihr?
- Erfahrener Benutzer
hobbit
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Es gibt Stunden, in denen ich wütend bin, es gibt Stunden in denen ich weine, und es gibt Stunden in denen ich feiere und alles andere vergesse... Ich finde, dass alles sein muss!
- Erfahrener Benutzer
so lala
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Mittelweg in dem zusammenhang ? Wie soll es eine Mitte zwischen all den Extremen geben Liebe, Wut, Trauer, Hass - die quadratur des Kreises wäre wohl ein Kinderspiel dagegen. Das Richtige zu finden ist ungleich schwerer als den Stein der Weisen - Selbst der heilige Gral wird eher noch bei Aldi im Angebot zu finden sein, als daß es möglich wäre Heute, Morgen Irgendwann jemals zu sagen - DIES ist der Weg - es gibt keinen !!
Jeder geht anders damit um, jeder sucht seinen persönlichen Weg und stellt doch immer wieder aufs neue fest, daß das einzig konstante die Zeit ist die vergeht - ob man sie verrinnen lässt, sie erleidet als wenn Sekunden sich wie Jahre dehnen, oder einfach nur versucht sie anzuhalten oder gar zu überspringen - dies ist das einzige was ist, was wird, was Bestand hat und gleichzeitig Anspruch auf Ewigkeit erheben kann.
Emotionen sind schwer zu ertragen, Wunden gleich die ewig schmerzen. Sich dem Leid hinzugeben mag eine Variante darstellen, doch wieviel kann ein einzelner Mensch ertragen - gerade wenn die Gefühle in Scherben liegen und noch unsortiert mit scharfen Kanten mittem im Weg liegen - der Weg der gemeinhin als das Leben umschrieben wird. Wann haben wir die Kraft um wirklich daran zu gehen um diesen Müll der einstmals alles bedeutete zusammenzukehren; gibt es einen eimer der groß genug ist etwas aufzunehmen was einstmals das komplette Universum darstellte ? Doch diese Galxie die einstmals sich um das Gestirn der Liebe drehte verwandelt sich im Geiste in ein großes, unendlich scheinendes schwarzes Loch, begierig darauf jeden noch so schwachen Sonnenstrahl aufzusaugen. Dieser Kraft heißt es zu wiederstehen, diesem Endpunkt in der Welt des eigenen Gehirns immer wieder auf´s Neue zuzurufen - NEIN ich will wieder, ich muss wieder, ich werde wieder eine Zukunft für mich sehen - selbst wenn alle Müh so sinnlos ohne den geliebten Partner zu sein scheint es gibt etwas das an Stärke nicht zu überbieten ist - die eigenen Gedanken sobald sie wieder klar sind, jedesmal einen Gedanken in sich selbst erhaschend, auch wenn er noch so kurz aufflackert der einem zeigt daß es ein Morgen und ein Übermorgen gibt, daß ist der Weg, den wir uns im Laufe der Zeit eröffnen können - hierbei Hilfe zu finden ist leichter als diese Hilfe auch zulassen zu können. Schlagen wir uns nicht dauernd neue, tiefe Wunden ? Haben wir nicht die Fähigkeit eingebüsst einfach nur Nein zu sagen, nein zu dem Schmerz der jedesmal aufs Neue sich unserer bemächtigt ? Wir binden uns jeden Tag aufs neue an den Marterpfahl, wobei wir eigentlich die sein sollten die das verweigern. Wir können nur jeden Tag aufs neue versuchen die Knoten ein wenig lockerer zu binden die uns die Kraft nehmen, die uns an etwas fesseln was nicht mehr existiert - das gleicht dem Mühlstein der um den Hals gebunden wurde als die Trennung zur Tatsache wurde und uns in die tiefsten Gewässer warf uns mit Macht den Untiefen des reißenden Stromes überantwortete, wir schwimmen dagegen an, wir kämpfen einen kampf gegen die Natur unseres Seins. Doch die Intervalle in denen wir uns oben halten können werden länger, die Stromschnellen weniger und auch der Wasserfall der Tränen die den Fluss immer wieder aufs Neue speisen wird irgendwann versiegen. Dann werden wir die Not, das Leid und die ganze Enttäuschung ablegen können um uns auf´s Neue an einen Strand zu legen, einen Strand über den wieder eine Sonne steht die nicht nur den Körper sondern auch den Geist erwärmen kann...................................
Mit nachdenklichem Gruß
Jaeischer
- Neuer Benutzer
Simmy Soleil
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Original von fox
Es gibt Stunden, in denen ich wütend bin, es gibt Stunden in denen ich weine, und es gibt Stunden in denen ich feiere und alles andere vergesse... Ich finde, dass alles sein muss!
Was aber ist wenn man, wie ich, nur noch weint und sich quält und das schon über einen endlos langen Zeitraum??? Und immer wenn man anfängt es zu verdauen, kommt irgendwas, was die Wunden wieder aufreißt und man muss von vorne anfangen.... Hilfe
- Erfahrener Benutzer
Ringelnatter
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@jaenischer
das hast du schön gesagt.
@gast
bei mir ist es so das ich mal traurig bin so wie jetzt mal besser gelaunt bin so wie gestern.
- GastGast
Hallo und danke für die Antworten,
@jaeischer: ich habe selten jemand erlebt der Dinge so metaphernreich und genau auf den Punkt gebracht hat.
Ich habe letztens mit einem Kollegen gesprochen der nach 8 Jahren von seiner Freundin sammt Kind verlassen wurde und ich habe ihn gefragt wie er damit fertig wird, weil er mir eigentlich recht gut drauf vorkam und er meinte "ich denke einfach nicht dran."
Natürlich geht das nur zu einem bestimmten Grad, aber ich kann mir schon einreden "so schlimm ist das nicht, du wirst darüber hinwegkommen" und dann gehts mir natürlich besser. Ich frage mich nur ob das psychisch gesehen der richtige Weg ist die Probleme einfach zu "verdrängen". Mein Wohlbefinden hebt sich schon, wenn ich diese Sache mir nicht so nah gehen lasse und die Gefühle abblocke und mich ablenke.
To take everything in a nutshell: Sich durch den Schmerz mit all seinen tiefen durchkämpfen und einfach abwarten bis die Wunde aufhört zu bluten oder die Blutung abbinden, wenn man das kann?
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Gulliver
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@jaeischer
ich wünschte ich könnte mich so schön ausdrücken...
@Gwenny Ich quäle mich auch schon länger und weine mehr als ich auf sie wütent bin. Jeder fühlt halt anders.
Das mt den Wunden kenn ich nur zugut. Grade gestern ist sie mit ihrem neuen aus dem Skiurlaub zurückgekommen. Und hat mir dann Frohe Weihnachten gewünscht, da sie sich aus dem Urlaub nicht melden konnte...
Ich wollte sie fragen wie sie sich vorstellt, wie meine Feiertage waren. Bekam aber nix raus, musste mich rumdrehen und wortlos gehen, da ich schon wieder die tränen spürte... und seitdem geht es mir wieder richtig scheisse...
Jetzte brech ich den Kontakt total ab, und sage den Freunden sie sollen mir nichts mehr über sie erzählen.
Solltest du vielleicht auch machen Gwenny, oder siehst du ihn gezwungener maßen öfters?
@Snake gut gelaunt bin ich eigentlich nur, wenn ich bei freunden bin die mich ablenken, aber selbst dort hab ich irgendwie totale stimmungsschwankungen...
Von der einen auf die andere Minute ändert sich das.
UNd auslöser sind die kleinsten dinge...
Ich mache den Schrank auf und sehe den gürtel den sie mir mal geschenkt hat... Aua.. und schon ists soweit...
Jeder fühlt halt anders, und jeder bewältigt den Liebeskummer anders. Nur den Weg der Verdrängung find ich nicht gut. Meiner Meinung nach wird man dann irgendwann eingeholt und es wird noch heftiger...
Trauern ist okay, aber irgendwann kommt auch ein Punkt, an dem man sich wieder aufraffen muss...
Den zu erkennen ist aber schwer...
Gruß Oli
- Erfahrener Benutzer
~Tschudith~
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@ Gwenny...ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, ich mußte mich zwingen, ihm nicht zu begegnen, ihm keine sms zu schicken, etc. Es ist ein steter Kampf und du wirst immer wieder zurückfallen. Aber mit jedem Mal wirst du stärker und kommst ein Stück weiter nach oben. Du darfst nicht aufgeben und dich nicht entmutigen lassen, irgendwann kommen wieder bessere Zeiten.
Liebe Grüße, LaLuna
- Erfahrener Benutzer
Ringelnatter
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ja das stimmt,nicht aufgeben!
- GastGast
Ich denk einfach mal, dass man sich vor nichts verstecken kann oder soll. Weder vor dem/der Ex, noch vor seinen eigenen Gedanken. Man hat dann irdendwie Angst, sich umzudrehen und plötzlich....
Was hilft, ist die Erkenntnis, dass es kein Tief ohne Hoch gibt. Und mir kann keiner erzählen, bei ihm käme kein Hoch mehr. Und wenn's nur kleine Erfolge sind.
Außerdem hab ich eine interessante Erfahrung gemacht, ist aber wohl nicht für jeden ratsam:
Ins Extrem gehen. Wenn ich anfange an meine Verflossene zu denken, nehm ich mir den schlimmsten Gedanken, den's für mich gibt (wer die Wahl hat, hat noch mehr Qual). Wenn ich den ertrage, ist alles andere ein Kinderspiel. Hat mich persönlich abgehärtet und dafür gesorgt, dass ich keine Angst mehr vor meinen eigenen Gedanken hab.
Grüße an alle Leidensgenossen


